Die passende Universität für Ihr Auslandsstudium:
Uni- und Programmsuche
1.
2.
3.

Auslandssemester in Neuseeland: Hoffentlich ab Sommer 2022 wieder

Olga Elli sitzt in der neuseeländischen Botschaft als Market Development Managerin bei Education New Zealand, einer neuseeländischen Regierungsorganisation. Im Interview erzählt sie, wie in Neuseeland studiert wird, für wen sich ein Auslandssemester dort besonders eignet, gibt Ausflugstipps sowie einen Ausblick für Neuseeland-Interessierte.

IEC: Wie wird in Neuseeland studiert? Welche Besonderheiten gibt es?

Olga Elli: Interessant ist vielleicht zu wissen, dass das akademische Jahr in Neuseeland Ende Februar/ Anfang März losgeht. Im Juli gibt es dann eine kurze Pause, den term break. Dann geht das zweite Semester von Ende Juli/ Anfang August bis Ende November, danach gibt es die langen Semester- bzw. Sommerferien für ganz Neuseeland: Dezember, Januar. Da genießt man in Neuseeland erst mal den schönen Sommer.

Ein kleiner Unterschied zu der Art und Weise, wie man hier studiert, ist vielleicht der, dass man in Neuseeland oft in Häppchen lernt – viele assignments, Tests und Papers zwischendurch. Man beschäftigt sich konstant mit dem Stoff. Die Prüfungsphase konzentriert sich nicht so sehr aufs Ende des Semesters, wie das hier oft der Fall ist.

In Neuseeland erfährt man sehr viel Offenheit, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, nicht nur im Land an sich, sondern auch auf die Universität und das Studium bezogen. Eine Sache, die noch heraussticht, ist die Zugänglichkeit und wirklich das aufrichtige Interesse der Professor*innen gegenüber den Studierenden.

IEC: Für wen eignet sich denn ein Auslandssemester in Neuseeland besonders?

Olga Elli: Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass in Neuseeland für jeden etwas dabei ist. Also, das Land ist so bunt und vielfältig – nicht nur die Natur, sondern auch bezogen auf die Menschen, die Kulturen, die Sprachen, aber natürlich auch das Bildungsangebot von Neuseeland und die vielfältigen Studiengänge und Kurse, die man sich dort aussuchen kann. Neuseeland ist definitiv die richtige Destination für diejenigen, die viel Wert auf ein qualitativ hochwertiges Studium legen. Neuseelands Bildungssystem genießt international einen richtig guten Ruf. Das spiegelt sich auch in sämtlichen Rankings wider, zum Beispiel zählen alle acht neuseeländischen Universitäten zu den besten 3% der Welt, und unter den englischsprachigen Ländern der Welt gilt Neuseeland als das Land, dass seine Studierenden am besten auf die Zukunft vorbereitet.

Für die, die eine sehr praxisnahe Lehre erfahren möchten, die wirklich proaktiv an realen Problemstellungen arbeiten möchten, mit Kommiliton*innen aus aller Welt – für die ist Neuseeland schon der richtige Ort zum Studieren. Aber natürlich auch für all diejenigen, die etwas über Neuseelands indigene Bevölkerung lernen möchten, also die Maoris, deren Kultur oder die Sprache, da gibt es natürlich auch unglaublich viele Möglichkeiten. Jede Universität bietet dazu Kurse und oft auch Workshops für Studierende, die mehr über die Geschichte, die Rituale und so weiter der Maoris erfahren möchten. Das ist definitiv eine einzigartige Erfahrung, die man so nur in Neuseeland sammeln kann.

IEC: Studierende, die nach Neuseeland gehen, wollen ja auch ganz viel sehen vom Land. Welche Ausflüge und Reisen dürfen denn nicht fehlen bei einem Auslandssemester in Neuseeland?

Olga Elli: Beim Thema Reisen oder Ausflüge, da glänzen die Augen natürlich immer, was ja auch verständlich ist, denn Neuseeland ist wirklich so ein wunderschönes, vielseitiges Land. Ja, was darf nicht fehlen? Ich würde sagen, der Abel-Tasman-Nationalpark – einer meiner Favoriten im Norden der Südinsel, in dem man tolle Wanderungen unternehmen kann oder sämtliche Wassersportarten ausführen kann, z.B. Kayaken ist ganz besonders beliebt in Neuseeland. Ein anderes Highlight ist der Fjord Milford Sound, im Südwesten der Südinsel, das ist auch ein wunderschönes Ausflugsziel.

