Erfahrungsbericht: Sylvia Hartmann

Sylvia Hartmann
„Danke an IEC und die Leute, die mich unterstützt haben, als Freemover ins Ausland zu gehen. It was worth it.“

Ein kleiner Bericht

Hallo, ich bin Sylvia und habe, mit der Hilfe von IEC, ein Auslandssemester an der TRENT University in Peterborough, Kanada absolviert. Am Anfang meiner Suche wusste ich nicht, wo ich überhaupt hin wollte (irgendwas, wo Englisch gesprochen wird) und hatte mich an das IEC gewandt. Sie haben mich beraten und mir Broschüren von ein paar guten Universitäten gegeben. TRENT wurde mir empfohlen, da von dieser Universität nur gutes Feedback kam. „So, TRENT it is.“

Angekommen in Kanada, wurden die Austauschstudenten aller Herren Länder vom Flughafen in ein Camp (TIP Camp) gefahren,bei dem wir uns dann einige Tage beschnuppern durften. Gefüllt mit einem unterhaltsamen Programm und ein paar Seminaren, über das Leben in Kanada, haben wir die Zeit an einem wunderbaren See verbracht und dabei bereits einige Freundschaften geschlossen. Ich war erstaunt, wie viele verschiedene Nationen dort anzutreffen waren; vor allem so viele Asiaten. (Oh, ich muss dazu sagen, ich hatte mich für das TIP Camp vorher angemeldet.)

Danach ging es zum TRENT-Campus. Die Welcome Week hatte schon vor ein paar Stunden begonnen und verrückte Leute waren auf dem Campus - es waren Studenten. O.o Die erste Woche auf dem Campus war genial. Ein unterhaltsames Programm für die Freshmen wurde von den Verantwortlichen der Universität und den Studenten der höheren Semester zusammengestellt. Es wurde „gebattled“ was das Zeug hält. Man muss dazu sagen, dass es auf dem Campus vier Colleges gibt, die gegeneinander antreten, welches jetzt das bessere College sei. Eine total verrückte Woche…. „LEC wwwoooooww!!!!“ Ich hatte zuvor ein Doppelzimmer auf dem Campus gebucht und prompt meine Mitbewohnerin kennengelernt – eine Kanadierin. Ich fand es super, denn so konnte ich viel von der kanadischen Kultur lernen. Einige andere Studenten, wie z.B. von der Uni Freiburg (Partneruniversität), haben in der Stadt Peterborough gelebt, da es günstiger war. Na ja, dafür haben sie von dem TRENT-Spirit nicht vielmitbekommen. ;)

Nach der Einführungswoche ging es aber los mit dem Studium: Bücher kaufen und lesen… So viel gelesen hatte ich seit langem nicht mehr. Ein IEC-Vertreter hatte uns„Gesandte“ auch im Oktober besucht, um die Uni und die Lage zu checken. Keine Frage: war alles super. Das International Office hatte manchmal Berge versetzt, nur damit es uns gut geht. OK, OK, wir haben auch gut dafür bezahlt, aber ich fand es super. Vor allem Kate Logan möchte ich danken!!! Sie ist die gute Seele von TRENT. Seitdem ich die Zusage bekommen hatte, bekam ich viele hilfreiche Emails vom TIP-Team. Sie erklärten einfach und präzise, was ich alles machen kann und wie ich es machen kann. Die Internetseite von TRENT ist auch super gestaltet, informativ und sehr innovativ.

Als TRENT-Student bekommt man eine Chipkarte, mit der man alles machen kann: Bus fahren, Bücher ausleihen, auf dem Campus Essen kaufen und Vergünstigungengenießen. Ja, wo waren wir? … Ah, das eigentliche Studieren. Trotz Readings, Tests und Assignments war noch Zeit, um zu reisen und die Gegend zu genießen. Niagara Falls, Petroglyphsund Camp Wanapitei (Temagami) waren z.B. auf meiner Liste. Natürlich ist man auch in die Metropolen nach Toronto und Ottawa gefahren – liegt ja nahe. Mit dem Greyhound konnte man viel mit dem Bus erreichen.

Das Semester ging schnell vorbei. Ich hatte schnell gemerkt, dass, wenn du einfach nur ein bisschen fleißig bist, schnell ein „A“ bekommst - also keine Panik. Für Internationals gibt es auch ein Hilfeprogramm (Academic Skills Centre), was dir z.B. beim Schreiben deiner Essays hilft. Die Professoren waren echt nett und der Campus zwar recht klein aber wunderschön.

Alles ist grün bei TRENT. Die Universität legt sehr viel Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit. Sie liegt sogar im Grünen und der Otonabee fließt mitten durch denCampus. Die Mensen und Shops auf dem Campus waren zwar nicht immer sooo gesund, aber es gab immer eine riesen Salatbar, frisches Obst und vegetarische Gerichte. Am Ende mochte ich die Mensen sogar - vor allem das Pancake-Ahornsirup-Würstchen-Frühstück oder die Waffeln oder....Um von der Uni nach Downtown zu kommen, muss man den Bus nehmen, aber da kommt alle 10 bis 20 min. einer. Also keine Angst, es ist alles gut organisiert. Er kommt zwar nicht immer pünktlich, aber er kommt.

