Mit einem Stipendium im Ausland studieren: Max und Mohammad

Mit Stipendium im Ausland studieren: Das ist keine Hexerei sagen zwei Zwanzigjährige, die in diesem Jahr noch in die USA gehen. Ihr Rat an alle Studierenden, die gerne im Ausland studieren wollen, aber die Finanzierung als große Hürde erscheint: „Bewerbt Euch für ein Stipendium, Ihr habt nichts zu verlieren.“

San Diego State University
An der San Diego State University verbinden sich akademische Exzellenz und der relaxte Lebensstil von Südkalifornien

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Mohammad Khanjar studiert an der Universität Potsdam Geschichte, Politik und Soziologie im vierten Semester. Max Großmann ist an der Technischen Universität München in technischer Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben und beschäftigt sich in seinem letzten Semester mit der Bachelor-Arbeit.

Max Großmann
Max Großmann finanziert sein Auslandsstudium in New York mit Unterstützung der Fulbright Commission.

Zum Auslandsstudium nach New York und San Diego

Beide pendeln sie aus ihrer Heimatstadt zum Studium. Mohammad fährt von Berlin-Wedding in die brandenburgische Landeshauptstadt, während Max aus der Schwaben-Metropole Augsburg nach München anreist. Das hat nicht zuletzt finanzielle Gründe, denn beide wohnen zu Hause. Max: „Ich hatte frühzeitig das Ziel an einer Ivy League-Universität zu studieren. Weil das teuer ist, habe ich versucht, das Geld zusammenzuhalten.“ Sein Ziel hat er erreicht: Nach der Beratung durch IEC konnte er sich an der renommierten Columbia University einschreiben, die älter ist als die USA. Er hat sich für ein Certificate-Programm entschieden, das zehn Monate läuft. Er will dabei ein Thema vertiefen, für das er sich während des Studiums in München anfing zu begeistern: Corporate Finance. Die Credits würde er sich gerne im weiteren Studienverlauf anrechnen lassen.

Mohammad Khanjar
Mohammad Khanjar ist Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und geht für ein Auslandssemester an die SDSU.

Dank Friedrich-Ebert-Stiftung nach San Diego

Auch Mohammad hatte klare Kriterien bei der Suche nach der passenden Universität: In seinen Fächern sollte sie anspruchsvolle Veranstaltungen bieten, die er sich zu Hause anrechnen lassen kann. An der San Diego State University hat er ein breites Angebot in Geschichte und Soziologie gefunden. Das war übrigens auch der Grund warum, er als Freemover ins Auslandssemester geht. „Über die Uni Potsdam hatte ich bei meiner Fächerauswahl einfach keine passenden Partnerunis gefunden.“ Er rechnet damit, dass er 26 bis 30 ECTS an der Uni Potsdam anerkannt bekommt.

Der Weg zur Finanzierung des Auslandsstudiums durch ein Stipendium hat sich bei beiden unterschiedlich gestaltet. Mohammad ist seit seinem zweiten Semester Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Das hält mir bereits in Deutschland finanziell den Rücken frei, weil ich nicht jobben muss und auch keine Schulden anhäufe“, so Mohammad. Genauso wichtig ist ihm aber die ideelle Unterstützung, die er als Stipendiat erfährt. Es gibt zahlreiche Angebote, z.B. Seminare, in denen Soft Skills wie Präsentieren geschult werden, oder Exkursionen zur EU nach Brüssel.

Friedrich-Ebert-Siftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist nach dem ersten Reichspräsidenten benannt, einem Sozialdemokraten. Sie ist die größte und älteste politische Stiftung Deutschlands. Ihr Hauptzweck war von Anfang an der diskriminierungsfreie Zugang zu Bildung. Danach sind die Schwerpunkte Studienförderung, Internationale Arbeit, politische Bildungsarbeit & Beratung und JournalistenAkademie ausgerichtet. Die FES hat rd. 20.000 Alumni in der Studienförderung.

