Auslandssemester in den USA: Echtes College-Leben im Bundesstaat New York

Die State University of New York, The College at Plattsburgh ist eine beliebte Destination für ein Auslandssemester in den USA.

Auslandssemester in den USA
Auslandssemester in den USA

Die State University of New York, The College at Plattsburgh bietet echtes amerikanisches College-Leben: Welche Vorteile internationale deutsche Studierende dort erwarten, erzählt Cat Young während ihres Besuchs im Berliner Büro von IEC. Sie ist seit sieben Jahren im Global Education Office tätig und ist heute Associate Director for International Admissions.

Frage: Das College at Plattsburgh gehört zum Verbund der State University of New York. Was bedeutet das für Studierende?

Cat Young: Ja, wir sind einer von 64 Standorten dieser öffentlichen Bildungseinrichtung. Ein wichtiger Vorteil sind die moderaten Studiengebühren bei gleichzeitig hohem akademischen Niveau. Plattsburgh ist ein College mit Tradition: Hier wurden seit 1889 zunächst Lehrer ausgebildet. Sehr früh waren das auch Frauen. Dieses innovative Moment haben wir uns bewahrt. Viele unserer prominenten Professoren sind Frauen. Vor allem ist das College aber übersichtlich. Wir haben 6.000 Studierende und wenn ich auf dem Campus unterwegs bin, treffe ich auf so viele bekannte Gesichter, dass ich manchmal meine, ich würde sie alle kennen.

Frage: Wie groß sind denn die Kurse?

C.Y.: Im Durschnitt wird ein Kurs von 21 Studierenden belegt. Das Verhältnis von Lehrenden liegt bei guten 16 zu 1. Hinzu kommt: Unsere Lehrkräfte wollen Menschen fürs Leben ausbilden. Praxisorientierung steht hoch im Kurs. Was ein europäischer BWL-Student dazu gesagt hat, trifft es gut. Hier hat der Marketing-Prof selbst Marketing gemacht und nicht nur ein schlaues Buch geschrieben.

Frage: Woher kommen die Studierenden?

C.Y.: Die meisten stammen aus dem Bundesstaat New York. Unter den rd. zehn Prozent internationaler Studierender kommt die Mehrheit aus verschiedenen asiatischen Ländern. Aber wir haben auch Studierende aus Afrika und Europa. Das Networking unter den internationalen Studierenden funktioniert übrigens hervorragend. Wenn Sie also als Studierender aus Deutschland Kommilitonen aus aller Welt kennen lernen wollen, ist das ihre Chance. Und gleichzeitig haben sie einen alltäglichen Kontakt mit vielen Amerikanern.

Frage: Welche Studienprogramme sind bei den internationalen Studierenden besonders beliebt?

C.Y.: Ganz vorne liegen natürlich Business-Programme wie Finance oder Accounting. Auch Economics sind beliebt. Zunehmend nachgefragt werden naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie und Chemie. In jedem Fall machen die Englischkenntnisse unserer Gäste spürbare Fortschritte.

Frage: Gibt es spezielle Angebote für internationale Studierende?

C.Y.: Ja, natürlich. Zum Einleben eignet sich z.B. das Programm „Partner in Cross Cultural Learning“. Darin engagieren sich Menschen aus Plattsburgh, die die Studierenden durch den Alltag begleiten und die gerne auch etwas über deren Herkunftsland erfahren wollen. Außerdem haben wir eine Vielzahl an Beratungsangeboten, die allen Studierenden offen stehen – genauso wie meine Bürotür! Hilfreich sind auch die Angebote des Learning Centers. Erfahrungsgemäß kommen gerade die europäischen Studierenden mit guten Englischkenntnissen. Akademisches Schreiben erfordert noch mal eine kleine Anstrengung. Dafür bieten wir Kurse an.

Frage: Wie lebt es sich denn in Plattsburgh?

C.Y.: Sehr gut! Ich bin selbst aus Boston hierher gekommen und habe mich schnell eingelebt. Plattsburgh ist eine Studentenstadt geworden. Das Campusleben ist bunt. Die meisten Studierenden leben in eine unserer zwölf Residence Halls. Aber auch wer sich fürs Wohnen außerhalb entscheidet, ist in fünf bis zehn Minute zu Fuß in der Vorlesung oder der Bibliothek. Ein eigenes Auto brauchen sie also nicht, was in den USA außerhalb der Großstädte ja nicht selbstverständlich ist. Andererseits können Sie schon für 10 USD am Tag einen Wagen leihen. Das lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn Naturfreunde können hier wandern und im Winter Ski laufen. Ein besonderer Clou: Wer in Plattsburgh studiert, bekommt zwei Länder zum Preis von einem. Die kanadische Grenze und Montreal liegen vor der Tür. In einer Stunde können Sie also nicht nur ein anderes Land erleben, sondern auch ins Großstadtleben eintauchen. Allerdings ist das Französisch der Québecois gewöhnungsbedürftig, kann ich Ihnen als ehemalige Französischstudentin verraten.

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