Erfahrungsbericht: Maximilian Stoll

Maximilian Stoll
„Studieren in Southern California war ein Traum! “

Ich studiere eigentlich Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie und habe mein Auslandssemester an der California State University Northridge (CSUN) absolviert. Ich habe genau 4 Monate in den USA verbracht. Die Einführungsveranstaltungen haben Mitte/Ende August begonnen und die letzten Prüfungen waren Mitte Dezember.

Kurswahl

Üblicherweise muss man als Austauschstudent in den USA Kurse „crashen“. Das bedeutet, dass man in den ersten zwei Vorlesungswochen in alle Vorlesungen geht, die man gerne besuchen möchte, um den Professor zu fragen, ob man an dem Kurs teilnehmen kann. In den meisten Fällen kommt man so recht einfach in die gewünschten Kurse. Außerdem kann man vorab eine Kurswunschliste an die Universität senden. Da ich Master-Kurse im Ingenieurbereich belegt habe, war es für mich vollkommen unproblematisch, die Kurse zu bekommen, die ich gerne hätte. Bei anderen internationalen Studenten gab es teilweise größere Schwierigkeiten. Letztendlich hat aber jeder Student Kurse bekommen, mit denen er/sie sich anfreunden konnte. Als Master-Student waren in meinen Studiengebühren nur 3 Kurse enthalten (im Bachelor sind es 4). Ein weiterer Kurs hätte ca. 1000$ zusätzlich gekostet.

Studieren in den USA

Studieren in den USA ist kaum vergleichbar mit Deutschland, zumindest nicht mit meinem Studiengang am KIT. In den USA ist alles viel persönlicher, was der kleinen Klassengröße geschuldet ist. In meinen Kursen waren wir nur 15 bis 25 Studenten. Somit hat es mich mehr an die Schule erinnert. Alles ist viel interaktiver und man hat einen engeren Kontakt zum Dozenten. Auch unabhängig von der Klassengröße gibt es viele Unterschiede. Am KIT war für mich die Anwesenheit nie verpflichtend und es gab lediglich eine schriftliche Prüfung am Ende des Semesters. In den USA hingegen ist die Anwesenheit verpflichtend und fließt in die Note mit ein. Man hat das gesamte Semester über Hausaufgaben, meistens ein größeres Gruppenprojekt, sonstige Abgaben und neben der Abschlussprüfung auch eine Prüfung in der Mitte des Semesters. Somit ist der Aufwand im Laufe des Semesters deutlich höher als in Deutschland. Auf der anderen Seite sind die Finals am Ende deutlich weniger aufwendig als am KIT. Außerdem würde ich das inhaltliche Niveau in den USA grundsätzlich geringer einstufen als das am KIT. Ein weiterer Unterschied zu Deutschland waren die Unterrichtszeiten. Ich persönlich hatte beispielsweise nie vor 17:00 Uhr Unterricht, dafür aber teilweise bis 21:45 Uhr. Diese späten Kurse kommen eher im Master vor, weil man hier viele Kommilitonen hat, die tagsüber noch arbeiten.

Leben in Northridge, CA

Northridge selbst ist ein kleinerer Ort im San Fernando Valley. Abgesehen von der Universität gibt es hier nicht besonders viel, beispielsweise auch kein Nachtleben. Stattdessen haben wir häufig in den Unterkünften von internationalen Studenten gefeiert. Ich habe in einem Haus mit mehreren internationalen Studenten gewohnt, was für mich perfekt war. So hat man sofort Leute in seinem Umfeld, die die gleichen Interessen haben, was Trips oder sonstige Aktivitäten angeht.

LA Dodgers

Obwohl Northridge an sich recht unspektakulär ist, mochte ich es als Standort sehr gerne. Ein Auto ist jedoch auf jeden Fall sehr nützlich, daher habe ich mir mit drei anderen Studenten zu Beginn des Semesters ein gebrauchtes gekauft. Damit war man dann sehr flexibel. In ca. 40 Minuten ist man in Malibu oder Santa Monica am Strand. Ähnlich lange braucht man nach Downtown Los Angeles, Hollywood ist noch etwas näher. Auch für weitere Ausflüge ist der Standort gut. In 4 Stunden ist man in Las Vegas, in 5 Stunden in San Francisco, in 2,5 Stunden in San Diego. All diese Städte haben wir jeweils über ein Wochenende besucht. Außerdem waren wir am Grand Canyon und im Yosemite Nationalpark. Auch für die Wochenenden „zu Hause“ hat der Großraum LA eine Menge zu bieten. Football, Baseball, Eishockey, Basketball, Konzerte, unzählige Strände, Aussichtspunkte, Freizeitparks, Wanderwege, etc. Auf jeden Fall gibt es mehr als genug zu tun, um ein Semester zu füllen.

San Francisco

Fazit

Mein Auslandssemester war für mich eine super Erfahrung und ich würde es sofort wieder machen. Man lernt eine Menge neue Leute kennen und erlebt Kalifornien deutlich intensiver als nur bei einem Urlaub. Das Klima trägt natürlich auch zu der tollen Zeit bei, da es sich immer wie Sommerurlaub anfühlt. Ich kann das Auslandssemester also uneingeschränkt empfehlen. Und dabei spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für alle andern Studenten, die ich in den USA kennengelernt habe.