Erfahrungsbericht: René Schubert

René Schubert
„Die Uni bietet alles, was das Studentenherz im Vorlesungsalltag und an Freizeitaktivitäten begehrt.“

Der ausschlaggebende Punkt, im Ausland zu studieren

Den Wunsch, zumindest ein Semester während meines Studiums im Ausland zu verbringen, hegte ich schon länger. Leider bot sich mir die Möglichkeit während des Bachelor-Studiums nicht wirklich und so verschob sich die gesamte Planung in den Master.

Neuseeland strahlte schon immer einen ganz besonderen Reiz auf mich aus und sämtliche Erwartungen haben sich restlos erfüllt. Die Eindrücke einer anderen Kultur, neue Freunde und das Leben in einem bisher für mich recht unentdeckten Land auf der anderen Seite des Erdballs haben das Semester zu einem großartigen Erlebnis für mich gemacht und werden in meiner Erinnerung unvergesslich bleiben.

Ein weiterer Pluspunkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das Renommee der Business Faculty in Auckland, welches die letztendliche Entscheidung deutlich erleichtert hat.

Sicherlich ist diese Frage eher Typen-abhängig. Allgemein kann man aber sagen, dass sich vollkommen neue Horizonte für jeden einzelnen eröffnen können. Natürlich nur, wenn man solch einer Zeit mit der nötigen Vorfreude und Offenheit entgegentritt. Die gesammelte Erfahrung kann einem später keiner mehr nehmen und wird sich bestimmt prägend auf die eigene Zukunft auswirken.

Dozenten an der University of Auckland

Generell haben Neuseeländer untereinander, sowie auch mit Ausländern eine freundschaftliche, hilfsbereite und unkomplizierte Umgangsart. Das macht viele Dinge am Anfang natürlich sehr einfach und hilft sich in einem neuen Land einzuleben.

Dozenten und Professoren haben hier immer ein offenes Ohr für die Studenten. Neben vielen verschiedenen Einrichtungen, an welche man sich bei Anliegen jeglicher Art wenden kann, nehmen sich auch Dozenten jederzeit den studentischen Problemchen und Fragen an. Dafür sind auch nicht zwangsläufig vorher fixierte Termine notwendig. Einen Vergleich mit deutschen Unis zu ziehen wäre in diesem Zusammenhang aber sicherlich falsch.

Die Dozenten in meinen Kursen waren zu jeder Zeit absolut hilfsbereit, verlangten andererseits aber auch viel von einem ab. Dazu gehören jede Menge Assignments und Essays sowie die wirklich intensive Vor- und Nachbereitung jeder einzelnen Vorlesung. Fachlich waren sie absolute Spitze und ich habe mich auf jede einzelne Veranstaltung gefreut. Aufgrund der Größe der Universität mit mehreren Standorten im gesamten Stadtgebiet und den zahlreichen Fakultäten ist dies aber nur meine ganz persönliche, recht begrenzte Perspektive.

Studieninhalte und der Unterricht

Ich habe mich entschieden, Vorlesungen aus unterschiedlichen Departments (Information Systems and Operations Management, International Business, Marketing) an der Business Faculty zu belegen, da diese recht gut in mein Studium an der Uni Passau passen.

Dabei sollte man beachten, dass postgraduale Studenten in Auckland häufig nur Vorlesungen in einem Department der Business Faculty belegen und ihren Abschluss auch in dem jeweiligen Fachgebiet machen. Für mich hatte die Auswahl der Vorlesungen den Vorteil, mit vielen verschiedenen Studenten und Professoren in Kontakt zu treten und einfach ein bisschen über den Tellerrand der einzelnen Departments hinauszuschauen.

Eine der Annehmlichkeiten eines postgradualen Studiums bzw. einen Teil davon in Auckland zu absolvieren, ist die sehr geringe Zahl an Studenten in den Kursen. Die Kurse waren mit 10-15 Studenten in einer äußerst angenehmen Größe und tragen ohne Frage zum Lernerfolg bei. Der Umgang mit den Kommilitonen war stets angenehm und es ist keine Seltenheit, dass sich hierbei auch wirklich gute Freundschaften entwickeln. Zusätzlich haben postgraduale Studenten in der Business Faculty den Vorteil von eigenen PC-Labors, Aufenthaltsräumen und einer Bibliothek, was das Studieren doch eminent erleichtert. 

BWL Master ist Top an der University of Auckland

Eine Empfehlung kann ich generell allen BWL Master-Studenten geben. Die Begebenheiten in dieser Fakultät sind wirklich einmalig und bieten unendliche Entfaltungsmöglichkeiten. Der Neubau der Business Faculty wurde erst 2008 fertig gestellt und macht einfach nur Spaß am Studieren. Natürlich ist es Sache eines jeden einzelnen, ob man am „Ende der Welt“ (für deutsche Verhältnisse) studieren möchte, aber einen Fehler macht man damit definitiv nicht!

Tipps zur Wohnungssuche

Leider hatte ich trotz einiger Bemühungen im Voraus nicht die Möglichkeit in einem der Studentenwohnheime in der Stadt unterzukommen. Demzufolge habe ich mich die ersten Tage mit einem Hostel arrangiert. Es ist allerdings nicht sonderlich schwer, mit ein wenig Kontaktfreudigkeit, die passende Unterkunft zu finden. Wie auch in der deutschen Heimat gibt es gewisse Unterschiede zwischen den städtischen Randgebieten und Unterkünften in unmittelbarer Nähe zur Uni und zum Stadtzentrum. Plant man nur ein Semester in Auckland zu verbringen, kann ich nur dringendst empfehlen, etwas in der City zu suchen, um sich lästige Busfahrten zu ersparen…

Auckland kann größer sein, als man es von einer neuseeländischen Großstadt erwartet ;-). Letztendlich bin ich in einer privaten Studentenunterkunft fündig geworden, in der ich mich pudelwohl gefühlt habe. Außerdem gibt es viele „Host-families“ (auch im Zentrum), die zu recht günstigen Konditionen Zimmer zur Verfügung stellen. Also zum Beginn einfach Augen und Ohren offen halten, mit Kommilitonen kurzschließen und dann klappt es auch bei der Wohnungssuche.

