Erfahrungsbericht: Martin Peter Ceglarek

Martin Peter Ceglarek
„You have friends around the whole world, you just need to meet them!“

 

Spontan habe ich mich im November 2016 zu einem Auslandssemester in Australien entschieden. Dem IEC hatte ich meine vollständige Bewerbung Ende Februar zugesandt. Mitte März hatte ich dann meine ersehnte Zusage der Swinburne University of Technology in Melbourne erhalten, viel schneller als erwartet. Danach musste ich mich um das Visa kümmern und um weitere notwendige Angelegenheiten. Zu guter Letzt habe ich dann mein Flugticket für Ende Juli gekauft - ein 24 Stunden(!) Flug ab München über Dubai nach Melbourne.

Und dann war es endlich so weit und der Tag des Abflugs war gekommen. Der Flug war lang und anstrengend, doch am Ende bin ich ohne Komplikationen und nennenswerten Zwischenfälle in Melbourne gelandet. Vom deutschen (bayrischen) Sommer - bewölkt bei 25 Grad Celsius, in den australischen Winter - 8 Grad Celsius bei Regen und Wind. Melbourne ist die Stadt der vier Jahreszeiten. Schnee gibt es zwar keinen, dennoch ist diese Beschreibung Programm, auch im Sommer (!). Unter diesen Umständen habe ich gelernt, dass das Wetter schnelllebig ist und vor allem ist der australische Winter ebenfalls richtig kalt.

An dieser Stelle ein erstes Feedback:

Eine Winterjacke sollte im australischen Winter auch nach Melbourne mitgenommen werden.

Eine Woche vor Semesterstart hatte die Swinburne Universität jeden Tag in der Woche ein sog. Orientierungstreffen angeboten, in dessen Rahmen Fragen und Unklarheiten zum anstehenden Semester oder Studium sowie zu allgemeinen Angelegenheiten geklärt werden konnten. Dort habe ich zudem die erste Möglichkeit genutzt, internationale Studenten sowie neue Freunde kennenzulernen.

Danach begann die Orientierungswoche, speziell für die internationalen Studierenden. Es gab jeden Tag interessante Veranstaltungen und Ausstellungen auf dem Campus zu entdecken. Vereine und Clubs präsentieren sich und werben für neue Mitglieder.

Einführungswoche Swinburne University

Es gab zusätzlich vereinzelte Angebote, die kostenfrei über das gesamte Semester besucht werden konnten - Yogastunden oder Schwimmen im Hawthorn Schwimm- und Leistungszentrum, das waren Angebote, die gerne von den Studierenden wahrgenommen worden sind.

In der darauffolgenden Woche ist Einführungswoche, in welcher alle australischen Studierende auf dem Campus erschienen und somit die Universität weiter belebten. Es gab weiterhin Veranstaltungen und Ausstellungen auf dem Campus. Dabei präsentiert sich auch stets die Studentenverbindung. Ein Mitgliedsbeitrag in einem Semester hat mich 10 Dollar gekostet. Im sog. "Hammer and Swin" Clubraum gab es an mehreren Tagen in der Einführungswoche Freibier und kostenlose Pizza. Türsteher am Eingang haben die Studentenausweise kontrolliert sowie das Alter, beim Essen und Trinken wurde dann die Mitgliedschaft überprüft, keine Mitgliedschaft hieß zahlen.

 Zudem gab es über das ganze Semester jeden Donnerstag "Free Sausages" auf dem Campus oder auf dem Balkon des "Hammer and Swin" Clubraums, welche ebenfalls nur kostenfrei zu bekommen waren, wenn man die Mitgliedschaft der Studentenverbindung nachweist. Zudem konnte ich im Clubraum weitere Studenten kennenlernen oder wieder antreffen. Auch war es dort möglich kostenfrei Billard zu spielen, ein Kneipennationalsport für alle Australier. So konnte ich bei einem Billardspiel neue Leute kennenlernen und den alltäglichen Unistress kurze Zeit verdrängen, vor allem in der Zeit der anstehenden Klausuren. Zum generellen Besuch des "Hammer and Swin" Clubraums war aber die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Dennoch ist mein nächstes Feedback:

Eine Mitgliedschaft in der Studentenverbindung mit ihrem "Hammer und Swin" Clubraum bietet einiges an Vorteilen und kann das Studentenleben bereichern.

Bei allgemeinen Anfragen zu meinem Studium konnte mir das "Student HQ" stets verlässlich helfen und bei weiteren Unklarheiten zu Australien oder zur Stadt Melbourne gab es das "International Office", welches mit guten Ratschlägen geholfen hat (z.B. bei der Wohnungssuche).

