Die passende Universität für Ihr Auslandsstudium:
Uni- und Programmsuche
1.
2.
3.

Auslandssemester in Holland und Südkorea trotz Corona

Wie ist es in Zeiten von Corona im Ausland zu studieren? Zwischen unseren IEC Studentinnen Helene und Asia liegen gerade 8.551 km, aber sie verbindet, dass sie mit IEC trotz Corona vor Ort im Auslandssemester studieren. Helene in Holland, Asia in Südkorea. Im Interview erzählen uns die beiden von ihren Erfahrungen.

Neue Erfahrungen im Corona-Auslandssemester

Für viele Studierende bedeutete die Corona-Pandemie dieses Jahr entweder das Auslandssemester abzubrechen oder die Planung erst einmal auf das nächste Jahr zu verschieben. Manche unserer IEC Studierenden, die sich zum Ausbruch der Pandemie im Ausland befanden, sind geblieben und haben trotzdem schöne Erfahrungen gemacht. Wir haben zum Beispiel mit Linus gesprochen, der im März gerade sein Studium in Neuseeland begonnen hatte (Auslandssemester in Neuseeland trotz Corona). Andere wiederrum haben eine ganz besondere Erfahrung gemacht und sich für ein Online-Auslandssemester von Deutschland aus entschieden. Hier haben uns Matilda, Andreas und Sebastian von ihren Erfahrungen berichtet (Online-Auslandssemester in der Corona Pandemie). Und dann gibt es auch Studierende, die nicht bereit waren ihren Traum vom Auslandssemester vor Ort platzen zu lassen und mit der Planung ihres Auslandsaufenthalts trotz Corona weiter gemacht haben. Dazu gehören Helene und Asia, die sich jetzt im Auslandsstudium vor Ort in Holland und Südkorea befinden.

Auslandssemester an der Vrije Universiteit Amsterdam in Holland

Helene, die eigentlich Jura an der Goethe-Universität in Frankfurt studiert, befindet sich gerade im Auslandssemester an der Vrije Universiteit Amsterdam und belegt hier Kurse im Bereich Risk Management for Financial Institutions. Ihre Kurse finden, auf Grund der Größe ihres Studiengangs, ausschließlich online statt. Von Freund/innen weiß Helene aber, dass zu Beginn des Studiums auch Präsenzkurse stattfanden, dann aber mit wesentlich weniger Studierenden. Die Rahmenbedingungen scheinen in Holland zunächst sehr ähnlich zu der Situation in Deutschland. Die Niederlande befinden sich aktuell in einem Teil-Lockdown und die Regierung geht davon aus, dass dieser nicht vor Januar aufgehoben werden kann.

IEC: Helene, wie nehmen Sie die Situation vor Ort derzeit wahr?

Helene (Amsterdam): Hier in Amsterdam herrscht eine große Entspanntheit. Soweit ich das beurteilen kann gibt es eine allgemeine Akzeptanz der Maßnahmen und ich habe auch noch keine Demonstrationen mit Verschwörungsmythiker/innen miterlebt. Vielleicht haben die Niederländer/innen ihre härteren Maßnahmen zu spät durchgesetzt, aber zumindest halten sich alle weitgehend daran.

IEC: Und wie ist das, während Corona im Ausland zu studieren? Trübt die Corona-Pandemie die Erfahrung?

Helene (Amsterdam): Ich habe ehrlich gesagt, als die Entscheidung im Frühling im Raum stand, - geh ich, geh ich nicht -, überhaupt nicht lange darüber nachgedacht. Ich denke, man muss das Leben nehmen wie es kommt und eine gewisse Flexibilität haben. Lohnt es sich hier zu sein? Auf jeden Fall! Ein Land ist ja so viel mehr als seine ganzen Cafés und Kneipen. Amsterdam hat einfach einen guten Spirit, die Leute sind mega nett und man entdeckt so vielleicht auch Ecken, für die man sonst keinen Blick gehabt hätte.

Auslandssemester an der Konkuk University in Südkorea

Auch Asia hat sich dazu entschieden ihr Auslandssemester nicht auf Eis zu legen und hat für ein Semester ihr Betriebtswirtschaftsstudium an der Humboldt Universität in Berlin gegen die Konkuk University in Seoul eingetauscht. Dort belegt sie gerade verschiedene Kurse aus den Bereichen Wirtschaft, Marketing und Kultur. Die Konkuk University, ebenso wie die Hankuk University of Foreign Studies (ebenfalls in Seoul) sind momentan gute Optionen für Asien-Fans, da Südkorea als Musterland in der Corona-Krise gilt. Viele Kurse wurden jedoch auch hier auf Online-Learning umgelegt, das ist auch bei Asia der Fall.