Auckland: Tipps zur Stadt

Auckland pulsiert tags und nachts. Es gibt zahlreiche Dinge, die ein Muss für jeden Möchtegern-„Jaffa“ (Just another f****** fabulous Aucklander) sind. Dazu gehören unter anderem ein Skytower-Besuch (das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre), entspannt am Hafen der „City of Sails“ entlang schlendern und anschließend gemütlich Kaffee schlürfen im Viaduct, von Devonport und One Tree Hill beeindruckende Blicke auf die Skyline der Innenstadt genießen, den eigenen Schweinehund überwinden und sich von der Harbour Bridge stürzen, Rugby-Spiele im Eden Park anschauen oder einfach einen der zahlreichen Clubs zum Feiern ansteuern.

Neben all diesen großstädtischen Aktivitäten gibt es aber auch viel Natur, Wasser und beeindruckende Panoramen in Auckland. Ausflüge zu den Islands nach Waiheke oder den glücklicherweise nicht mehr aktiven Vulkan Rangitoto gehören genauso zum „Pflichtprogramm“, wie das Planschen am schwarzen Sandstrand in Piha. All das sind nur Auszüge von zahlreichen Beschäftigungen, die allen (ausländischen) Studierenden in der Orientierungswoche und auch später in ausreichender Fülle näher gebracht werden.

Neuseeland: Tipps zum Land

In Auckland gewesen zu sein, ohne die Nord -und Südinsel Neuseelands zu bereisen, wäre ein absoluter Fehler. Dieses Land hat so ziemlich alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Und macht aus jedem Stadtkind einen Liebhaber von überwältigenden Natur-Kulissen, die sich einem in dieser Kombination wahrscheinlich so nur in Neuseeland bieten werden. Von kilometerlangen weißen Sandstränden über von Schafen und Kühen bedeckte grüne Hügellandschaften bis zu hochalpinen Bergketten und Gletschern gibt es einfach alles zu sehen.

Mit Delfinen in der Bay of Islands schwimmen, einsame Strände und Regenwaldlandschaften in Coromandel entdecken, Gisbornes Strände zum Wellenreiten nutzen, Dunedins Pinguinkolonien in freier Wildbahn an einem vorbeigehen sehen, Wale in Kaikoura beobachten, Sandboarden an beeindruckend hohen Sanddünen am Cape Reinga, Segeln auf dem Lake Taupo, Bungy-Springen und Snowboarden in Queenstown oder eine Schiffstour im Milford Sound mit seinen Berg-„Wasserfällen“ sind nur ein paar Highlights, die sich so noch leicht fortsetzen lassen könnten. Alleine darüber könnte man Romane verfassen. Natürlich sollte man sich auch ausreichend Zeit nehmen, um die maorische (Maori=Ureinwohner Neuseelands) Kultur kennen zu lernen. Was ich aber eigentlich sagen möchte ist: Neuseeland ist definitiv eine Reise wert!

Tipps zur Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Für die Vorbereitung sollte man sich ausreichend Zeit lassen. Und das ist nicht nur ein wertlos daher geschriebener Satz. Ein halbes Jahr muss man mindestens einplanen, insbesondere wenn man parallel noch im eigenen Semester an der heimischen Uni steckt. Also früh genug die eigenen Präferenzen abstecken und Bewerbungen an die Wunsch-Unis schicken. Der administrative Aufwand ist dabei mit unterschiedlicher Hilfe (u.a. von IEC) deutlich leichter zu bewältigen. Beachten sollte man die Organisation der Learning Agreements an der heimischen Universität um, aus der Studienperspektive gesehen, nicht mit leeren Händen nach solch einem Semester dazustehen. Nach erfolgreicher Zusage der Uni kann man sich dann auf ein aufregendes und spannendes Semester freuen.

Allen, den ich den Mund ein bisschen wässrig machen konnte, kann ich die Stadt, das Land und die Leute hier nur wärmstens empfehlen. Die Uni bietet alles, was das Studentenherz im Vorlesungsalltag und an Freizeitaktivitäten begehrt.  Das ein solches Auslandssemester natürlich eine gewisse finanzielle Anstrengung für jeden einzelnen bedeutet, ist mir durchaus bewusst. Allerdings wiegen die gesammelten Eindrücke, Erfahrungen und Freundschaften dies bei weitem auf und ausreichend Unterstützungsmöglichkeiten gibt es in Deutschland ja durchaus!

Schlussendlich möchte ich beim IEC-Team, aber insbesondere David Nitschke, für die stets angenehme Bewerbungshilfe bedanken. Die gesamte Organisation ging weitestgehend reibungslos über die Bühne und dank des engen Kontaktes mit David fühlte ich mich immer sehr gut aufgehoben!

Beste Grüße,
René

P.S.: Solltet Ihr Fragen zu Neuseeland, Auckland oder dem Auslandssemester haben, könnt Ihr mich gern unter folgender Mail-Adresse kontaktieren: rene-schubert(a)gmx.de

Sunset Bay of Islands