Erfahrungsbericht: Markus

„Die Zusammenarbeit mit IEC hat immer gut geklappt und schön war, dass die Mitarbeiter immer unkompliziert über skype zu erreichen waren. “

Was war für Dich der ausschlaggebende Punkt im Ausland zu studieren?
Während meines Studiums in Osnabrück merkte ich, dass es sicher wichtig wäre, mein Englisch weiter zu verbessern, da mein Schulenglisch recht limitiert war. Außerdem war es mir wichtig nochmal ins Ausland zu gehen, da ich bereits nach dem Abi durch ein FSJ in Mexiko gute Erfahrungen mit einem Auslandsaufenthalt gemacht hatte.

Wie hast Du die Dozenten an der San Diego State University erlebt? Welche Studieninhalte waren für Dich am wichtigsten? Wie viele andere Studenten waren in Deinen Kursen?
Zu Beginn der Vorlesungen ist es üblich, dass internationale Studierende, welche nicht über eine Partneruni ein Semester vermittelt bekommen haben (also alle, die über IEC-online kommen), Kurse „crashen“ müssen. Dies bedeutet, dass man den Professor um Erlaubnis bitten muss seinen Kurs besuchen zu dürfen und man nicht im Vorhinein sicher weiß, welchen Kurs man belegen kann. Dieses Verfahren, welches für viele Studenten der Wirtschaftswissenschaften sehr stressig ist, war für mich sehr angenehm, da ich in der ersten Woche viele Kurse anschauen konnte und die Professoren ausnahmslos sehr freundlich und hilfsbereit waren. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass meine Geographieseminare eine Größe von 10 bis max. 30 Studenten hatten und ich der einzige ausländische Geographiestudent war und somit nicht mit deutschen Kommilitonen um begehrte Freiplätze konkurrieren musste. Insgesamt hatte ich ein Guthaben von 12 Creditpoints, wobei ein Kurs meist drei Punkte hat und normalerweise zwei bis drei Mal pro Woche unterrichtet wird. Da grundsätzlich wöchentliche Aufgaben vergeben wurden, z.B. zwei- bis dreiseitige Essays und mehrere Klausuren geschrieben wurden, war ich während des Semesters ausreichend beschäftigt, musste jedoch anders als in Deutschland keine längere Ausarbeitung am Ende des Semesters anfertigen. Insgesamt belegte ich drei Geographiekurse, einen Englischkurs in „Academic Writing“ sowie einen Surfkurs beim „Unisport“.

Wem würdest du empfehlen, an „Deiner“ ausländischen Universität zu studieren?
Ich kann jedem empfehlen an der SDSU zu studieren. Der Campus unter Palmen ist ein Traum und das Wetter der Stadt ist sicherlich das angenehmste der Welt: Im Sommer nie zu heiß im Winter nie richtig kalt und eigentlich scheint immer die Sonne. Das Arbeitspensum vom Semester hängt natürlich stark davon ab, welche Kurse man wählt. Insgesamt ist die Tendenz jedoch eher viele kleine Aufgaben zu erledigen, wie z.B. viele Essays und Klausuren, als eine große Klausur am Ende oder eine große Abschlussarbeit. Durch das Fehlen der größeren Abschlussarbeit in den meisten Kursen ist das Studium weniger akademisch als in Deutschland. Mich persönlich hat das aber nicht gestört, da ich schon genug Arbeiten mit langen Literaturlisten geschrieben habe und es persönlich bereichernder fand guten Unterricht zu bekommen, der durch verschiedene Dinge wie Exkursionen, Filme etc. aufgelockert wurde.

Hast du Tipps zur Wohnungssuche?
Meine persönliche Wohnungsuche sah so aus, dass ich nach meiner Ankunft zunächst in einer Jugendherberge abgestiegen bin, um von dort aus eine passende WG zu suchen. Am nächsten Morgen lernte ich Alex kennen, der auch an der SDSU für ein Semester studieren würde. Wir mieteten gemeinsam ein Auto für eine Woche, entschieden uns direkt für die erste Wohnung und am selben Abend waren wir Mitbewohner und Zimmernachbarn. Neben ihm hatte ich noch zwei weitere deutsche Mitbewohner, eine Schwedin sowie drei amerikanische Mitbewohner, so dass sichergestellt war, dass wir die meiste Zeit Englisch redeten. Im Nachhinein bin ich noch immer sehr zufrieden mit der Wahl der WG, da der Preis für das Zimmer mit 375 $ für die dortigen Verhältnisse sehr günstig war. Allerdings hatte Alex ein Durchgangszimmer und mein Zimmer war ursprünglich als Ankleideraum gedacht gewesen, so dass wir uns die Miete von 750 $ teilten. Der Normalpreis für ein Zimmer für Studenten lag bei c.a. 600 – 650 $. Das Miteinander in der WG hat meist sehr gut funktioniert und ich konnte mit dem Fahrrad zur Uni fahren.
Ich kann also jedem nur empfehlen einfach hinzufahren, den Laptop mitzunehmen und sich dann am nächsten Tag im Hostel Wohnungsanzeigen rauszusuchen. Die Wohnungen kann man am besten mit einem Mietauto abklappern, welches man für ein paar Tage günstig leihen kann. Die Studentenwohnungen am Campus sind nicht zu empfehlen, da sie nicht mit den deutschen zu vergleichen sind. Oftmals teilt man sich zu zweit ein Zimmer und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man mit 18-Jährigen, unerfahrenen Studienanfängern zusammenlebt. Ebenso ist es nicht ratsam alles schon vorab in Deutschland zu organisieren. Ein Handy mit Prepaidkarte hab ich mir beispielsweise am ersten Tag im Supermarkt für 30$ gekauft und die Wohnungsanzeigen findet man alle auf craigslist.org. Nachdem ich eine Wohnung hatte, habe ich auf dieser Seite ein günstiges Fahrrad gekauft, sowie eine Matratze. Ein Schreibtisch mit Lampe gab es für 30$ bei Ikea und den Rest bei Walmart. Man braucht also kein möbliertes Zimmer, wenn man bereit ist einen Tag aufzuwenden, um sich den Kram günstig zusammen zu suchen. Wenn man erst einmal vor Ort ist, sieht die Sache viel entspannter aus, als wenn man sich von Deutschland aus super viele Sorgen deswegen macht.

