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Mountains and trees and trees and trees...

Hallo ihr Lieben,

mein Australien-Wochenzähler zeigt schon eine 7 an. Ich frage mich, wo die Zeit schon wieder hin ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier die Uhren schneller ticken als bei uns in Deutschland oder die Woche hat einfach einen oder zwei Tage weniger… zumindest gefühlt... Aber wer weiß!?

Auf alle Fälle komme ich nächste Woche endlich mal wieder in den Genuss, Osterferien zu haben. Lang ist es her, als ich dies das letzte Mal behaupten konnte. :) Jedenfalls stehen einige freie Tage auf dem Programm, die darauf warten mit Aktivitäten gefüllt zu werden. Man könnte sich natürlich in die Bibliothek setzen und die Woche mit zweckmäßigen Erledigungen verbringen, da die „Mid-term tests“ die nur mäßig erholte Studentenschaft dann direkt nach den Ferien mit einem frechen Grinsen erwarten. Aber die Realität lässt dann zum Glück doch noch ein Stück auf sich warten.

Außerdem handelt es sich um Multiple Choice Tests und mein schlechtes Gewissen macht gerade nicht den Eindruck, stark genug zu sein, um mich über Ostern in die Bibliothek zu verpflanzen. Die Alternativen sind dafür auch viel zu begehrenswert. J

Auf dem Plan steht Brisbane und die Gold Coast im Südosten Queensland und hält für die „Reisegruppe Germany“ kilometerlange Strände bereit. Paradies, ich komme! :D

 

Letztes Wochenende stand ein weiteres kleines australisches Schmankerl auf dem Programmplan. Ich besuchte mit vielen anderen Studenten – die meisten von ihnen entweder Amerikaner und Deutsche – Katoomba, das Herz der Blue Mountains.

Es ging morgens – zu einer Zeit, die eindeutig vor dem Aufstehen liegt – mit dem Zug in das 110 km westlich von Sydney gelegene Katoomba. Nach knapp 5 Stunden Zugfahrt erreichten wir unser Ziel. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt.

Vor uns offenbarte sich ein zauberhaftes Stück Natur: Regenwald, so weit das Auge reichte, die „Three Sisters“, eine Steinformation, die schon für einige Kalenderblätter Modell stehen musste (Sie können es sich auch echt leisten!) und kleine, aber feine Wasserfälle, die sich uns an den Trampelpfaden durch den Regenwald zeigten.

Ich muss gestehen, Wandern war noch nie meine Leidenschaft – im Gegenteil. Ich gehöre wahrscheinlich zu den größten Wandermuffeln, die die Welt hervorgebracht hat. Aber an diesem Wochenende schaffte nicht mal ich es, irgendein negatives Wort von mir zu geben. Der Ausblick und die frische und klare Luft, die Wanderung, die ab und an doch zur kleinen Klettertour umschwenkte, und meine nette Wandergesellschaft trugen zumindest ununterbrochen dazu bei, dass kein schlechtes Wort auch nur ansatzweise meinen Mund verlassen konnte/ wollte/ durfte.

Vom Startpunkt, dem „Echo Point“, der wohl den touristischsten Blick auf die Hauptattraktion, die „Three Sisters“, offenbarte (siehe Foto), ging es unzählige Treppen und abenteuerliche Stücke Trampelpfad nach unten in die Mitte des Regenwaldes. Gut, dass ich extra an die weißen Turnschuhe gedacht hatte, die von ganz allein und unglaublich zielsicher ihren Weg in die größten Schlammpfützen des Wanderpfades fanden. Aber dieses Opfer bringt man doch gern. Einige von uns erkundeten die Landschaft zu Pferd, andere bevorzugten den Zug, der sie durch den Regenwald frachtete, meine weißen Turnschuhe und ich wählten den „Wander- und Kletterfreunde“-Weg.

Nach mehreren Stunden abenteuerlicher Wanderung und vielen wunderbaren Eindrücken ging es zurück ins YHA-Hostel, wo wir die Nacht verbrachten... na gut... noch nicht ganz. Auch, wenn ich am liebsten tot ins Bett gefallen wäre und Schlafen sich so unglaublich gut angefühlt hätte nach dieser TOrtUR, mussten wir unbedingt noch  einen kleinen Pub ausfindig machen – das war dann auch „the place to be“ für die einheimische und nicht so einheimisch-touristische Bevölkerung... und natürlich wurde das nichts mit dem „nur mal kurz vorbei schauen“!

Die Blue Mountains sind jedenfalls einen Ausflug wert und eine gute Gelegenheit, das Australienfotoalbum und die "Experience-Kammer" im Kopf mit netten Impressionen zu füllen.

 

 

 

Annegret Franzl zuletzt bearbeitet am 28.04.2012