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Ein Auslandssemester an der XJTLU aus Sicht einer deutschen China-Expertin

Das Abenteuer China hat für Dr. Birgit Suberg, Associate Professor of Practice an der Xi’an Jiaotong-Liverpool University, auch nach vielen Jahren nichts an Reiz verloren. Was deutsche Studierende bei einem Auslandsstudium in China mitnehmen können, berichtet sie im IEC Interview.

Dr. Birgit Suberg
Dr. Birgit Suberg (unten 3. von l.) mit Master-Studierenden und in der Mitte Gang Lu, der Gründer von TechNode und China-Chef von TechCrunch.

Frage: Guten Tag Frau Dr. Suberg, seit wie vielen Jahren leben und arbeiten Sie in China?

Birgit Suberg: Ich bin seit 16 Jahren hier. Seit drei Jahren unterrichte ich neben meiner unternehmerischen Tätigkeit an der XJTLU. Gerade das Zusammenspiel aus chinesischen und internationalen Studierenden macht mir viel Spaß.

Frage: Wie sind Sie nach China gekommen? Und warum?

Birgit Suberg: Ich bin in meiner Familie mit einem engen Kontakt zu Frankreich aufgewachsen und habe mich deshalb früh in einer zweiten Kultur zu Hause gefühlt. Deshalb habe ich sowohl in Deutschland als auch in Frankreich studiert. Dabei habe ich gelernt, dass man die eigene Kultur vermittelt durch die andere Kultur besser kennenlernt. China hatte meine Neugier als das weit entfernte Unbekannte geweckt und so habe ich neben Wirtschaft Sinologie studiert. Die Firma, für die ich nach dem Studium gearbeitet habe, wollte nach China expandieren. Da Strategieentwicklung mein Thema ist und ich schon Chinesisch sprach, lag es nahe, dass ich diesen Weg mitentwickelt habe.

Frage: Hatten Sie von Anfang an vor zu bleiben?

Birgit Suberg: Nein, aber so entwickelt sich das Leben. Der Horizont wird weiter. Im Unternehmen hat man mir die Führungsposition in China angeboten. Und da mein Mann aus Shanghai stammt, das unweit von Suzhou liegt, fiel es uns leicht, dort hinzugehen und dann zu bleiben. Ich habe ihn praktisch zurück zu seiner Familie gebracht.

Frage: Was hat Sie zur Lehre an die XJTLU gebracht?

Birgit Suberg: Die XJTLU hat ein tolles Mentoren-Programm. Dabei kümmern sich Unternehmer und Manager sehr intensiv um einen Studierenden. Um das Angebot zu professionalisieren, hatte man mich engagiert. Ich hatte mich zwischenzeitlich mit einem Beratungsunternehmen selbstständig gemacht und biete Coaching. Außerdem habe ich als Beiratsmitglied eines deutsch-chinesischen Maschinenbauers einen engen Kontakt zur unternehmerischen Praxis. Das war der Ausgangspunkt zu sagen: Geben Sie doch Ihre Erfahrungen auch an unsere Studierenden weiter.

Frage: Bei welchen Themen liegt Ihr Fokus?

Birgit Suberg: Fragen rund um Strategie, Organisation und das Unternehmertum in China, die Arbeit von Familienunternehmen, von den es hier viele erfolgreiche Beispiele gibt, ebenso wie in Deutschland. Und aus meiner beruflichen Praxis heraus natürlich auch die kulturübergreifende unternehmerische Zusammenarbeit.

Xi'an Jiaotong-Liverpool University
Campus der Xi'an Jiaotong-Liverpool University

Im internationalen Team studieren

Frage: Wie erleben Sie die Studierenden an der XJTLU?

