Erfahrungsbericht: Manuel Glaser

Manuel Glaser
„Das friedliche Zusammenleben von Christen, Muslimen, Buddhisten und andere religiösen Gruppen in Kuching hat mich sehr beeindruckt. “

Allgemeines:

Im Zeitraum von Februar bis Juli 2016 habe ich im Rahmen meines Bachelor Studiums ein Auslandssemester an der australischen Swinburne University in Kuching, Malaysia absolviert. Im nachfolgenden möchte ich über das Wichtigste berichten.

Vorbereitung:

Um mein Auslandssemester anzutreten, habe ich viele verschiedene Internet- seiten durchsucht um eine passende Universität zu finden. Mir war es wichtig, außerhalb von Europa zu studieren und dies für einen erschwinglichen Preis. Mit der Hilfe von IEC (Beratung für Auslandssemester) habe ich mich für die Swinburne University of Technology in Malaysia entschieden. Ungefähr ein Jahr vor Studienantritt begann ich mit den Vorbereitungen. Dies waren unter anderem: Bafög Beantragung, Visum, Studienplatz in Malaysia, Unterkunft in Malaysia, Beantragung von möglichen Stipendien, Buchungen von Flügen, Auslandskrankenversicherung, Impfungen, Anträge für die deutsche Hochschule und mögliche Anrechnungen von Modulen abklären.

Bafög:

Das zuständige Amt lag in Tübingen und alle Formulare konnten online herunter- geladen werden. Falls ihr euch nicht sicher seit ob ihr Auslandsbafög bekommt, ist die Seite www.bafoeg-rechner.de sehr hilfreich. Es sollte von einer Bearbeitungsfrist von 6 Monaten ausgegangen werden. Schneller wird der Antrag selten bearbeitet.

Visum:

Die Swinburne University stellt kein vorzeitiges Visum aus. Bei der Einreise wird ein drei monatiges Visum ausgestellt und bei Studienbeginn von der Universität in ein Studentenvisum umgewandelt.

Studienplatz in Malaysia:

Über die Organisation IEC bekam ich meinen Studienplatz an der Swinburne University. Hierfür musste ich eine Bewerbung abgeben. In der Bewerbung ging es allerdings nur um Formalitäten wie beispielsweise die Wahl der Module in Malaysia. Alle Module konnten allerdings vor Ort nochmal gewechselt werden. Die Organisation IEC kümmerte sich um den Kontakt mit der Swinburne University. Einen Nachweis für meine Englischkenntnisse wird von der Universität nicht verlangt, man sollte allerdings die Grundlagen der englischen Sprache beherrschen.

Unterkunft:

Es gibt unterschiedlichste Unterkünfte in Kuching. Ich entschied mich für das Haus von Joseph. Dies war mit dem notwendigsten ausgestattet und preislich in Ordnung (ca. 180 Euro mit Roller pro Monat). Er ist über Facebook kontaktierbar und heißt Joseph Chuo. Die ganze Familie war sehr hilfsbereit und die Unter- kunft ist sehr zu empfehlen. Die On-Campus Unterkünfte sind nicht sehr gut ausgestattet und im nachhinein bin ich glücklich nicht dort eingezogen zu sein.

Stipendium und Krankenversicherung:

Es gibt eine Vielzahl von Stipendien. Ich entschied mir für das Promos Stipendium. Es ist unbedingt ratsam sich frühzeitig zu informieren, da es oftmals Bewerbungsfristen gibt, die nicht verpasst werden sollten. Bei der Krankenversicherung entschied ich mich für die Mawista. Von dieser musste ich während meines Auslandsaufenthaltes auch Gebrauch machen. Die Versicherung war sehr hilfsbereit und erstattete mir in kürzester Zeit die Kosten. Daher kann ich diese Versicherung aufgrund meiner Erfahrung weiterempfehlen. Über die Swinburne University ist man auch noch krankenversichert. Habe aber keine Erfahrung damit gemacht, da ich alles über meine Krankenversicherung abgerechnet habe.

Studium/Kurse:

Ich belegte drei Kurse an der ausländischen Hochschule: Electrical Safety, Electromagnetic Waves und Analogue Electronics II. Es gab fünf Stunden Präsenzunterricht pro Woche für jedes Modul. Des Weiteren gab es pro Modul zwei Tests während des Semesters, drei Laborversuche wofür jeweils ein Bericht angefertigt werden musste und zwei Hausarbeiten über ein verwandtes Thema zum Modul. Alle Abgaben und Tests wurden bewertet und ergaben 40 % der Endnote, so- dass schon während des Semesters ein erheblicher Arbeitsaufwand notwendig war. Genau dies war ein großer Unterschied zu meiner deutschen Hochschule. Des Weiteren waren die Vorlesungen und Übungen sehr schulisch angelegt und die Professoren haben immer wieder ihre Hilfe bei Problemstellungen angeboten. Hierdurch war es sehr angenehmen den kompletten Unterrichtsstoff schon während des Semesters zu verinnerlichen, sodass am Ende des Semesters nicht mehr viel Lernaufwand notwendig war, um die Endprüfungen zu bestehen. vermieden wird und man das komplette Semester mit den Modulen beschäftigt.

Im nachhinein fand ich das System sehr gut, da hierdurch das kurzfristige Lernen vermieden wird und man das komplette Semester mit den Modulen beschäftigt ist um alle Abgaben und Tests zu bestehen. Die kompletten Unterrichtsmaterialien waren von der Zentrale in Melbourne vorgefertigt und sehr gut strukturiert.

Freizeit:

Neben den Studium war Kuching ein idealer Ort um die Natur und den Dschungel von Borneo kennen zu lernen. Mehrere Nationalparks waren mit dem Roller zu erreichen (Internationalen Führerschein nicht vergessen). Die Stadt selber ist sehr sicher und die Menschen überaus freundlichen und hilfsbereit. Kuching ist vergleichsweise sehr weit entwickelt und sehr modern im Gegensatz zu anderen asiatischen Städten. Auch ein gutes Nachtleben bietet Kuching mit mehreren Discotheken und Bars. Falls man mal ratlos sein sollte,zeigen einem die lokalen Studenten gerne Bars und empfehlenswerte Restaurants.

Fazit:

Mein Auslandssemester in Kuching war eine überaus positive Zeit die ich nicht missen möchte. Nicht nur fachlich konnte ich meinen Horizont erweitern, sondern auch kulturell. Das friedliche Zusammenleben von Christen, Muslimen, Buddhisten und andere religiösen Gruppen in Kuching hat mich sehr beeindruckt. Zuletzt möchte ich noch auf das hervorragende Essen zusprechen kommen. Durch die große Anzahl an unterschiedlichen Nationen in Malaysia gibt es eine Vielzahl von Restaurants und dies alles zu sehr günstigen Preisen.