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Das kanadische Unisystem

Das Unisystem hier an der Uvic unterscheidet sich ziemlich stark vom klassischen System einer staatlichen deutschen Uni. Zunächst einmal ist das akademische Jahr hier nicht in Semester, sondern in Terms, also Trimester aufgeteilt. Das Fall term ging hier Anfang September los und wird schon Mitte Dezember enden, was natürlich für Exchange- und Visitingstudents besonders von Vorteil ist, da man so noch mehr als genug Zeit zum Reisen hat, wenn die Uni vorbei ist.

Auch das Thema Klausuren läuft hier ganz anders ab. Im Gegensatz zu deutschen Unis gibt es hier nicht eine große Klausur am Ende des Semesters, die meistens 100% der Note ausmacht. Stattdessen gibt es vier bis fünf Teilnoten pro Modul, die zusammen die Gesamtnote ergeben. Das nimmt natürlich einiges an Druck, bedeutet aber auch, dass man von ständigen Deadlines dazu gezwungen wird von Anfang an vor- und nachzubereiten. Die Teilnoten bestehen je nach Modul z.B. aus Assignments (kleine Hausarbeiten oder Online Aufgaben), Midterms (Zwischenprüfungen), Einzel- und Gruppenpräsentationen,  Mitarbeit (z.B. in Form von Abstimmungen per iClicker) und Final exams bzw. Final projects.

Ich habe zu morgen, nach nur drei Wochen Uni schon zwei Assignments einzureichen, ein anderes zu Sonntag und ein Midterm am Montag. Das klingt zwar nach recht viel Arbeit, aber man muss dazu sagen, dass man das nicht annähernd mit dem Aufwand einer Uniklausur vergleichen kann. Solange man dran bleibt, sollte es kein Problem werden rechtzeitig mit den Assignments fertig zu werden. Da ich ein Mensch bin, der am besten in der Bibliothek lernt, ist es natürlich praktisch für mich, nur fünf Minuten von einer entfernt zu wohnen, gerade dann, wenn man manchmal über den Tag verteilt nur ein paar Stunden Zeit hat. 

Die Professoren werden hier mit Vornamen angesprochen und generell ist der Umgang zwischen Studenten und Professoren recht locker. Meine Kurse gefallen mir sehr gut, nur Accounting ist halt Accounting, das mach ich nicht zum Spaß, sondern weil ich es irgendwann im Laufe meines Studiums sowieso machen muss. Business English and Communications ist ein Kurs, der extra für Austauschstudenten angeboten wird, Entrepreneurship ist sehr interessant und praxisnah und Business Decision Making macht mir ebenfalls Spaß (dazu ist der Prof ein echter Komiker). Die Anzahl der Studenten pro Kurs variiert sehr stark. In meinem kleinsten Kurs sind wir schätzungsweise 30 Leute, im größten 200-300.

In ein paar Wochen, nachdem die ersten Ergebnisse da sind, und ich langsam ein Gefühl für die Anforderungen hier bekommen habe, werde ich nochmal ein Kleines Update zum Thema Uni schreiben. :)

Nadine Butke zuletzt bearbeitet am 05.01.2019