Dann so klassische Dinge: Wer ein Fan von Herr der Ringe oder Hobbit ist, kann natürlich das berühmte Hobbiton-Filmset besichtigen oder auch die vielen, wunderschönen Strände Neuseelands, wie zum Beispiel die Halbinsel Coromandel, die im Norden der Nordinsel ist – ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Touristen, aber auch für Einheimische. Das Tolle an Neuseeland ist auch: Das Land ist ja nicht allzu groß, und wenn man vor oder nach dem Semester mindestens zwei Wochen – je mehr desto besser – Zeit mitbringt, kann man auch schon sehr viel vom Land sehen.

IEC: Wie lässt sich ein Auslandssemester in Neuseeland am besten finanziell stemmen?

Olga Elli: Ja, das Thema Studiengebühren und Kosten allgemein ist natürlich ein Wichtiges und beschäftigt viele Studierende sehr. Die gute Nachricht ist ja, dass es definitiv ein paar Angebote zur finanziellen Unterstützung gibt, zum Beispiel das Auslands-BAföG, das man auf jeden Fall in Betracht ziehen sollte, also auch wenn man kein Inlands-BAföG erhält. Da gibt es einen recht großzügigen Zuschuss von 4.600€ für die Studiengebühren im Ausland und weitere Zuschüsse.

Ich würde auch sagen, es lohnt sich immer wieder auf der Seite der jeweiligen Auslands-Uni zu schauen, ob es da Stipendien gibt, oder auch bei der Heimatuniversität. Eine Sache, die ich auch immer wieder Studierenden ans Herz lege, ist auf der Neuseeland-Seite des DAAD zu schauen. Dort gibt es eine Reihe an verschiedenen Stipendien. Das Interessante dabei ist auch, dass die Stipendiaten nur die einheimischen Gebühren bezahlen. Allerdings ist es auch so, dass man 10 Monate in Neuseeland studieren muss, also nicht nur ein Semester, sondern ein Jahr bleibt.

IEC: Im Moment ist es ja nicht möglich im Auslandssemester vor Ort zu studieren. Wie ist denn die Perspektive?

Olga Elli: Ja, das ist leider nach wie vor eine wirklich schwierige Frage. Die neuseeländische Regierung hat vor Kurzem einen Plan vorgelegt, wie sie mit der Grenzöffnung ab 2022 vorgehen möchte. Wie dieser Plan im Detail aussieht und was das für Studierende aus Deutschland bedeutet, dazu haben wir leider immer noch keine Details. Hinzu kommt, dass kurz nach dieser Kundgebung in Neuseeland wieder Corona-Fälle aufgetreten sind, und Neuseeland kurzerhand beschlossen hat, in Lockdown zu gehen. Da überschlagen sich die Ereignisse momentan, und es ist schwer abzusehen, wie es dann weitergeht. Momentan kriegen wir da keine offiziellen Informationen. Meiner Einschätzung nach ist ein Studium in Neuseeland für Anfang 2022 eher unrealistisch. Aber wir sind voller Hoffnung, dass zumindest Mitte 2022, also im Juli, die Lage schon besser aussieht, und wir da hoffentlich die ersten Studierenden begrüßen können, aber ohne Gewähr.

Wer jetzt schon ins Bildungssystem reinschnuppern möchte, dem empfehle ich die Plattform Future Learn. Dort gibt es kostenlose Online-Kurse von allen neuseeländischen Unis, z.B. Kurse in Sustainability, Englisch, Design Thinking oder Innovation.
 

Wie geht es jetzt weiter? 

Du interessierst dich für ein Auslandssemester in Neuseeland? Auch wenn die Grenzen aktuell geschlossen sind, kannst du dich natürlich trotzdem schon einmal auf die Suche nach deiner Traumuniversität begeben. Hier kommst du zu unseren neuseeländischen Partneruniversitäten

University of Otago

Die University of Otago ist Neuseelands erste Universität. Sie liegt auf der Südinsel und bietet ein pulsierendes Campusleben. Sie hat ein herausragendes akademisches Ansehen und eine starke Forschungstradition.
Beratungsanfrage

Lincoln University

Die Lincoln University ist eine der internationalsten Universitäten des Landes. So fällt es hier besonders leicht viele neue Kommiliton*innen kennen zu lernen, mit denen du zum Beispiel das 20 Autominuten entfernte Christchurch sowie die tolle Landschaft in der Umgebung erkunden kannst.
Beratungsanfrage

University of Auckland

Die University of Auckland liegt direkt in Auckland, einer multikulturellen 1,4 Millionen-Stadt. Viele Buchten und Strände liegen nur wenige Autominuten von der Innenstadt entfernt und auch Ausflüge zu vorgelagerten Inseln sind leicht möglich.
Beratungsanfrage 

Geschrieben von: