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Fazit ...oder so

Genau einen Monat ist es jetzt her, dass ich den UVic Campus das letzte Mal besucht habe. Es war der Tag an dem ich meine letzte Prüfung abgelegt habe. Mittlerweile liegen mir alle Ergebnisse vor und ich bin sehr zufrieden. Meine beiden Final Exams bestanden aus mehreren Aufgaben, aus denen man wählen konnte. Ein Teil war Kurzantworten und im anderen Teil sollte man ein paar Essays verfassen. Im Großen und Ganzen war es machbar. Im Gegensatz zu den Midterms waren die Finals vom Anwendungsgrad schon eine Stufe höher.

Wie man es vielleicht schon aus meinen vergangenen Einträgen erahnen kann, war mein Auslandssemester hier an der kanadischen Westküste eine geniale und unvergessliche Erfahrung. Man sagt, dass die Kanadier in British Columbia und insbesondere hier auf der Insel die freundlichsten sind. Ich werde sicherlich meine Schwierigkeiten haben, mich wieder ans raue Berlin zu gewöhnen. Aber dort ist’s auch schön auf eine andere Art und Weise.

Für diejenigen von euch, die noch überlegen, ob sie ein Auslandssemester an der UVic machen, habe ich mal ein paar Pros und Contras zusammengestellt, die bei der Entscheidungsfindung helfen könnten.

PRO Uvic

+ Top International Student Service: Sowohl vor als auch während des Auslandssemesters bekommt man immer wieder freundliche Mails vom International Student Office. Auf Fragen wird schnell und substanziell geantwortet. Es gab ein Begrüßungs- und Abschiedsessen.

+ Ganzjährig milde Temperaturen: Wenn man plant sich in Victoria aufzuhalten, kann man die dicken Wintersachen getrost zu Hause lassen. Victoria ist der wärmste Ort in ganz Kanada im Winter. Minusgrade sind die Ausnahme.

+ Viel Engagement und Selbststudium: Man muss von Anfang an am Ball bleiben. Es gibt KEINE Schonfrist. I.d.R. sind schon nach den ersten drei Wochen Short Assignments oder andere Prüfungsleistungen gefordert. Was ich gut fand…denn so lernt man sich eine Agenda zu machen, Prioritäten zu setzen und unter Zeitdruck zu arbeiten. Eine Erfahrung die fürs spätere Berufsleben sehr wichtig ist.

+ Atemberaubende Natur: Vancouver Island ist eine Perle der Natur. Strandparadiese wie in Tofino oder im East Sooke Park sind nur ein paar Stunden mit dem Auto entfernt (was für kanadische Verhältnisse gut ist). Whistler und Vancouver sind sehr einfach mit ÖPNV zu erreichen. Aber auch Victoria hat viele gemütliche und ruhige Ecken entlang des Wassers. Seattle ist nur 1.5 h mit der Fähre entfernt.

+ Zahlreiche Studentenevents: Ob gratis Pancakes oder Gutscheine, Hockey-Spiele, Halloween-Parties, Messen, Ausstellungen, Career Workshops…es ist immer etwas los auf dem Campus. Das Engagement für Studenten ist der Wahnsinn.

CONTRA UVic

-Regenschirm einpacken: Victoria ist zwar sehr mild, aber auch sehr verregnet im Winter. Während September und Oktober noch recht schön und warm sein können, wird es spätestens im November sehr nass. Der Regen kann dann auch schon mal mehrere Tage anhalten. Aber im November muss man sich eh auf die zahlreichen Papers konzentrieren. :)

-Relativ hohe Lebenshaltungskosten: Vancouver Island ist eine der teuersten Gegenden in Kanada. Sowohl Smartphone Plans als auch Lebensmittel sind hier im Schnitt etwas teurer als im Rest Kanadas. Habe die Erfahrung gemacht, dass sich On-Campus und Off-Campus-Housing preislich nicht viel nehmen. Für ein Zimmer zahlt man im Schnitt $500-600 (warm). Restaurants, Bars und Clubs sind wesentlich teurer als man es aus Deutschland gewohnt ist.

-Viele Textbooks: Ich finde es grundsätzlich gut, dass mit vielen verschiedenen Textbooks gearbeitet wird, aber ich fand es, zumindest für meine Kurse, überflüssig, diese zu erwerben. Insbesondere wenn nur einzelne Kapitel bearbeitet werden, fände ich es studentenfreundlicher wenn diese als Kopien ausgehändigt würden.

-Gebühr fürs Gradescript: Ein offizielles Gradescript anzufordern kostet $11 (bevorzugte, schnellere Bearbeitung kostet mehr) und muss mittels internationaler Überweisung bezahlt werden (Kreditkarten nicht akzeptiert). Das Ausstellen solcher Scripts zum Geschäftsmodell zu machen war mir jedenfalls neu.

Alles in allem hatte ich für mich persönlich das Gefühl, dass die UVic genau die richtige Uni in genau der richtigen Stadt für mich war. Nicht zu groß, nicht zu klein. Nicht zu viel Angebot, was einen ablenken könnte, aber dennoch immer was los an Wochenenden. Nähe zum Meer.

Nachdem ich Weihnachten in Victoria und auf Salt Spring Island verbracht habe, habe ich mir zu Silvester einen langjährigen Traum erfüllt und bin nach San Francisco geflogen. Muss man ja mal nutzen, dass alles so verhältnismäßig dicht ist. Ich befinde mich gerade mitten auf meinem US Road Trip. Habe San Francisco, San Jose, Santa Barbara und Los Angeles hinter mir gelassen und fahre gerade mit dem Zug nach Chicago. Anschließend folgen noch Detroit, Washington, Philadelphia und NATÜRLICH New York. Aber das ist nicht mehr Gegenstand dieses Blogs.

Ich hoffe, ich konnte interessante Einblicke verschaffen und bei der Entscheidungsfindung behilflich sein. Wer noch weitere Informationen benötigt, möge sich bitte melden.

Macht’s gut.

Euer Steve

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Steve Burkhardt zuletzt bearbeitet am 09.02.2016