Erfahrungsbericht: Philipp Wallaschek

Philipp Wallaschek
„Trau dich!“

Nach langem Überlegen habe ich mich dafür entschieden ein Semester (genau genommen mein 5. Fachsemester) an der QUT in Brisbane, QLD, Australien zu verbringen und kann jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass das die beste Entscheidung meines Lebens gewesen ist.

IEC stand mir dabei immer zur Seite und hat mich durch den Bewerbungsprozess begleitet, der zusammenfassend gesagt viel einfacher gewesen ist als gedacht. Da ich mich sehr früh beworben habe, hatte ich schnell alle Unterlagen zusammen und auch der Antrag für das Auslands-BaFög war zügig eingereicht und bewilligt. Nachdem ich das Visum beantragt und meine Flüge gebucht habe, hieß es dann erstmal noch eine ganze Weile warten bis das Abenteuer endlich losging. An dieser Stelle ein TIpp an alle, die auch nach Australien oder generell ins Ausland gehen wollen.

Falls ihr nur ein Semester macht, empfehle ich euch direkt ein return Ticket zu kaufen, welches man aber auch umbuchen kann. Ich habe im Endeffekt das Datum meines Rückfluges verlegt und trotzdem wesentlich weniger gezahlt als die meisten, die oneway-Tickets nach/von Australien gebucht haben.

Anfang Juli ging es dann für mich los. Von Frankfurt ging es über Abu Dhabi und Sydney nach Brisbane wo es bei meiner Ankunft spät abends doch fast so warm war wie zuhause in Siegen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass wir in Siegen nicht immer das tollste Wetter haben, aber andererseits muss man dazu sagen, dass in Australien zu dieser Zeit "Winter" war und es trotzdem locker 20 Grad waren. Die QUT bietet für alle neu ankommenden Studenten einen Abholservice am Flughafen an und so wurde ich abgeholt und zu meinem Hostel gebracht wo ich die nächsten drei Nächte verbringen sollte. Geschafft nach dem Flug bin ich direkt schlafen gegangen und war direkt überrascht, wie viele Deutsche in diesem Hostel übernachtet haben (beim Check-in habe ich sie alle gehört). Am nächsten Tag gab es an der QUT dann die Möglichkeit sich seine student ID ausstellen zu lassen und auch eine "Welcome to Brisbane" session anzuhören. Dies empfehle ich auch sehr. Dort wird im Prinzip alles erklärt was man wissen muss. 

Am darauffolgenden Tag gab es die Möglichkeit an einer sogenannten "accomodation tour" teilzunehmen. QUT Studenten haben die Grundzüge des Mietens in Australien dargestellt und uns gesagt, worauf wir achten sollen. Danach bekamen wir von Maklern diverse Zimmer gezeigt, manche davon direkt im CBD (Stadtzentrum), andere etwas weiter außerhalb. Generell gesagt waren die Zimmer im CBD eher klein und sehr teuer. Ich habe ein Zimmer in Greenslopes gefunden (10 Minuten mit dem Bus von South Bank, 15 Minuten mit dem Bus zum CBD) gefunden und bin dort am darauffolgenden Tag eingezogen. Mit meinen Mitbewohnern habe ich mich super verstanden und wir waren eine bunte Mischung. Mir war es wichtig, dass ich nicht nur mit Studenten aus Deutschland zusammenlebe, damit ich auch wirklich die ganze Zeit Englisch sprechen werde. 

Die nächsten Tage habe ich damit verbracht, mit meinen Mitbewohnern Brisbane zu erkunden und viele neue Leute kennenzulernen. Um ganz ehrlich zu sein, ist Brisbane meine absolute Lieblingsstadt in Australien. So sehr alle von Sydney und Melbourne schwärmen, Brisbane ist und bleibt mein Favorit. Die Stadt ist wirklich malerisch schön, das Wetter ist klasse und die Leute sind alle super freundlich. Brisbane hat den typischen "laid back" Lifestyle, den man sich bei Australien vorstellt. Sydney ist auch wirklich schön, keine Frage, aber einfach nur riesig und die Leute sind nicht ganz so freundlich wie in Brisbane. Das Highlight in Brisbane ist South Bank. Es ist wirklich der schönste Stadtteilt. Durch eine Fußgängerbrücke mit der QUT verbunden, bietet South Bank einen künstlich angelegten Strand mit verschiedenen Pools und eine Vielzahl an Restaurants, Cafes und ein super günstiges Kino (für Studenten kostet ein Ticket mit Popcorn + Cola umgerechnet etwa 7 € - dafür gibt es in Deutschland nicht mal ein Ticket). 