Die Organisation "REAL Australia" bietet über das gesamte Semester hindurch einige echt super günstige Tagesfahrten zu den verschiedensten Orten im Bundesstaat Victoria an. Die Organisatoren sind eingeborene Australier, die immer gut gelaunt, entspannt und für jeden Spaß zu haben waren. Ich selbst habe fast jede Tagesfahrt mitgemacht und ich kann es nur empfehlen. Auf diesen Fahrten lernte ich zudem viele weitere internationalen Studenten kennen und hatte immer eine super Zeit gehabt. REAL hat sich in einer der ersten Veranstaltungen in der Orientierungswoche vorgestellt und hat nicht nur Angebote für die Swinburne Universität, sondern ist an weiteren vereinzelten Universitäten in Melbourne aktiv. Gerade hier ist es enorm wichtig, sich schon direkt am Anfang des Semesters für alle möglichen Tagesfahrten anzumelden. Die Teilnehmer - Plätze sind günstig aber eben auch stark begrenzt und dass einige Plätze spontan frei und neu besetzt werden können, ist eher sehr unwahrscheinlich.

REAL Australia

In meinem Semester hatte ich insgesamt drei Studienfächer belegt. Die Auswahl meiner Studienfächer war zudem begrenzt, weil ein Großteil der Fächer entweder nur im Winter- oder Sommersemester angeboten wird. Die Themen der belegten Studienfächer waren dabei teilweise sehr ansprechend, aber auch zum Teil todlangweilig und mir schon bekannt, weshalb ich nicht immer viel an neuen Lernstoff zu bewältigen hatte. Generell hat die Swinburne Universität einiges an sehr interessanten Studienfächer anzubieten; Bei meinen Voraussetzungen jedoch (abgeschlossenes Bachelorstudium im Bauingenieurwesen an einer deutschen Universität, Masterstudium zu knapp über 50% beendet) ist mein Studiengang an der Swinburne Universität aus meiner Sicht nicht empfehlenswert. Dennoch hat meine Universitätszeit viel Spaß gemacht und ich habe auch auf dem Campus viel erleben können. Auch konnte ich dadurch in Melbourne einen Großteil meiner Zeit verbringen.

Um Melbourne besser kennenzulernen sollte die "Free Guide Tour" wahrgenommen werden. Diese startet in der Nähe des Parlaments. Dort konnte ich außerhalb der Universität neue Leute kennelernen und mich weiter über die australische Kultur und die Stadt selbst informieren.

Durch ein umfangreiches Kultur- und Veranstaltungsprogramm wurde Melbourne generell nie langweilig - Australien Open (AO), Melbourne International Film Festival (MIFF) sind vereinzelte Veranstaltungen, die sich definitiv zu besuchen lohnen. Karten sollten aber vor allem zu diesen zwei Veranstaltungen stets im weiten Voraus gekauft / reserviert werden.

Bei mehr Planungsspontanität lohnen sich vor allem die vielfältigen permanenten Kulturangeboten in der Innenstadt und auch um Melbourne herum. Die National Gallery of Victoria (NGV) und das Immigration Museum sind Ausstellungsräume, die man als Student kostenfrei besuchen kann. Ich werde in meinem weiteren Erfahrungsbericht nicht alle kulturellen Möglichkeiten in Melbourne aufzählen oder vorweg nehmen.

Dazu mein nächstes und abschließendes Feedback:

Entdeckt die Stadt auf eure eigene Faust oder mit neu kennengelernten Freunden. Melbourne hat so viel zu bieten und ist kulturell sehr vielfältig und vor allem besser als Sydney (zumindest meiner Erfahrung nach). Denn nicht umsonst ist diese Stadt seit Jahren auf dem ersten Platz der "lebenswertestes Städte weltweit"!

Auch im Bereich Sport hat Melbourne ein Riesenangebot. Es lohnt sich auf jeden Fall ein "Footy" Spiel zu besuchen. Die Australier sind verrückt nach diesem Sport!

What is AFL? Aussie Rules Explained
Footy Game Expierence

Oder geht auch mal zum Cricket, schaut Fußball der A-League oder Rugby. Und wenn ihr einfach am Tag einfach entspannen und die Sonne genießen wollt, dann geht zu einem der Strände - St.Kilda und Brigthen Beach sind super um einfach mal vollends abzuschalten (aber nicht vergessen sich großzügig einzucremen(!)).

Die Australier sind immer offen und kommunikationsfreudig, hier wird euer Englisch auf eine neue Probe gestellt, denn das "typical Australian English" ist kaum zu vergleichen mit dem amerikanischen oder britischen Englisch, was uns im deutschem Abitur strikt gelehrt wird. Dazu sind sie gerne hilfsbereit und geben auch mal spontan Tipps und Ratschläge zu allen möglichen Themenbereichen.

How to speak Australian : Abbreviate Everything

Wenn ihr nicht nur Melbourne kennenlernen wollt, sondern auch Australien, sollte euch bewusst sein, das Australien unglaublich riesig ist! Für dieses Land braucht es mehr als nur einen Monat um entdeckt zu werden. Nehmt euch also genug Zeit, wenn Ihr nach dem Semester reisen wollt und nutzt euer Visa am besten bis zum letzten Tag.

Great Ocean Road Crew