Die Clubszene Downtown ist zwar nicht so groß, aber es gibt coole Locations und tolle Bars. Silvester habe ich z.B. in einem Club gefeiert und es war super. Übrigens wenn ihr euch ein bisschen Zeit nehmt, könnt ihr die virtuelle Tour mit machen. Sie zeigt alles was ihr wissen wollt. Sehr cool gemacht: http://www.trentu.ca/takeatour/?p=home. TRENT organisiert zudem total viel, also muss man nicht immer in die Stadt fahren. Es gibt auch viele Vereine und Sportangebote auf dem Campus. Aber auch die Studenten übernehmen schon im ersten Jahr sehr viel Verantwortung, z.B. kann man sich im Erste-Hilfe-Team engagieren oder beim Walk-Home-Programm mit machen. Man übernimmt Schichten und ist dann immer Abrufbereit, und erhält natürlich auch etwas Geld. ;)

Es gibt viele Jobs auf dem Campus und in der Stadt. Viele Studenten arbeiten nebenbei, um sich das Studium zu finanzieren. Internationals brauchen eine Arbeitserlaubnis. Als Deutscher brauch man ja kein Visum, um in Kanada zu studieren, aber um zu arbeiten muss man sich vor der Einreise die Arbeitserlaubnis bei der Kanadischen Botschaft besorgen. Bei mir war das kein Problem. Ich habe mich einfach ein halbes Jahr vorher für eine Work&Travel-Erlaubnis beworben und sie auch prompt bekommen. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl, die pro Jahr vergeben wird, also schnell sein!

Im Dezember war das Semester vorbei und es hieß Abschied nehmen. Ich hatte eigentlich keine Lust wieder nach Hause zu fliegen, also habe ich mich um einen Praktikumsplatz bemüht. Das war aber auch mühselig. Man muss dazu sagen, dass die Kanadier nicht wirklich Praktika kennen.Der Normalfall ist der Summerjob – blöd, denn es war Winter. Durch Connections, habe ich dann einen Platz gefunden und noch ein halbes Jahr länger in Kanada verbracht. Ach ja, ich mag die Kanadier; sie sind so freundlich und offen. Weihnachten habe ich z.B. bei der Familie meiner Mitbewohnerin in Ottawa verbracht. Eine weitere tolle Erfahrung war mein vierwöchiger Trip von der Ost- bis zur Westküste von Kanada mit dem Zug VIA Rail. Da habe ich erst gemerkt wie groß das Land ist.

Der schönste Stopp war Jasper in den Rockies. OK, Vancouver war auch super schön; vor allem die
Parks... Na ja, man merkt, ich liebe die Natur; und die ist in Kanada atemberaubend. Ich habe viel gesehen und viele nette Kanadier kennengelernt (sogar im Zug). Das Beste war, dass ich kein einziges Mal ein Hotel brauchte, weil ich immer bei Freunden von Freunden vom Vermieter, vom Chef etc. kostenlos übernachten konnte. Tja, die Kanadier... Und jetzt bin ich wieder hier und vermisse das Land und die Menschen...

Fakten:
Zeitraum: Sept. – Dez. 2009 (Semester) / Jan. – Jul. 2010 (Praktikum)
Universität: TRENT University, Peterborough, Ontario, Kanada
Fachbereich: Business Administration
International Office: sehr kompetent und hilfsbereit
Dozenten: sehr hilfsbereit und rücksichtsvoll, man konnte gut mit ihnen reden
Studenten: sehr cool drauf und hilfsbereit, als International bist du an sich schon
interessant
Unterrichtsform:Sehr praxisnah (zumindest meine Kurse), Gäste aus der freien
Wirtschaft wurden in jedem Kurs eingeladen
Workload:Schon viel zu tun, aber dafür einfach, man sollte das Academic Skills
Centre nutzen
Verpflegung:Wer auf dem Campus lebt, muss immer einen Mealplan in Anspruch
nehmen und auf dem Campus in den Mensen und Shops die
Verpflegung kaufen / man kann sich auch einen Kühlschrank
ausleihen und natürlich selbst ein paar Sachen in der Stadt kaufen
Freizeit: viele Angebote: Sportprogramme, Vereine (z.B. German Club), aber
auch Aufenthaltsräume mit Billardtisch und Fernseher
Kosten: 50 CAD für die Bewerbung
7.800 CAD Studiengebühren für Internationals
4.300 CAD Doppelzimmer LEC und Verpflegung (Mealplan) auf dem Campus
260 CAD TRENT-Kranken-/Zahnversicherung
10 CAD Zwischenzeugnisausstellung

Der Umrechnungskurs CAD – EURO war 2009 bei ca. 1,65. Es war schon nicht billig, aber das Bafög-
Amt hatte 6.500 Euro für Studiengebühren, 1.000 Euro für Flugkosten pauschal bezahlt und ich
habe den erhöhten Bafög-Satz für Auslandsaufenthalte bekommen. Falls jemand von euch Fragen hat, stehe ich gern zur Verfügung. Meine Email-Adresse ist [email protected] freenet.de. Danke an IEC und die Leute, die mich unterstützt haben, als Freemover ins Ausland zu gehen. It was worth it. :)

PS: Falls ihr euch für TRENT entscheidet, geht ins LEC College. LEC rules! Oh, und benutzt das Wort „awesome“ relativ häufig, dann kann nix schief gehen. ;) Awesome!!!!!

The Canadian