Erfahrungsbericht: Nele Protze

Nele Protze
„Das Auslandsstudium an der University of Otago war für mich unheimlich erfrischend. Es ist ein ganz anderes Studieren als in Deutschland. “

Was war für Dich der ausschlaggebende Punkt, im Ausland zu studieren?

Ich wollte unbedingt noch mal „raus“ – und viel weiter weg kann man ja fast nicht. Für mich war die Sprache, Land und Leute der Grund nach Neuseeland zu kommen. Außerdem ist Neuseeland für Geographen alles andere als uninteressant.

Was hat Dir an Deinem Studienaufenthalt besonders gut gefallen?

Das Auslandsstudium an der University of Otago war für mich unheimlich erfrischend. Es ist ein ganz anderes Studieren als in Deutschland. Die Stimmung unter den Studenten sowie die äußerst persönliche Haltung der Dozenten den Studierenden gegenüber – hier spricht man sich mit dem Vornamen an. Die allgemein freundschaftliche und persönliche Einstellung den Studierenden gegenüber kreiert eine angenehme Atmosphäre in einer toll ausgestatteten Uni, die zudem das Herz einer kleinen, äußerst lebhaften Studentenstadt ist. Zudem ist das Freizeitangebot äußerst umfangreich, sodass man neben neuem Fachwissen auch neue Sprachen, kochen, zeichnen, tanzen lernen und Kurse wie Fallschirmspringen oder Kajak fahren belegen kann.

Was hat Dir das Semester an der Otago persönlich gebracht?

Das Lernen von akademischen Fremdsprachen wie Englisch ist unheimlich wichtig, da ein Großteil der Fachliteratur auf Englisch verfasst wird. Außerdem findet das Studium hier „nur“ im Semester statt – Hausarbeiten und andere schriftliche Ausarbeitungen, wie etwa von Referaten oder Feldforschung/Exkursionen, sind während des Semesters fertig zu stellen – nicht in den Semesterferien. Das trainiert das Arbeiten nach deadlines unheimlich gut.

Wissenschaftliches Arbeiten, der Umgang mit Datenbanken und Zeitmanagement werden durch die Essays, Laborveranstaltungen und Referate, die zu bestimmten (sich oft überschneidenden) Terminen abzugeben sind, besonders geschult. Es werden etliche Kurse zum Umgang mit den Katalogen, Suchmaschinen und Datenbanken, zu Stress- und Zeitmanagement sowie essaywriting angeboten.

Was war der ausschlaggebende Punkt, Dich für die University of Otago zu entscheiden?

Ich hatte von Freunden und einer Infoveranstaltung des IEC erfahren, dass Dunedin eine klassische, kleine Studentenstadt mit der ältesten Uni Neuseelands ist. Eine größere Stadt kam für mich von Anfang an nicht in Frage – ich bin nicht aus Berlin weg um in die nächste Großstadt zu kommen. Außerdem war es mir wichtig auf der Südinsel zu studieren, damit man von den Bergen und Nationalparks profitieren kann. Zudem bin ich nicht unbedingt eine „Schönwettergeographin“.

Wie hat die Uni Dich vor Ort unterstützt?

Es gibt viele Anlaufstellen für internationale Studenten. Was mir besonders gefallen hat, war das Mentorenprogramm. Es war so viel einfacher, sich (mit Jetlag) einzuschreiben und den Alltag zu organisieren, wenn man eine Ansprechperson hat.

Inwiefern hat IEC Dir bei der Bewerbung weiter geholfen? 

Für mich hat der Besuch einer Infoveranstaltung in Berlin sehr viel gebracht. Man konnte mit Leuten von der Uni sprechen und sich ein besseres Bild machen, als würde man sich nur eine Internetseite durchlesen. Wenn ich Fragen hatte, sind diese meist äußerst schnell per E-Mail beantwortet worden.

Was kannst du über Neuseeland und die Mentalität der „Kiwis“ sagen?

Ich werde die unheimlich positive Einstellung der Leute vermissen! Ich habe – ganz ehrlich – während meiner ganzen Zeit hier keinen einzigen Kiwi meckern oder fluchen hören. Zudem sind die mehrtägigen Wandertouren (z.B. Routeburn Track) einfach traumhaft und unbedingt ein Muss im Outdoorland Neuseeland. Worauf ich mich allerdings freue, ist die Zentralheizung und gut isolierte Häuser. Dann muss ich nicht im Winter mit Jacke und Handschuhen im Wohnzimmer Hausarbeiten schreiben…