< zurück zum Blog von Alischa Junk
< zurück zum Universitätsprofil: James Cook University Singapore

Fazit - Goodbye Singapore!

Gleich vorneweg, ich hatte eine sehr schöne Zeit in Singapur und kann die Stadt/das Land für einen Auslandsaufenthalt empfehlen. Zu der James Cook University selbst würde ich weder zu- noch abraten, die Qualität der Lehre war meiner Meinung nach unter dem Deutschen Standard, die familiäre Atmosphäre und den engen Kontakt zu den locals habe ich aber als sehr bereichernd empfunden.

 

Ich würde mich jederzeit wieder für einen Auslandsaufenthalt in Singapur entscheiden, die Stadt bietet Tradition und Moderne und einen interessanten Kontrast zu europäischen Großstädten. Die Atmosphäre und der Lebensstil sind vergleichbar mit anderen asiatischen Mega-Cities wie Bangkok oder Shanghai, immer wieder sind aber auch die westlichen Einflüsse erkennbar.  

Allerdings schätze ich den Gewinn an persönlichen Kompetenzen/Soft Skills deutlich höher ein als den fachlichen Gewinn. Das Zusammenleben und gemeinsame Arbeiten mit Studenten aus der asiatischen Welt (vor allem Singapur, China, Indien, Malaysia) birgt Herausforderungen und erfordert Geduld und kulturelles Feingefühl. Vor allem die Unterschiede im individuellen Vorwissen und Sprachlevel, aber auch unterschiedliche Auffassungen von Arbeitsmoral machten die Zusammenarbeit deutlich komplizierter als ich es aus Deutschland oder auch meinem Auslandsaufenthalt in Glasgow gewohnt war. Die Universität selbst legt viel Wert auf Gruppenarbeiten, ihr werdet wahrscheinlich in jedem Modul mindestens eine Aufgabe als Gruppe bearbeiten müssen. Innerhalb dieser Gruppenarbeiten wird nicht differenziert, ihr erhaltet eine Note unabhängig vom erbrachten Aufwand. In meinem Fall lagen die Noten für die Gruppenarbeiten immer spürbar unter denen, die ich für Einzelarbeiten erreichte, was durchaus enttäuschend für mich war.

Die Qualität der Vorlesungen war teilweise vergleichbar mit Deutschland, lag teilweise aber auch niedriger (ich kann mich hier natürlich nur auf die Goethe-Universität in Frankfurt und die von mir besuchten Vorlesungen beziehen). So wurde teils ein sehr traditionelles Rollen- und Familienverständnis vermittelt. Außerdem waren generalisierende Aussagen über Bevölkerungsgruppen meiner Meinung nach genauso deplatziert wie wissenschaftlich nicht belegbare Behauptungen während der Vorlesung (z.B. „Impfen führt zu Autismus“). Natürlich beziehe ich mich hier auf einzelne Lehrende, trotzdem trägt die Universität die Verantwortung für deren Auswahl und auch die vermittelten Inhalte. 

Die Menschen in Singapur und auch die Atmosphäre an der Uni würde ich als offen und freundlich beschreiben, ich hatte keine Probleme Anschluss zu finden und habe in der Zeit Freundschaften geschlossen, von denen ich glaube dass sie lange halten werden. Die Studenten zeigen viel Interesse an anderen Kulturen und es macht Spaß sich mit ihnen auszutauschen. In der Uni selbst gibt es immer wieder kulturelle Feste und Veranstaltungen. Hier könnt ihr traditionelles Essen probieren oder euch kurze Tanz- und Gesangseinlagen der verscheidenen kulturspezifischen Societies ansehen. 

 

Ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch und verabschiede mich bis dahin von der Lion City.

Alischa Junk zuletzt bearbeitet am 06.11.2017