Birgit Suberg: Ich habe sehr sympathische Studierende, denen ich versuche, neue Erfahrungen zu vermitteln. Sie kommen überwiegend aus China und sind sehr interessiert und offen. In den Master-Programmen trifft man auch auf viele internationale Studierende. Sie stammen vor allem aus Indonesien und Thailand, aber auch aus Ländern wie Usbekistan oder Kasachstan. In meiner letzten Master-Klasse waren auch eine Russin, ein Italiener und ein Holländer. Für Studierende aus Deutschland ist das eine tolle Chance, Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen zu treffen. Zu meinem Job gehört es, die Teambildung unter den Studierenden zu fördern, denn bei so vielen Unterschieden muss man lernen, zusammen zu studieren. Wobei Englisch als verbindende Studiensprache den Einstieg natürlich erleichtert.

Frage: Was empfehlen Sie deutschen Studierenden zur Vorbereitung?

Birgit Suberg: Beginnen Sie möglichst schon zu Hause, Chinesisch zu lernen, denn die Sprachbarriere ist höher als anderswo. Lesen Sie viel, um sich vorzubereiten. Und wenn Sie dann hier sind, lassen Sie sich auf Überraschungen ein. Dazu gehört auch, eine zuvor gefasste Meinung zu revidieren. Plötzlich denkt man: Ach, wie interessant ist das denn – und entdeckt dann die vielschichtige Kultur.

Zukunftswerkstatt China

Frage: Ist es schwierig mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Birgit Suberg: Das habe ich nie so empfunden. Man ist hier sehr offen. Ich empfinde die Chinesen als herzlich und zugänglich, aber natürlich gibt es Ups und Downs. Und gegenüber den Studierenden in einem Auslandssemester hatte ich sicherlich immer den Vorteil, von meinem Mann Erklärungen für manches zunächst Verwunderliche zu bekommen. Gerade bei unseren Master-Studierenden, die länger hier sind, nehme ich wahr, wie sie aufblühen. Sie wissen, wer ihnen gerne hilft. Und in China entdecken sie die Welt von morgen.

In vielen Dingen ist man hier weiter als in Deutschland. Es gibt hier eine beeindruckende Dimension von Internet-Integration und viele Apps, bei denen man den Fortschritt spüren kann. Eine Lieferung am Tag der Bestellung ist üblich trotz Landesgröße und zeigt wie fortschrittlich in China Logistikkonzepte sind. Auch das digitale Bezahlen ist hier schon länger eine Selbstverständlichkeit. Im Jahr 2025 werden geschätzt eine Milliarde Chinesen in großen Ballungszentren leben, die Zahl der Familien in der Mittelklasse wird dann wohl über 250 Millionen betragen. Unsere chinesischen Master-Studenten von heute sind Vertreter dieses Mittelstands, deren Einfluss auf globale Märkte wir heute gerade beginnend erleben. Sie werden im Jahr 2025 zwischen 29 und 35 Jahre alt sein. Einige davon persönlich zu kennen, aber auch einfach generell zu wissen, wie sie leben, denken und entscheiden, wird sicher mehr und mehr zu einem individuellen strategischen Vorteil.

Frage: Besteht für die Studierenden die Möglichkeit, auch außerhalb des Campus Erfahrungen zu sammeln, z. B. durch Praktika?

Birgit Suberg: Ja, wir haben tolle Angebote. Unser Visum erlaubt ein Praktikum. Und Suzhou ist voll von bekannten Unternehmen. Firmen wie Bosch oder Roche würden gerne mehr Expats nach China holen. Deshalb sind sie offen für Studierende aus der Heimat, die durch das Auslandsstudium an der XJTLU schon vor Ort sind. Hier können Sie zum Bindeglied zwischen zwei Welten werden.

Studieren an der XJTLU: Chancen ergreifen

Ein Auslandsstudium an der Xi’an Jiaotong-Liverpool University ist eine Chance fürs Leben. Das IEC Beratungsteam zeigt Ihnen die Weg und wie Sie Ihr Auslandsstudium in China finanzieren können.

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