Erfahrungsbericht: Marcel Korfmacher

„Es ist unglaublich wie sehr sich jeder darum kümmert, dass man alles findet an der Uni sowie auch in der Stadt - einfach unglaublich. Hier wird der kanadische Ruf des zuvorkommendsten Volkes real.“

Was war für dich der ausschlaggebende Punkt, im Ausland zu studieren?
In meinem Studium „Cultural Engeneering“ an der Uni Magdeburg ist es ein Pflichtbestandteil des Studiums. Allererst war ich gut gefordert mit der Suche nach einem passenden Studium, aber der Stress hat sich bewährt. Planungstechnische Fertigkeiten sind entweder gefragt, oder werden in dem Prozess spätestens angelegt. Ich habe einen enormen Teil abgenommen bekommen durch die grandiose Hilfe meiner IEC - Studienberaterin Clara Wengert, welcher ich nur danken kann für die reibungslose Vermittlung.

Wie wichtig ist Auslandserfahrung in Deinem Beruf?
Ich beschäftige mich inhaltlich in meinem Studium mit kulturellen Aspekten, logistischen Aspekten, Wissensmanagement und der Vernetzung all dieser Elemente. Mein Beruf wird sich voraussichtlich auch auf interkultureller Basis abspielen, von daher ist es eine grandiose Hilfe. Wissen ist Macht, und dieses Wissen eines Auslandssemesters ist unbezahlbar. Wenn man passende Elemente seines jeweiligen Studiums raussucht, bekommt man noch einmal einen komplett neuen Blickwinkel auf die selbe Materie.

Wie hast du die Dozenten an der University of Winnipeg erlebt?
Zuvorkommen & enthusiastisch. Meine Dozenten sind sehr offen gewesen, und gewillt ihre Studenten näher zu kennen oftmals. Die Klassengrößen von max.35 Personen sind optimal um wirklich mit der Materie konfrontiert zu werden. Bei +200 Personen in einem Hörsaal habe ich persönlich oft abgeschaltet, hier wird man aufgefordert sich wirklich in den Stunden die man da ist zu beteiligen oder zumindest aufmerksam zu sein.

Welche Studieninhalte waren für Dich am wichtigsten?
Ich wollte unbedingt neue Quellen und Autoren zu den selben Themen zu erforschen. Manchmal ist es überaus interessant diese Inhalte dann zurück nach Deutschland zu bringen, und zu sehen wie man dort damit arbeitet oder wie unterschiedlich manchmal Annäherungen an die selben Aufgaben sind. Letzten Endes ist es vielleicht keine Offenbarung, dennoch sehr interessant, sei es nur fit zu werden die selbe Materie auf diversen Sprachen anwenden zu können.

Wem würdest Du empfehlen, an „Deiner“ ausländischen Universität zu studieren?
Studenten jeder Fakultät. Sportwissenschaften werden natürlich auf diesem Kontinent generell extrem gefördert, aber auch alle anderen Fachbereiche über die ich von Kommilitonen Feedback erhalten habe sollen sehr interessant aufgebaut sein. Wirtschaftsfächer sind oft interessant um sie für den internationalen Gebrauch auf englisch zu vertiefen, kulturelle um neue Einblicke zu erzielen.

Hast du Tipps zur Wohnungssuche?
Definitiv. Portage Avenue teilt die Stadt genau bei der University of Winnipeg, von dieser Seite aus würde ich den Norden meiden, vor allem nördlich der Langside Street. Empirisch gesehen ist die Kriminalitätsrate relativ hoch in Winnipeg, dennoch kann man sich mit Tricks des gesunden Menschenverstandes vor dem meisten erhalten. Langside Street, sowie der Nordwesten generell, ist scheinbar nicht das optimale Studentenpflaster, somit empfehle ich: Campus Housing, früh bewerben, es lohnt sich. Die Studentenresidenzen sind nah an der Uni und manche komplett neu gebaut dieses Jahr erst. (McFeetors) Sonst findet man über kijiji.com sehr viele Angebote zu Wohnungen, gern Kontakt aufnehmen mit den Vermietern, Bilder zusenden lassen, und die Nähe zur Uni auf google.maps raussuchen. Im Winter bei -30Grad und kälter sind jede 100m zu Fuß mehr oder weniger Gold wert.
Der wichtigste Tipp: Früh beginnen zu suchen!

Hast Du Tipps zur Stadt?
Die Stadt ist leicht zu erkunden, die meisten Geschäfte findet man auf der Portage Avenue, und mit dem Bus kann man dort gern entlangfahren. Polo Park als Shopping Centre ist in 10min Busfahrt zu erreichen von Downtown aus. Einziges Problem der Stadt? Supermärkte. Preislich gesehen ist der Einkauf von Lebensmitteln nicht unbedingt billig in Winnipeg, also versucht man auf die großen Ketten wie WalMart und RC.Superstore zurückzugreifen, diese sind jedoch nicht um die Ecke.
Mit dem Bus erreicht man die großen Supermärkte, oder man bildet Fahrgemeinschaften, alles den Aufwand wert, denn die Preise in den CornerStores sind beträchtlich höher. Diese kaufen nämlich auch nur bei den größeren Einkaufsketten ihre Waren.

Hast du Tipps zur Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes?
Englisch auffrischen, warme Sachen einpacken, etwas Geld sparen für kleinere Trips, und ansonsten nur die Vorfreude genießen. Reisetechnisch gesehen auf jeden Fall das ESTA Visuum in Betracht ziehen wenn man über die USA ein-/ und ausreist. Man braucht kein kanadisches Visum unter 6 Monaten (Stand Okt/2013), und auch hier - früh beginnen mit der diplomatischen Planung für jede Art von Verzögerung.

Ein Fazit zu Deinem Auslandssemester
Ich kann nur sagen, ich bin IEC dankbar mich ermutigt zu haben, weiter weg zu reisen als ich es vorhatte. Ein neues Leben für ein paar Monate genießen, und die freundlichsten Menschen der Erde kennen lernen ist eine großartige Erfahrung gewesen. Ich habe eine franco-kanadische Familie gefunden hier, welche mich quasi adoptiert haben für den Zeitraum. Es war unglaublich, als Deutscher nicht verstanden zu werden in kultureller Hinsicht und zu erforschen wie Kanadier, das
gemischteste Volk wohl überhaupt, an Situationen rangeht. Es ist unfassbar lustig sich über Gewohnheiten und Kleinigkeiten auszutauschen, die die Kulturen so unterscheidet. Es wird Leute geben die sich genau wie ich verlieben werden in die BoosterJuices nah bei dem Campus, andere werden vielleicht genau so fanatische dem lokalen Hockey verfallen „Go Jets Go“, da Winnipeg die besten Fans der NHL haben soll, andere werden auch das Trampolin Dodgeball
genießen, die wahrscheinlich seltenste Sportart der Welt, am Ende ist es das Gesamtpaket, und das stimmt hier einfach.
Man ist hier nicht fremd oder anders, denn Kanadier kann jeder sein.
Danke IEC. Danke Kanada. Danke Winnipeg.