IEC: Asia, Seoul hat die Pandemie laut Medienberichten ja sehr gut im Griff. Was denken Sie über die Lage vor Ort?

Asia (Seoul): In Südkorea ist es unglaublich zu sehen, wie vorbereitet die Menschen sind. Es gibt hier drei Stufen, die mit verschiedenen Maßnahmen verknüpft sind und die eingesetzt werden, sobald die Fallzahlen ein bestimmtes Limit erreichen. Überall wird außerdem ohne Wenn und Aber die Maske getragen. Generell verlässt man sich auf die Richtlinien der Expert/innen und jede/r fühlt sich verantwortlich für den/die andere und für die Entwicklung der Pandemie.

IEC: Wieso haben Sie sich trotz Corona für ein Auslandssemester vor Ort entschieden?

Asia (Seoul): Ich hatte Südkorea schon länger im Kopf, da mich die Idee faszinierte etwas komplett Neues zu sehen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung für meinen Zielort, befand sich Südkorea in einem besseren Zustand als Europa, deswegen habe ich mich einfach beworben. Da ich angenommen wurde und es sowieso eine obligatorische Quarantäne gab, habe ich mich relativ sicher gefühlt.

Sie wollen unbedingt ein Auslandssemester machen? In unserem Corona-FAQ beantworten wir viele Fragen zur momentanen Situation an unseren Partneruniversitäten. Außerdem haben wir Ihnen eine Reihe an Optionen zusammen gestellt, an denen ein Auslandssemester vor Ort möglich sein kann.

Online Learning Holland vs Südkorea

IEC: Sie beide belegen Ihre Kurse gerade ausschließlich online. Welche Unterschiede erkennen Sie zwischen Ihrer Heimatuniversität und der ausländischen Wahluniversität? Was gefällt Ihnen am ausländischen Universitätssystem eventuell sogar besser?

Helene (Amsterdam): Die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ist, zumindest an meiner Uni, ziemlich gut. Alle sind total offen, die Lehrenden stellen sich persönlich am Beginn eines Kurses vor (sogar mit Fotos ihrer Familien und ihren Hobbies), alle nennen sich beim Vornamen und man bekommt sogar die Handynummer vom Prof.

Asia (Seoul): Leider konnte ich bisher nicht die vollständige südkoreanische Uni-Erfahrung machen, da Corona bedingt sehr vieles abgesagt wurde, unter anderem Aktivitäten, die normalerweise außerhalb des Studiums organisiert werden, zum Beispiel Yoga und Tanzkurse an der Uni. Aber schon das Setting meiner Uni in Südkorea ist im Vergleich zur Uni in Berlin sehr anders. Zum Beispiel gibt es einen riesigen Campus mit einem See in der Mitte, einem eigenen Krankenhaus, Studentenwohnheimen und einem Fußballfeld. Sogar wilde Tiere gibt es auf dem Campus zu sehen. Alles ist, so wie der Rest Koreas, sehr gepflegt. Was den Unterricht angeht ist es normalerweise viel weniger theoretisch als ich das von Berlin kenne und Professor/innen versuchen theoretische Konzepte so realitätsnah wie möglich zu präsentieren. In meinem Kurs Internationales Marketing musste ich für ein Projekt eine komplette Firma entwickeln und bis zum Detail planen, als würde ich sie wirklich gründen wollen. Das war sehr herausfordernd, aber im positiven Sinn.

Besonderheiten eines Corona-Semesters

IEC: Anders als zu Beginn der Pandemie wurden Sie nicht, wie viele andere Studierende, die sich zu dieser Zeit im Ausland befanden, von der aktuellen Situation überrascht. Haben Sie sich Ihren Aufenthalt so vorgestellt oder gibt es trotzdem Dinge, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Helene (Amsterdam): Meiner Ansicht nach muss man sich in einem Auslandssemester eh etwas treiben lassen und offen sein. Besonders die erste Zeit war schöner, als ich es mir in Coronazeiten vorgestellt hätte - Amsterdam im Sommer ist einfach super! Ein „Vorteil“ der zweiten Coronawelle ist auf jeden Fall, dass momentan wirklich sehr wenige Touristen in der Stadt sind und man Amsterdam quasi mal „wirklich als Einheimische“ erleben kann. Besonders jetzt in der Weihnachtszeit ist Amsterdam wunderschön geschmückt und beleuchtet und man kann sich einen Glühwein to go holen und einfach durch die Stadt schlendern.