Gesellschaftliches Engagement gefragt

Was hat ihn zur Friedrich-Ebert-Stiftung geführt? „Ganz klar inhaltliche Übereinstimmungen“, sagt Mohammad. Mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn findet er sich in der sozialdemokratischen Werten verpflichteten Stiftung wieder. Und wie wird man Stipendiat? Gute Noten werden natürlich vorausgesetzt, sagt er bescheiden. Wichtig ist vor allem gesellschaftliches Engagement. Mohammad ist seit frühester Kindheit begeisterter Fußballer; in seinem Viertel kickten schon die Boateng-Brüder, bevor sie entdeckt wurden. Mohammad spielt sonntags noch für Meteor 06 – wo auch Thomas Häßler seine Karriere begann – , aber vor allem trainiert er in seiner Freizeit Kinder, die damit im quirligen Wedding ganz kindgerecht für sich sein können. Außerdem gibt er Nachhilfeunterricht für Kinder, die wie er selbst einen Migrationshintergrund haben. Seine Eltern stammen aus dem Libanon.

Auslandssemester wird mit Stipendium Realität

Die Ebert-Stipendiaten haben die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu absolvieren. „Dazu muss man zwar erst mal selbst die Finanzierung absichern, wenn man den Studienplatz sucht“, erklärt er. „Doch wenn das gefundene Angebot passt, übernimmt die Stiftung die Kosten.“ Ganz wichtig: Es gibt je nach Land und Lebenshaltungskosten unterschiedlich hohe Förderungen. Das ist in Kalifornien von Bedeutung, denn San Diego gehört nicht zu den preiswertesten Weltgegenden. „Augenblicklich schaue ich mich in den sozialen Netzwerken nach Wohnmöglichkeiten möglichst in Campusnähe um.“ Gute Tipps bekam er von seiner Schwester, die bereits in San Diego studiert hat und weiß, wo es bezahlbar ist.

Lebenshaltungskosten und Wohnungssuche spielen natürlich auch für Max Großmann eine wichtige Rolle, denn New York ist in dieser Beziehung ein noch teureres Pflaster. Die Columbia University bietet Wohnheimplätze für internationale Studierende nur während der Summer Sessions an. Dadurch ist er dazu gezwungen, off-campus nach einer Wohnung zu suchen. Doch gibt es professionelle Unterstützung durch das Housing Department und im IEC Profil der Columbia University finden sich zahlreiche Links zu Wohnungsanbietern.

Columbia University
Die Columbia University ist eine der besten Universitäten der Welt und liegt mitten in Manhattan.

Zwei amerikanische Marken: Fulbright und Columbia

Das Ziel nach dem Bachelor an einer Ivy League-Uni zu studieren, hat Max frühzeitig anvisiert. „Ich hatte von den Stipendien der Fulbright-Kommission schon in der Abi-Zeit gehört.“ Sehr lange schon hatte er über eine Bewerbung nachgedacht, den Mut dazu fand er aber erst zum Ende der Bewerbungsfrist. „Ich bin erst drei Wochen vor Abgabeschluss ins Rennen gestartet“, sagt er verlegen lächelnd. Trotz sehr guter Schul- und Studienleistungen zweifelte er aufgrund der Bewerberzahlen und der Qualifikation der Mitbewerber am Erfolg seiner Bewerbung. Entscheidend sind am Ende aber insbesondere menschliche Faktoren. „Zunächst sollte man sich als Bewerber allerdings im Klaren sein: Was ist mein Ziel? Und kann ich mich mit den Zielen Fulbrights identifizieren?“ Bei Fulbright interessiert man sich für kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten. In zwei Schreiben erläuterte Max, wer er ist, und was er mit seinem Studium in den USA erreichen will.

Überraschend taucht dabei ein Thema auf, das man bei Max’ deutschem Namen nicht vermuten würde: Auch er hat einen Migrationshintergrund. „Die Eltern meiner Mutter gehörten zur deutschen Minderheit in Rumänien. Nach jahrelangen Repressionen nach dem 2. Weltkrieg durfte die Familie während der Diktatur Ceausescus endlich das Land verlassen. Ihre Ausreise war zu Verwandten in den USA geplant gewesen. Da sie jedoch die englische Sprache nicht beherrschten, blieben sie in Deutschland.“ Der amerikanische Traum blieb allerdings in der Familie verankert.

Fulbright-Kommission

Seit 1946 dient das Fulbright-Programm dem bilateralen Austausch von Studierenden zwischen den USA und inzwischen 160 Ländern. Es hat über 310.000 Alumni, davon 45.000 im deutsch-amerikanischen Austausch. Jährlich gibt es aktuell rd. 8.000 Stipendiaten weltweit. Namenspatron ist der amerikanische Senator J. William Fulbright, dessen Ziel es war, Frieden durch interkulturelles Verständnis zu erreichen, indem der internationale akademische Austausch gefördert wird.