Brisbane selbst hat keinen "richtigen" Strand, aber an die Gold Coast kommt man schnell und günstig mit dem Zug und North Stradbroke Island ist auch nicht zu verachten - ein wunderschöner Flecken Erde.

North Stradbroke Island

Außerdem kann man von Brisbane aus Ausflüge nach Fraser Island machen. Besonders empfehlen kann ich auch die Whitsundays und das Great Barrier Reef um Cairns herum. Diverse Billigflieger bringen dich durch Australien (leider sind Flüge an die Westküste sehr teuer...).

Da kommen wir zu den Preisen. Australien ist bekannt für seine hohen Kosten. Dies kann ich sowohl bestätigen als auch verneinen. Teuer war etwa die Miete (ich habe 220 $ pro Woche für ein WG-Zimmer bezahlt). Alkohol ist sehr teuer, fast unbezahlbar (QUT hat ihre eigene Bar, dort ist es super günstig - ein Tipp am Rande). Lebensmittel sind ein wenig teurer als in Deutschland, aber wenn man ein wenig aufpasst ist es halb so schlimm. Handytarife sind wesentlich günstiger als in Deutschland und die Netzabdeckung in Brisbane ist exzellent (viel besser als in Sydney und Melbourne).

Nun zur QUT selbst. Es gab eine Woche vor dem offiziellen Semesterstart die sogenannte orientation week mit einigen verpflichtenden Veranstaltungen - man wäre aber dumm, wenn man nicht dahin geht. Es war alles in allem ein großes Fest, man hat viele neue Leute kennengelernt und auch den Campus, der übrigens wunderschön ist und direkt im Stadtzentrum gelegen (das gilt zumindest für den Gardens Point Campus). In Brisbane gibt es auch noch den Kelvin Grove Campus, aber für alle, die Recht oder Wirtschaftswissenschaften studieren geht es auf jeden Fall an den Gardens Point. Der Campus trägt seinen Namen dank der angrenzenden Brisbane Botanic Gardens. Der Campus ist - wie der Name vermuten lässt - sehr grün, außerdem top gepflegt und hochmodern. Dort findet man alles, was man braucht. Auch die Essensmöglichkeiten sind top (viel zu gut eigentlich...). Außerdem gibt es am Campus die bereits erwähnte Bar (1 jug Bier für 10 $, abends gemischte Sprituosen für 5 $ und wechselnde Angebote - es geht nirgendwo günstiger) und einen kleinen Supermarkt. 

Du solltest dir außerdem in der O-Week die verschiedenen Clubs angeben, die sich dann vorstellen. Es gab einen riesigen Ansturm auf "QUT Surfers" - diese haben verschiedene "learn how to surf" Wochenenden im bekannten Byron Bay organisiert - gehört doch irgendwie zu Australien dazu, oder?

Ich habe verschiedene Veranstaltungen zum internationalen Recht belegt und fand die Veranstaltungen sehr interessant aber auch fordernd. Man wurde permanent daran erinnert, dass man sich mit den Themen befassen musste, da es mid-semester exams gab und auch einige "assignments" (so etwas wie Seminararbeiten) abzugeben waren. Das war ich aus Deutschland nicht gewohnt, dank Recherche aber darauf eingestellt. Sprachlich war es für mich kein Problem, man sollte das Niveau aber auch nicht unterschätzen. Am Ende des Semesters habe ich in meinen Kursen Klausuren geschrieben und Mitte November dann das Studium an der QUT abgeschlossen.

Nach Deutschland bin ich aber erst kurz vor Weihnachten zurückgekehrt. Zusammen bin ich mit meinen Mitbewohnern noch durch Fiji und Neuseeland gereist. Es war wirklich ein unglaublich tolles Erlebnis und ich bin unglaublich glücklich und dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte. Danke vor allem an meine Eltern, die mir geholfen haben, diesen Traum zu ermöglichen und auch an IEC, die mir bei der Bewerbung geholfen haben.

Falls du jetzt auch Lust auf ein Studium an der QUT in Brisbane hast und Fragen hast, dann melde dich doch sehr gerne bei mir, ich werde gerne Ratschläge geben! :)

Philipp