IEC Interview: In Singapur leben und studieren

Im IEC Interview erklärt Shelley Wang von der JCU Singapore, warum ein Auslandssemester in Singapur eine ganz besondere Erfahrung ist.

singapur
Shelley Wang - Auslandssemester in Singapur

Warum Singapur ein idealer Studienort ist, Asien im Auslandssemester kennenzulernen? Für Shelley Wang ist diese Frage einfach zu beantworten: Singapur vereinige die Vielfalt Asiens, sodass man es sowohl als Einführung wie als Zusammenfassung für den Kontinent nehmen könne. Fast ein Viertel der fünf Mio. Einwohner des südostasiatischen Stadtstaates kommt aus aller Welt. Dazu passt die James Cook University Singapore, denn hierbei handelt es sich um eine australische Universität mitten in einer der aufregendsten Metropolen Asiens. Shelley Wang ist für das Marketing der Universität in Europa verantwortlich.

 Frage: Sie sind selbst aus China zum Studieren nach Singapur an die JCU gekommen. Was hat Sie damals am meisten beeindruckt?

Shelley Wang: Diese Stadt ist ein Garten, kein Betondschungel. Es ist überall grün und sauber. Und natürlich sehr modern, auch in der Architektur. Auf einen Einwohner kommen hier übrigens statistisch gesehen zwei Smartphones. Drei traditionsreiche asiatische Kulturen, die sich voneinander sehr unterscheiden, prägen das Land: Chinesen, Malaiien und Inder. Hinzu kommt die europäische Kolonialgeschichte. Deshalb können wir auch viermal im Jahr Neujahr feiern. Ein bisschen kann man Singapur mit der Schweiz vergleichen. Wir haben auch vier Amtssprachen, aber was es für internationale Studierende sehr einfach macht: Alle Leute sprechen hier Englisch, denn das lernt man bereits im Kindergarten. 

Frage: Singapur soll ja auch so sicher wie die Schweiz sein!

Shelley Wang: Ja, sie gilt zu Recht als die sicherste Stadt Asiens. Als Frau braucht man sich abends nicht vor dunklen Ecken zu fürchten. Der öffentliche Nahverkehr ist vorbildlich ausgebaut und für eine kurze Taxifahrt zahlen Sie umgerechnet nur 2,40 Euro.

Frage: Ist alles so preisgünstig für Europäer?

Shelley Wang: Überwiegend. Singapur ist deutlich günstiger als klassische Study Abroad-Ziele wie die USA oder auch Australien. Lunch oder Dinner kosten hier rd. 2 Euro. Deshalb ist bei den meisten Leuten die Küche in der Wohnung eher Zierde als Gebrauchsgegenstand. Singapur ist einfach ein Paradies für gutes Essen und man kann preisgünstig an jeder Ecke etwas Neues entdecken. Je nach Unterkunft kommt man bei uns mit 850 bis 1.110 EUR pro Monat aus. Darin sind dann wirklich alle Kosten enthalten wie Telefon und Transport.

Frage: Shelley, von Singapur haben Sie mich schon überzeugt. Warum sollte ich mich für die JCU entscheiden?

Shelley Wang: Wie Sie wissen habe ich selbst hier Business studiert und einen doppelten Abschluss in Marketing und International Business gemacht. Dann habe ich in einer Personalberatung gearbeitet, aber als ich hörte, dass die JCU Marketing-Leute suchte, wollte ich unbedingt zurück. In meinem Job ist man ja viel erfolgreicher, wenn man von dem Produkt, das man verkauft, selbst überzeugt ist – und das bin ich hundertprozentig.

Ich fange mal mit dem Thema Internationalität an, denn unser Campus ist so international wie die Stadt selbst. 70 % unserer Studierenden kommen aus allen Ecken der Welt. Zuerst natürlich aus der erweiterten Nachbarschaft, also praktisch allen asiatischen Ländern. Aus Europa haben wir rd. 200 Studierende. Bei uns treffen Sie Menschen aus den USA und Australien, Usbekistan und Estland. Und das gilt für unsere Lehrkräfte im gleichen Maße.

Frage: Welche Rolle spielt es, dass die JCU ein Campus der renommierten James Cook University in Australien ist?