Stipendiaten brauchen Persönlichkeit

Neben sehr guten Studienleistungen und persönlichem Engagement verleihen derartige Hintergründe einer Bewerbung eine persönliche Note.  Nach einem Vorgespräch an der TU München wurde Max zu einem Auswahlgespräch in einem Panel-Interview mit drei Gutachtern eingeladen. „Das war eine besondere aber auch etwas stressige Erfahrung“, erzählt Max. Er wurde intensiv zur Außen- und Innenpolitik der USA befragt, zu Fragen wie TTIP und Protektionismus. „Das war inhaltlich erwartbar, aber die fehlenden Reaktionen der Interviewer waren eine Herausforderung.“

Nach der Zusage wurde Max mit den anderen neuen Stipendiat/innen zu einem Vorbereitungstreffen nach Berlin eingeladen. Ähnlich wie bei der Friedrich-Ebert-Stiftung sorgt man auch bei Fulbright für Vernetzung. Hier entstehen Kontakte fürs Leben, die sich später als mindestens so wertvoll wie die finanzielle Unterstützung erweisen.

Finanzierung
Im Auslandsstudium zählt jeder Euro.

Mit IEC zum Auslandsstudium an eine Elite-Universität

Und wie entwickelte sich der Weg zur Columbia? Reicht die Förderung durch die Stiftung finanziell? „Den Weg zur Columbia hat mir IEC sehr effektiv geebnet“, berichtet Max. Kein Wunder, denn IEC ist der einzige Vertreter der renommierten Universität in Deutschland und hat den direkten Draht nach Manhattan. Der Vorteil liegt für Max auf der Hand. „Ich habe mich auch in Harvard direkt beworben, von wo ich bis heute keine Rückmeldung habe, während ich für mein Auslandsstudium an der Columbia jetzt schon alles vorbereiten kann.“

Die Finanzierung dieses Traums bleibt jedoch trotz des Stipendiums ambitioniert. „Zwar richtet sich die Förderhöhe nach den Lebenshaltungskosten und den Studiengebühren vor Ort, aber ich rechne noch mit einem erheblichen Anteil, der aus Eigenmitteln zu erbringen ist.“ Hier kann Max auf die Unterstützung seiner Familie zählen: Statt im teuren München zu wohnen, war er immer gependelt und das eingesparte Geld steht ihm jetzt für seinen Traum vom Auslandsstudium in den USA zur Verfügung. Außerdem hat er während seiner Studienzeit als Tutor und studentische Hilfskraft Geld hinzuverdient und in den Semesterferien diverse Praktika absolviert.

Was kommt nach dem Auslandsstudium?

Max hofft, dass er seine Studienzeit in Manhattan noch durch ein Praktikum abrunden kann. Dann wird er auch eine Entscheidung getroffen haben, ob es mit einem MBA oder einem anderen Master-Programm weitergehen soll.

Mohammad will seine Erfahrungen aus dem Auslandssemester an der SDSU für ein Master-Studium nutzen, das Richtung Internationale Beziehungen oder Politik & Sicherheit gehen soll. Beide werden uns nach ihrem Auslandsaufenthalt von ihren Erfahrungen berichten.

Schon jetzt sind sich beide sicher, dass der Weg der Studienfinanzierung mithilfe eines Stipendiums jedem zu empfehlen ist. Selbst eine Bewerbung, die nicht zum Erfolg führe, sei nicht verloren. Man lerne damit auf jeden Fall zu zeigen, wer man ist, weil man über sich selbst nachdenken muss. Und gerade engagierte junge Leute aus Familien ohne akademischen Hintergrund haben gute Chancen auf ein Stipendium.

Starten Sie jetzt Ihren Weg ins Auslandsstudium

Haben Sie die Geschichten von Mohammad und Max neugierig gemacht? Kontaktieren Sie jetzt das IEC Beratungsteam. Entdecken Sie, welche Universität im Ausland zu Ihnen passt und fragen Sie uns zu verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten wie Stipendien, Auslands-BAföG und Studienförderung Ausland.

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