Erfahrungsbericht: Yuliya Prasser

Yuliya Prasser
„Ich habe unheimlich viel gelernt und die Informationen aus dem landeskundlichen Kurs kann ich jetzt direkt fürs Staatsexamen gebrauchen. “

Ich heiße Yuliya. Ich studiere Lehramt Gymnasium mit der Fächerkombination Englisch und Spanisch an der LMU in München. Da für alte Studiengänge ein 6 Monatiger Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land obligatorisch ist, habe ich mich für ein Semester Abroad Program an der CSUF entschieden. Und ich habe meine Entscheidung nicht bereut.
Ich habe 2 Kurse für Spanisch und 2 Kurse für Englisch ausgewählt. Für Spanisch habe ich einen landeskundlichen Kurs über Lateinamerika und einen Textproduktionskurs genommen. Beide Kurse waren von den Muttersprachlern geleitet. Auch 90% der Teilnehmer waren spanischsprachig. Aus diesem Grund konnte ich Spanisch nicht nur während des Unterrichts üben, sondern auch privat, nach dem ich einige Kontakte mit den anderen Studenten geknüpft hatte. Auch akademisch kann ich die 2 Kurse als sehr gut bewerten. Ich habe unheimlich viel gelernt und die Informationen aus dem landeskundlichen Kurs kann ich jetzt direkt fürs Staatsexamen gebrauchen.  
Auch die 2 Englischkurse waren gut. Ich habe beide Kurse im Bereich Literatur gemacht. Ich muss zugeben, dass ich total viel lesen musste. Manchmal stieg das Lesepensum bis zu 400 Seiten pro Woche für die beiden Kurse. Die Textselektion war aber hervorragend. Aus diesem Grund war die Lektüre eher spannend als anstrengend. Wir haben aber jeden gelesenen Text auch detailliert besprochen. Ich habe also das Gefühl, dass ich die Texte aus dem Bereich Young Adult Literature  direkt in meine Staatsexamensliste übernehmen kann und auch später in der Schule als Lektüre einsetzen kann. Ich würde die Kurse Yound Adult Literature bei der Dr. Nowak und Analysis of Literary Forms bei dem Prof. Bonca sehr empfehlen.
Was die Freizeit betrifft, habe ich mich in den ersten Wochen ziemlich einsam gefühlt. Aus diesem Grund würde ich raten, am Semesteranfang bei der Vereinemesse in der Uni vorbeizuschauen. Dort stellen sich alle möglichen studentischen Vereine vor, denen man beitreten kann und somit neue Leute schnell kennenlernen kann. Ich war Mitglied im German-American Cross-Cultural Club und im Spanish Club. Besonders das German-American Club Cross-Cultural Club kann ich empfehlen. Wir haben uns fast jede Woche getroffen und etwas zusammen unternommen. Ich habe mit den Leuten eine total schöne Zeit gehabt. Viele sind auch mein Freunde geworden, was für so eine kurze Zeit erstaunlich ist. Außerdem gibt es immer einmal die Woche ein International Coffee Break, der vom CSUF International Student Office organisiert wird. Da kann man viele internationale Studenten kennenlernen, die auch nach Kontakten suchen. Dahin zu gehen würde ich auch raten.
Ich habe während des Semesters in der University Village gewohnt. Ich würde im Nachhinein sagen, dass es für ein Semester eine gute Wahl war. Ich hatte ein kleines Zimmer in einer „WG“. Die WG war ausgestattet mit Kühlschrank, Herd, Möbeln. Außerdem hatten wir eine Kantine, wo wir laut dem Wohnvertrag 2 Mal am Tag 5 Mal die Woche essen durften. Dieser meal plan war total praktisch aus verschiedenen Gründen. Erstens, kann man in Kalifornien ohne Auto fast nichts machen. Auch ein einfaches Einkaufen ist die Hölle, weil alles zu weit weg ist. Auch ein Fahrrad ist keine gute Lösung, weil es sehr wenige Fahrradwege gibt. Man muss also auf dem Bürgersteig fahren, um im Fahrrad unfreundlichen Verkehr nicht umzukommen. Das ist aber auch ungünstig, weil die Ampeln normalerweise nicht selbst schalten. Also muss man jedes Mal einen Knopf an der Ampel drücken und lange warten bis man rübergehen kann. Ich will damit sagen, dass die Kantine 5 Mal die Woche total viel Zeit und Kosten gespart hat. Außerdem war das Essen dort viel gesünder als wenn man es immer von irgendwo in der Nähe holen hätte müssen. Und wenn ihr ein kleines Zimmer wählt, statt large oder deluxe, zahlt ihr 975$ monatlich inkl. Essen, was für Kalifornien kein schlechter Preis ist.
Die University Village war auch deswegen gut, weil dort ganz viele internationale Studenten wohnen. Das Personal macht regelmäßig Veranstaltungen, damit sich die Einwohner kennenlernen und sich nicht einsam fühlen. Auf dieser Weise kann man auch schnell einen Anschluss im fremden Land finden.
Leider hatte die UV auch Nachteile. Das ganze appartment complex ist schon ein bisschen veraltet. Außerdem werden die zusätzlich zur Miete anfallenden Kosten im Wohnvertrag nicht aufgeführt. Z.B. es wird ein WiFi versprochen, was auch tatsächlich gibt. Jedoch ist es so furchtbar langsam, dass man bei der Nutzung verrückt wird. Also kauft man sich für ca. 60$/Monat pro WG sein eigenes Internet. Auch um im complex waschen zu können, muss man eine laundry card kaufen und 1$ pro Waschmaschinen- oder Trocknervorgang zahlen.

Insgesamt hat mir mein Auslandsaufenthalt total viel Spaß gemacht. Also zögert nicht lange mit der Entscheidung und meldet euch bei der CSUF an!

Downtown Disney
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