Hast du Tipps zur Stadt?
San Diego ist eine absolute Traumstadt. Natürlich gibt es viele schöne Ecken (auch alternative mit Farmers Markets und vegetarischen Restaurants etc.) aber wer als deutscher für ein Semester nach San Diego kommt, wird vermutlich entweder in die College Area ziehen oder an den Strand. Ich habe die College Area bevorzugt, da ich so mit dem Fahrrad zur Uni konnte und mir den Weg von 10 Meilen bis zu den Vierteln am Stand über den riesen Highway ersparen konnte. Außerdem ist es günstiger dort und ich bin auch so regelmäßig zum Surfen an den Strand gekommen. Andersherum ist es natürlich cool in den verschiedenen Strandgegenden zu wohnen mit den Bars etc.
Zum Thema Mietwagen: San Diego ist eine Autostadt und wer kein Auto zur Verfügung hat ist schon mal aufgeschmissen. Ich habe mir keins gekauft oder gemietet, konnte aber ab und zu eines meiner Mitbewohner leihen (jeder Ami hat ein Auto) oder wurde von Bekannten mitgenommen. Mit dem Fahrrad konnte ich zur Uni fahren und zum Surfen wurde ich von anderen Kursmitgliedern mitgenommen. Also, bevor man sich in den ersten Tagen eins kauft, würde ich schauen, ob potenzielle Mitbewohner eins haben oder ob man sich gemeinsam eins kaufen kann. Neben dem Kauf besteht auch die Möglichkeit bei diverse Autovermietungen ein Auto für das gesamte Semester zu mieten. Diese Möglichkeit ist zwar praktisch, jedoch auch wesentlich teurer als wenn man sich  in den ersten Wochen etwas Zeit nimmt beim Autokauf und sich zum Beispiel auf Craigslist.org einen Wagen für ca. 2000 $ kauft. Selbst wenn man Reparaturen vornehmen muss, sich eine Versicherung besorgen und im aller schlimmsten Fall den Wagen mit 1000 $ Verlust  verkauft, spart man dennoch viel Geld im Vergleich zur Langzeitmiete (500$/Monat für einen winzigen Wagen).

Hast du Tipps zur Vorbereitung des Auslandsaufenthalts?
Die Zusammenarbeit mit IEC hat immer gut geklappt und schön war, dass die Mitarbeiter immer unkompliziert über skype zu erreichen waren. Die meiste Zeit der Vorbereitung nimmt sicherlich die Besorgung des Visas in Anspruch, aber auch das ist im Nachhinein machbar gewesen. Ein guter Tipp ist, sich bei der Uni nach Finanzierungsmöglichkeiten zu erkunden. Wenn man kein Auslandsbafög bekommt, ist das Semester schon sehr teuer. Meine Uni in Osnabrück bot einen sogenannten Mobilitätszuschuss an, der Leute unterstützt, die weder vom Erasmusprogramm noch durch eine Partneruni unterstützt wurden. Durch diesen Zuschuss, welcher mit einem Motivationsschreiben usw. verbunden war und schließlich von der Uni ans DAAD weitergeleitet und von diesem schließlich auch bezahlt wurde, bekam ich schließlich ca. 2500 EUR, die ich gut gebrauchen konnte. Weitere Vorbereitungen außer den Flug zu buchen und ein Bett im Hostel für ein paar Tage zu reservieren sollte man nicht treffen, da man die Wohnungsuche, wie schon erwähnt, am besten vor Ort vornimmt. Auch sollte der Koffer möglichst leer sein, da man sich in den USA ganz wunderbar mit jeglicher Elektronik und Klamotten eindecken kann. Wer es irgendwie einrichten kann, wird sein Auslandssemester in San Diego nie bereuen und diverse Partys und Reisen z.B. nach Las Vegas, San Francisco, Mexiko usw. immer in toller Erinnerung behalten!