Shelley Wang: Für die Studierenden bedeutet das, dass sie nach genau denselben Curricula studieren wie am Hauptcampus in Cairns. Die JCU ist eine Tropenuniversität mit drei Standorten in Australien und Singapur. Sie können in ihrem Studiengang jeweils nahtlos zwischen den Ländern wechseln. Sie verbinden mit einem Auslandssemester am Campus Singapur also australische Bildungsstandards mit asiatischem Lebensgefühl und deutlich günstigeren Lebenshaltungskosten. Unsere hauptberuflichen Dozenten haben alle einen PhD. Außerdem unterrichten bei uns viele Praktiker ihres Fachs. Diese Kombination wird von den Studierenden sehr geschätzt. Wir sprachen ja schon von der Internationalität in allen Bereichen. Damit ist ein enormes persönliches Bildungspotential verbunden. Wir thematisieren kulturelle Unterschiede, bevor es Probleme gibt. Aber wir bestehen auch auf Durchmischung. In meinen Business-Kursen gab es viel Gruppenarbeit. Und dabei wird bis heute sichergestellt, dass jedes Team gemischt ist und das heißt: Jede Nation ist nur einmal vertreten.

Frage: Wie unterstützt die JCU die internationalen Studierenden während ihres Auslandssemesters in Singapur?

Shelley Wang: Wir begleiten, aber wir gängeln nicht. Das heißt die Studierenden erhalten schon vor der Ankunft Unterstützung bei der Wohnungssuche, weil es auf dem Campus kein Wohnheim gibt. Am Flughafen werden Sie persönlich abgeholt. Das machen andere Studierende, keine Uni-Mitarbeiter. Diese begleiten Sie zur Unterkunft, geben Tipps wie man ein Bankkonto einrichtet und eine Sim-Karte erhält. Oft ergeben sich daraus schon Kontakte, die zu Freundschaften werden. Daneben beschäftigt die JCU hauptamtliche Mitarbeiter für unseren Learning Support Service. Die organisieren natürlich die zweitägige Orientierungsphase zu Beginn des Trimesters. Darüber hinaus bieten sie Kurse an in Bereichen, wo Studierende über die Generationen hinweg Unterstützungsbedarf haben. Das sind neben Mathe-Kursen vor allem Veranstaltungen, die das akademische Arbeiten in englischer Sprache verbessern helfen.

Frage: Gibt es Themen in Bezug auf kulturelle Unterschiede, auf die Sie ihre Studierenden vorab besonders hinweisen?

Shelley Wang: Europäische Studierende sind in der Regel schon ziemlich weltläufig, wenn Sie für ein Auslandssemester nach Singapur kommen und wissen, dass Singapur zum Beispiel eine Nulltoleranz-Politik gegenüber Drogen hat. Sowohl der Konsum als auch der Handel und das Einführen werden nach westlichen Maßstäben rigoros bestraft. Eine wichtige Besonderheit sind die medizinischen Untersuchungen, die man vorweisen muss, wenn man länger als vier Monate in Singapur bleiben will, denn die beinhalten ein Drogenscreening. Es ist also schlau, schon vor einem Studienbeginn in Singapur lieber auf den Joint zu verzichten, weil man sonst gleich wieder nach Hause geschickt wird.

Im englischen Sprachraum gibt es den doppeldeutigen Begriff von Singapur als „fine city“, also der schönen Stadt, aber auch der Stadt der Bußgelder. Ob Drogenpolitik, Sauberkeit oder Ordnung: Aus europäischer Sicht erscheint das häufig sehr strikt. Denken Sie nur an die berühmtberüchtigte fine, die droht, wenn man sein Kaugummi ausspuckt, dessen Gebrauch übrigens medizinisch begründet sein muss. Zuzügler aus Asien nehmen interessanterweise eher die positiven Ergebnisse dieser Haltung wahr, weil Singapur sich von der Lebensqualität deutlich positiv von den meisten asiatischen Metropolen abhebt. Es bietet sich an, das einfach mal selbst zu vergleichen. Singapur ist ein Drehkreuz und Sie können für 60 USD nach Bangkok fliegen. Erkunden Sie Südostasien bequem bei Wochenendausflügen und machen Sie sich ein eigenes Bild von den Unterschieden. Deshalb macht man doch schließlich ein Auslandssemester, um Unterschiede zu verstehen.

Beratung zum Auslandssemester in Singapur

Wenn Sie jetzt wissen wollen, wie Sie Ihr Auslandssemester an der JCU in Singapur organisieren können, dann hilft Ihnen das IEC Beratungsteam gerne weiter. Oder werfen Sie einen Blick auf die Blogs von Studierenden, die bereits dort waren. Vom Auslandssemester bis zum kompletten Abschluss ist an der JCU Singapur in den Fachbereichen Business, Education und Psychology – letztere mit eigener Klinik – alles möglich. Die Studiengebühren werden übrigens zu 100 % vom Auslands-BAföG gedeckt.

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