Erfahrungsbericht: Steffen Kreft

Steffen Kreft
„Für mich ist es vor allem inspirierend eine neue Kultur kennenzulernen und sich darin einzugliedern.“

Was war für Dich der ausschlaggebende Punkt, im Ausland zu studieren?

Ich war 2003 für eine Rucksackreise in NZ. Die Landschaft und vor allem die unglaublich zuvorkommenden, freundlichen und interessierten Kiwis haben mein Interesse geweckt.

Wie wichtig ist Auslandserfahrung in einem kreativen Beruf?

Für mich ist es vor allem inspirierend, eine neue Kultur kennen zu lernen und sich darin einzugliedern. Da man im Designbereich sehr verschiedene Kunden haben kann, ist es wichtig, sich in verschiedene Zielgruppen hineindenken zu können. Hierfür ist es sehr von Vorteil, wenn man bereits viele verschiedene Sichtweisen von Menschen erlebt und nachvollzogen hat. Wo kann man das besser als in einem anderen Land?

Wie ist das Studium an der Massey University organisiert?

Im ersten Semester haben wir uns mit allen Masterstudenten und Betreuern wöchentlich in einer Klasse gesehen und die Entwicklung unseres Designprojektes besprochen. Hier hatten wir einige Präsentations-Deadlines, die literature review und einen Essay beinhalteten. Im zweiten Semester habe ich jetzt ziemlich viel Freiheit, kann in meinem riesigen Studio, das mir von der Uni gestellt wird, arbeiten und treffe meine supervisors ca. alle zwei Wochen, um über mein Projekt zu sprechen.

Wie viele andere Studenten waren in Deinen Kursen?

Wir sind insgesamt 4 Masterstudenten und ein PhD Kandidat.

Gibt es Unterschiede zu deinem Studium in Deutschland?

Der Master in Neuseeland ist etwas schreibintensiver als das Diplom in Deutschland. Deshalb muss ich mich in Neuseeland zum ersten Mal wirklich und aktiv mit bspw. Fußnoten und Quellennachweis auseinandersetzen. In Deutschland ist es im kreativen Bereich alles sehr praxisorientiert. Hier in Neuseeland werden Dinge wie research, method and methodology auch in der Masters Thesis sehr groß geschrieben. Das finde ich insofern gut, als dass ich dadurch gut englisch lerne und eine gute akademische Bildung beigebracht bekomme. Allerdings denke ich auch, dass zu viel Zeit für die freie Arbeit am Projekt verloren geht. Das finde ich manchmal schade.

Wie schätzt Du den Praxisbezug innerhalb deines Auslandsstudiums ein?

Sowohl in Deutschland als auch in Neuseeland kann man den Praxisbezug im Abschlusssemester selber wählen. Ob man ein Projekt mit tatsächlichem Kunden oder ein künstlerisches Experiment macht ist freigestellt, solange man weiß, was man warum tut und das überzeugend beschreiben kann.

Was zeichnet die Massey University besonders aus?

Hilfsbereite Professoren. Für die Masterstudenten steht relativ viel Geld zu Verfügung, ein riesiges Atelier mit allem, was man braucht. Seht gute Werkstätten im Bereich Produktdesign, interessierte und nette Studenten.