Erfahrungsbericht: Julia Peter

Julia Peter
„Ein Auslandsaufenthalt ist am Anfang immer sehr viel „Papierkram“, der sich aber wirklich lohnt! “

Was war für Dich der ausschlaggebende Punkt, im Ausland zu studieren?
Überwiegend der Wunsch eine neue Kultur kennen zu lernen, meine Englischkenntnisse zu verbessern und während des Studiums auch etwas anderes als „nur“ die eigene Uni zu sehen; besonders, da ich nach dem Abitur weder ein FSJ absolviert habe, oder als Au Pair gearbeitet habe oder ein Jahr lang Work and Travel Erfahrungen gesammelt habe.

Wie hast Du die Dozenten an der Vancouver Island University erlebt?

Überwiegend alle sehr freundlich und hilfsbereit. Allerdings wird auch viel erwartet: z.B. kommt man eigentlich kaum drumherum die Bücher, die für den Kurs angesetzt sind, zu kaufen, da die Inhalte der Kapitel vorausgesetzt werden, auch wenn diese nicht in der Vorlesung besprochen wurden.


Welche Studieninhalte waren für Dich am wichtigsten?
In Deutschland studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau. VIU bietet allerdings kaum Vorlesungen im Bereich Maschinenbau an. Deswegen war es mir sehr wichtig Vorlesungen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften besuchen zu können, die ich in Deutschland brauche. Den Aufwand für die Kurse darf man aber nicht unterschätzen: 5 Kurse ist relativ viel Arbeit. Man muss in so gut wie jedem Kurs mit Präsentationen, Gruppenarbeit, Assignments etc. rechnen. Um etwas von der Insel zu sehen, würde ich deshalb nicht zu viele Kurse auswählen.
Ich selber hatte auch 5 Kurse, aber einer davon war ein Theaterkurs für nicht-Theater-Studenten. Dieser Kurs hat mir sehr viel gebracht, weil man ein bisschen Abwechslung hatte, das Englisch ungezwungen aufbessern konnte, und vor Leuten sprechen musste – perfektes Training für Präsentationen!


Wie viele andere Studenten waren in Deinen Kursen?

Die maximale Anzahl an Studenten in einem Kurs war ca. 34. Größere Kurse gab es zwar auch, sind aber nicht ganz so häufig. Deswegen sollte man sich relativ zügig für die Kurse eintragen, sobald die „registration time“ angefangen hat. Ich selber würde empfehlen, sich selber für die Kurse in seinem student account einzutragen, wenn man die Möglichkeit hat.
Wenn man in dem BBA Programm eingetragen wird, wird ein paar Tage bevor die Vorlesungen anfangen der sogenannte „Jump Start“ angeboten. Man lernt ein paar Professoren kennen, die Unigebäude werden einem gezeigt, man hat schon mehr Kontakt zu Studenten im selben Programm, durch „Spiele“ etc. – nur zu empfehlen, da es meistens auch etwas organisierter ist als die Orientation für die Internationals.


Wem würdest du empfehlen, an „Deiner“ ausländischen Universität zu studieren?

Jedem, der nicht an einer ganz so großen Universität studieren möchte, und der Spaß daran hat, Vorlesungen eher in einer Art „Schulklasse“ zu haben, anstelle von großen Hörsälen. Die Masse kann am Anfang ziemlich überwältigend wirken -  wovon man sich nicht abschrecken lassen sollte.
Ich bin sehr froh, dass ich mich für die VIU entschieden habe!

Hast du Tipps zur Wohnungssuche?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Wenn man „On campus“ in den Studentenwohnheimen wohnen möchte, sollte man sich ziemlich früh dafür bewerben, da die Zimmer relativ schnell weg sind. Während des Semesters werden dann meistens einige Zimmer doch wieder frei. Es gibt verschiedene Arten von Wohnheimen und Zimmergrößen – kann man auf der Homepage nachlesen.
Eine andere Möglichkeit stellt das Leben in einer Gastfamilie dar: Homestay (Essen eingeschlossen) oder Peerstay (man kocht sein Essen selber). Dabei kann es sein, dass man etwas weiter von der Uni entfernt wohnt. Wenn man sich dafür über die Uni bewirbt, kann man aber davon ausgehen, dass eine Bushaltestelle in der Nähe ist.
Einige sind auch auf die Insel gefahren, haben die ersten Nächte in einem Hostel verbracht und sind auf Wohnungssuche gegangen. Auf der Homepage der Uni gibt es auch einen Link für „Off Campus housing“, der ein paar nette Angebote aufzeigt.

Hast du Tipps zur Stadt?
Nanaimo selber ist eher eine kleine Stadt, mit nicht den besten Busverbindungen. Pubs und Clubs sind aber vorhanden (kleinere).
Die Fähre von Depature Bay bringt einen innerhalb 1 ½ Stunden nach Horseshoebay – von dort sind es mit dem Expressbus noch ca. 30 min bis man in Vancouver ist.
In der Gym auf dem Campus kann man sich zu Beginn des Semesters für die „Outdoor recreation“ Veranstaltungen einschreiben, was ich nur empfehlen kann. Man kann neue Leute kennen lernen und Aktivitäten in der wunderbaren Natur von Kanada ausprobieren: z.B. Surfen, Kajak fahren, White water rafting und vieles, vieles mehr!
Das International Office bietet auch des öfteren kleine Trips an; sehr günstig ist der Tagestrip nach Victoria!
So kalt, wie man sich Kanada evtl. vorstellen mag, wird es auf der Insel eigentlich nicht. So häufig schneit es auch nicht. Ich habe eine Woche Schnee gehabt. Es ist kalt – zu vergleichen mit Deutschland, aber nicht die -20°C, die man vielleicht mit Kanada in Verbindung bringen mag.

Hast du Tipps zur Vorbereitung des Auslandsaufenthalts?
Ein Auslandsaufenthalt ist am Anfang immer sehr viel „Papierkram“, der sich aber wirklich lohnt! Man sollte allerdings nicht allzu knapp planen, da manches doch ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt, vor allem, wenn man sich für Auslandsbafög bewerben möchte. (Finanzierung ist ein wichtiger Punkt, da Studiengebühren recht hoch sind, genauso wie die Bücherpreise (!!) – in der Student Union kann man meistens Bücher gebraucht und günstiger kaufen).
An der VIU kann man einen Toefl Test als Beleg einreichen oder ein Schreiben eines Englischprofessors, der bestätigt, dass man die benötigten Sprachkenntnisse besitzt.
Wenn man zwei Semester bleiben möchte, muss man sich auf jeden Fall um ein Studentenvisum kümmern.