Erfahrungsbericht: Sophie Landmann

Sophie Landmann
„Habt eine wunderbare Zeit und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass der Abschied am Ende viel zu früh kommt. :)“

Hallo ihr,

Soll ich das wirklich machen? Allein und so viele Kilometer weit weg? Oder nehm ich meine/n beste/n Freund/in mit? Verändere ich mich so stark, dass ich dann daheim nicht mehr in meinen Freundeskreis reinpasse? Vermisse ich meine Familie so sehr, dass ich frühzeitig heimfahren will? Was ist, wenn ich keine neuen Freunde finde?
Den Anfang hat wohl jeder zu bewältigen und dabei kann euch auch keiner wirklich helfen. Aber das ist der erste Schritt in eine unvergessliche Zeit, für die es außer viel Papierkram eben auch mentale Hürden zu Überwinden gilt.

Die Entscheidung

Für mich war die Entscheidung für ein Semester (Auslandssemester) nach San Diego zu gehen geprägt davon, dass ich schon während meiner Gymnasialzeit auf dem Nordamerikanischen Kontinent Großartiges erleben durfte. Die Faszination, die die USA ausstrahlt, wird auch euch schnell packen und mitreissen. :) San Diego bietet einfach alles, eine super Uni mit traumhaften Campus, den Pazifik im Westen, Mexiko im Süden (Tijuana ist übrigens null und gar nicht sehenswert), die Bergketten und die endlose Wüste im Osten und L.A. im Norden - was will man mehr?! Auch im Stadtbereich, bleibt keine Facette unbeachtet. Balboa Park hat horrende Ausmaße samt Zoo und gigantisch schöne Bauwerke, die fast an den Orient erinnern, Downtown ist nicht zu klein und nicht zu groß, das Nachtleben boomt, die reichen Viertel wie La Jolla und Del Mar runden das Stadtbild als wahrer Augenschmaus ab.

Die Universität

Die Uni war schlichtweg perfekt! Nicht nur das Ambiente ist wie aus dem Bilderbuch und die Uni bietet alles, was das Studienherz begehrt, auch die Professoren sind hilfsbereit, aufgeschlossen, kompetent, und vor allem haben sie Lust am Lehren! Meine Kurse hatten zwischen 60 und 500 Studenten, die Dozenten hatten aber trotzdem immer ein freundliches Wort für jeden und nahmen sich Zeit für Fragen, auch mal welche, die nicht unbedingt themenbezogen waren. Besonders toll fand ich den praktischen Aspekt, der die Kurse ausgezeichnet hat. Filme, betroffene Personen in live, Fallstudien und schriftliche Hausarbeiten waren Gang und Gebe.
Entgegen der Vorurteile, dass die amerikanischen Unis viel einfacher zu bewältigen wären, habe ich viel mehr lernen und arbeiten müssen als in Deutschland. Die zwei- bis wöchentlichen Tests und permanenten schriftlichen Hausarbeiten gehen auf Dauer ganz schön ans Gemüt und der Lerngeist sackt irgendwann auch in sich zusammen. Abhilfe schafft hierbei ein Sport- (ENS-) kurs, der auch als ein Studienpunkt angerechnet werden kann. Neben typischen Sportarten direkt auf dem Campus, kann man auch den Weg ins MBAC (Mission Bay Aquatic Center) auf sich nehmen und etwas Südkalifornisches, z.B. Surfen (Achtung, Wasser ist super kalt!!!) oder Kayaking ausprobieren. Für die weniger Sport-Versierten gibt es natürlich zahlreiche andere Dinge, wie Chor, Theater, Sprachen und Fraternities verschiedenster Art. Außerdem sollte man sich unbedingt an die "vier Kurse für Bachelor und drei für Master" - Regel halten und nicht wie ich sieben belegen! ;) Meine Uni kann ich also nur wärmstens empfehlen, es war einfach awesome!!!

Unterkunft

Zu Überlegen bleibt allerdings, ob man sich in einen Dorm quält. Die sind sehr alt und der Platz, den man sich zu zweit teilt, ist sehr gering. Am besten früh genug umhören, denn es gibt viele billigere und schönere Unterkünfte, die zu mieten sind und auch direkt an der Uni liegen. Für alles, was ihr sucht (von Auto bis Wohnung) schaut unbedingt auf der Seite von craigslist. Eine Anmerkung noch zur Wohnung: Ich denke, ich darf keinen Namen nennen, aber bitte haltet euch von einem schwarzhaarigen Vermieter mit den Initialen T.S. fern, der eine seltsame Stimme hat. Er vermietet viele Immobilien, ist aber nicht ganz legal unterwegs...

Nun setzt euch ran, es gibt viele Papierchen auszufüllen (ja, doppelt und dreifach) und viel Internetrecherche, die auf euch zu kommt. Fakt ist: Es lohnt sich!!!!

Habt eine wunderbare Zeit und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass der Abschied am Ende viel zu früh kommt. :)

San Diego Stadion
Stadion, San Diego