Asia (Seoul): Mir war schon von vorneherein bewusst, dass alle meine Kurse online stattfinden werden. Trotzdem hatte ich die kleine Hoffnung, dass es ab einem bestimmten Punkt im Semester vielleicht wieder Face-to-face Unterricht geben würde. Aber dazu kam es nicht, weil die Fallzahlen nicht niedrig genug waren. Das Remote Learning habe ich aber dafür genutzt, um das Land zu erkunden. Das ist in Südkorea sehr einfach, weil alles ganz leicht zu erreichen ist. Am anderen Ende des Landes ist man schon in einer Stunde mit dem Flugzeug und in drei mit dem Bus. Das Reisen wird durch Corona auch sehr gut kontrolliert. So wird ausgeschlossen, dass jemand mit Symptomen reist. Am Flughafen wird zum Beispiel stets die Körpertemperatur gemessen.

Trotz Corona eine einmalige Erfahrung

IEC: Das klingt auf jeden Fall erst einmal nach mehr Möglichkeiten vor Ort als gedacht. Aber trotzdem bleibt die Situation natürlich eingeschränkt. Glauben Sie Ihre Auslandserfahrung wäre ohne Corona eine sehr andere?

Helene (Amsterdam): Anders wäre es auf jeden Fall, aber am Ende ist ein Auslandssemester auch immer das, was man selbst daraus macht. Ein Vorteil ist jetzt: da nur so wenige Exchange Students hier sind, findet man sich umso schneller.

Asia (Seoul): Mir war zunächst nicht bewusst, dass Südkorea und genauer gesagt Seoul, ein sehr lebhaftes Nachtleben haben. Am Anfang meiner Zeit hier, gab es eine sehr strenge Sperre, was bedeutete, dass Restaurants nur bis 21 Uhr offen hatten und sonst nur Lieferungen angeboten haben und Karaoke-Bars oder Clubs komplett geschlossen waren. Ab Mitte September verbesserte sich die Situation sehr, wodurch dann alles nach und nach geöffnet hat. Und ich war ganz überrascht. Seouls Straßen waren voll mit Leuten, es gab zu jeder Uhrzeit riesige Schlangen vor beliebten Clubs, Bars und Cafés oder Leute standen zahlreich im Kreis um Straßentänzer/innen. Mir wurde gesagt, dass das was ich bisher erlebt habe nur annährend an das Leben ohne Corona rankommt. Ich will also auf jeden Fall noch einmal wiederkommen.

IEC: Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit im Ausland mit, sowohl auf Ihr Studium bezogen als auch auf Ihre persönliche Entwicklung?

Helene (Amsterdam): Auf jeden Fall die Freundschaften zu den tollen Leuten, die ich hier getroffen habe.

Asia (Seoul): Ich habe mich hier so sehr weiterentwickelt. Was das Studium angeht habe ich hier eine neue Art des Lernens kennen gelernt, die mir auch mehr liegt, und mich mehr motiviert als das Studiensystem in Deutschland. Außerdem habe ich hier Fächer gewählt, die sich sehr von meinem Studiengang in Deutschland unterscheiden, die mich aber so sehr interessieren, dass ich darüber nachdenke, vielleicht auch in Deutschland meinen Studienfokus zu erweitern. Was meine persönliche Entwicklung angeht, könnte ich eine endlose Liste schreiben. Ich bin organisierter geworden, weil das ja dazu gehört, um überhaupt ein Auslandssemester zu beginnen. Und sich in einem fremden Land, in einer fremden Sprache und mit fremden Leuten zu verständigen, das prägt auf jeden Fall. Ich glaube, man muss sich wenig Sorgen machen nette Leute zu treffen, da zumindest alle Austauschstudierenden sich genau in der gleichen Situation befinden. Deswegen ist es fast unvermeidbar sich mit jemanden anzufreunden, und wenn nicht, dann hat man trotzdem ein Land zu entdecken. Es hat mich sehr bereichert mal für ein paar Monate in einem anderen Land zu leben und ich kann es nur jedem empfehlen der die Möglichkeit dazu hat. Wir haben das Glück sehr leicht in einem anderen Land studieren zu können und ich glaube man sollte diese Möglichkeit ergreifen, da es auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung fürs Leben bleibt.

Sie träumen auch vom Auslandssemester?

Melden Sie sich bei uns! Wir beraten Sie zu wichtigen Themen wie der Finanzierung und Notenanerkennung und begleiten Sie durch den gesamten Bewerbungsprozess - für Sie komplett kostenlos

Beratungsanfrage

Geschrieben von: