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Erfahrungsbericht: Julia Thomas

Julia Thomas
„Die besten Monate meines Lebens!“

Erfahrungsbericht

Auslandssemester an der UBC Vancouver

Der folgende Bericht bezieht sich auf meinen viermonatigen Aufenthalt in Kanada, wo ich ein Semester an der University of British Columbia studiert habe.

Vorbereitung

Die Vorbereitungen starteten zu Beginn des Jahres 2017 mit dem IELTS Test, der für eine Bewerbung an den meisten englischsprachigen Hochschulen absolviert werden muss. Ich habe Spaß am Lernen neuer Sprachen, weshalb ich die Vorbereitung auf den Test als eine gute Übung und Rückmeldung über meine zu jenem Zeitpunkt aktuellen Kenntnisse empfunden habe. Auch nach der tatsächlichen Anreise im August hat mir die Umstellung keine Probleme bereitet. Um zusätzlich auch mit wissenschaftlichem Vokabular ausgestattet zu sein, belegte ich im Sommersemester den Kurs „English for science and technology“ am Sprachzentrum des KIT in Karlsruhe.

Nachdem ich im Juli die Zusage von der UBC erhalten habe galt es, eine Unterbringung in Vancouver zu finden. Da ich sehr an einer echten „Canadian Experience“ interessiert war entschied ich mich dafür, bei einer Gastfamilie zu leben. Nach langem Mail-Verkehr fand ich die für mich perfekte Familie, die sehr offen und freundlich auf meine Nachrichten reagierte.

So waren die Vorbereitungen abgeschlossen und ich machte mich am 28. August 2017 auf den Weg in meinen viermonatigen Auslandsaufenthalt.

Studium

Obwohl ich ohne jegliche Erwartungen oder Ansprüche nach Vancouver gekommen bin, erwies sich das Studentenleben dort als genau so, wie man es aus amerikanischen Collegefilmen kennt. Auf dem Campus befinden sich nicht nur die Universitätsgebäude selbst, sondern auch alles, was Studenten, Mitarbeiter und deren Nachwuchs im alltäglichen Leben benötigen. Neben den kleinen Dörfern, die rund um die Fakultäten als Wohnraum erbaut wurden, zählen dazu unter anderem eine Vielzahl an Supermärkten und Drogerien, coffee shops, ein Schwimmbad sowie Zugänge zum Strand, der den Campus an der westlichen Spitze Vancouvers umschließt. Da das Gelände einst Lebensraum der Musqeam, einem Stamm der Canadian First Nations, war, wird sehr viel Wert auf einen nachhaltigen Umgang damit gelegt. Das UBC eigene Museum Of Anthropology bewahrt Nachlässe der indianischen Stämme aus der Region Vancouver und Vancouver Island sowie moderne Kunstwerke indigener Künstler.

Als vollständige Universität hat die UBC zusätzlich zu den natur- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten eine eigene Law-, Medicine- und Business-School, welche anders als in Europa größtenteils selbstverwaltet arbeiten. Ebenfalls typisch für eine große amerikanische Universität ist das reichhaltige Sportprogramm und die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, die auf dem Campus angeboten werden. Bei über 400 Student Clubs findet jeder das Angebot, das seine Interessen aufgreift.

Auch mein Studium selbst erwies sich als ebenso glücklich wie der erste Eindruck von der UBC. Ich habe drei Kurse belegt, die für kanadische Bachelor Studenten im vierten Jahr ausgelegt sind, was in Deutschland dem ersten Master Jahr entspricht. Ich persönlich empfand das Niveau der Kurse ein wenig niedriger, als das aus Deutschland gewohnte, dafür war der Arbeitsaufwand für jeden einzelnen Kurs erheblich höher. Wöchentliche assignments und paper, die in Arbeitsgruppen erarbeitet werden müssen und natürlich die midterm und final exams stellen eine ausgiebige Beschäftigung mit dem Thema sicher, weit über die Klausuranforderung hinaus. Ich erkenne die Vorteile dieser Art des Lernens und bin vor allem stolz, so unglaublich viel aus nur drei Kursen gelernt zu haben. Trotzdem bevorzuge ich das europäische System, da es dem Studenten ermöglicht, sich individuell mit den Themen zu beschäftigen und eigene Schwerpunkte zu setzen, was bei einem "full-workload" von fünf Kursen pro Semester in Kanada nicht möglich ist.

Hervorzuheben ist allerdings das tolle Dozent/ Studenten-Verhältnis und die Aufgeschlossenheit der Professoren. Auf eine Antwort per Mail musste ich nie länger als einen Tag warten und auch außerhalb ihrer Sprechzeiten waren die Professoren stets gewillt, Fragen zu beantworten.

Leben in Kanada

Vor allem in der Vorweihnachtszeit bemerkte ich die kulturellen Unterschiede zu Europa und den Hang zum Übertriebenen, der den Amerikanern so oft nachgesagt wird. Häuserfassaden und Bäume wurden in leuchtende Kunstwerke verwandelt und aus jeder Ecke schallte Weihnachtsmusik. Diese Verrücktheit der Kanadier und gleichzeitige Offenheit für alles und Jeden versprüht ein einzigartiges Lebensgefühl, was mit Sicherheit auch zur großen touristischen Beliebtheit Vancouvers beiträgt. Die Stadt ist, unter anderem durch ihre Lage an Küste und Gebirge, ein bedeutendes Wirtschaftszentrum, aber auch Zentrum für Kunst und Schauspiel, Industrie und Forschung und besticht mit unglaublicher Lebensqualität. Nachhaltigkeit wird nicht nur auf dem Campus groß geschrieben, denn die ganze Stadt schützt ihre Grünflächen und unzählige Bio-Märkte zeugen von der bewussten Lebensweise der Menschen.

Die Nähe zur Natur ist einer der großen Anreize Vancouvers, denn schon eine 20-minütige Autofahrt von downtown genügt, um sich zwischen Mammutbäumen und allerlei Wildtieren wiederzufinden. Die Unberührtheit der Natur in den meisten Teilen des Landes verblüfft mich noch immer und ist der wohl größte Unterschied zu Deutschland! An den Wochenenden unternahm ich meinst lange Wanderungen mit einer Gruppe Austauschstudenten. Wir erkundeten das gesamte Gebiet um Vancouver bis nach Whistler, jenem Skigebiet, das spätestens seit den olympischen Winterspielen 2010 weltbekannt ist. Neben Wandern gehören Skifahren und Eislaufen zu den beliebtesten Winteraktivitäten der Kanadier und so taten wir "Exchanges" es ihnen gleich.

Fazit

Jeder, der die Chance auf ein Studiensemester im Ausland hat, sollte sie nutzen und ich weiß für mich selbst, dass dieser Auslandsaufenthalt nicht der Letzte während meines Studiums war.