Erfahrungsbericht: Johannes Linsenmeier

Johannes Linsenmeier
„Da ich auf Lehramt studiere, ist die Auslandserfahrung nicht obligatorisch, es ist jedoch immer ein Vorteil, wenn man mal an einer Universität in einem anderen Land studiert hat und die Lehre vergleichen kann.“

Auslandserfahrung ist immer ein Vorteil

Ich habe im Fall-Semester 2008 an der San Diego State University in Kalifornien, USA ein Auslandssemester über das Study Abroad-Programm von IEC absolviert. Meine Fächer sind Deutsch, Geschichte und Latein. Da ich auf Lehramt studiere, ist die Auslandserfahrung nicht obligatorisch, es ist jedoch immer ein Vorteil, wenn man mal an einer Universität in einem anderen Land studiert hat und die Lehre vergleichen kann. Gleichzeitig lernt man auch die jeweilige Sprache besser. So war es auch bei mir.

Studieren an der SDSU 

Bei drei Fächern hatte ich gleich einen Einblick in drei verschiedene Departments an der SDSU, was wirklich sehr interessant, wenn auch völlig anders als in Deutschland war. Da in den USA die Universität mehr verschult ist, sind die Professoren auch viel persönlicher und, vielleicht weil man mehr bezahlt als bei uns, auch offen für lange Sprechstundensitzungen. An was man sich gewöhnen muss, wenn man in den USA studiert, sind die Hausaufgaben, die es zu jeder Sitzung gibt, und mehrere Tests über das Semester verteilt und nicht nur einen oder zwei.

Da man sich als Study Abroad Student erst für Kurse anmelden kann, wenn das Semester begonnen hat, die SDSU-Studenten aber schon vorher, kann es sein, dass man nicht immer in den gewünschten Kurs kommt. Es gibt aber oft gleichrangige Kurse, die nicht ganz so überfüllt sind, da sie vielleicht früher am Morgen oder abends sind. Auch ich musste bei einem Geschichtskurs eine Alternative wählen, bin aber jetzt ganz zufrieden damit.

Das Niveau in meinen Fächern ist an der SDSU nicht ganz so hoch wie in Deutschland, allerdings gibt es dennoch Scheine, die man machen kann und die auch angerechnet werden. Man sollte das vorher nur gut mit den entsprechenden Professoren in Deutschland anhand des Vorlesungsverzeichnisses abklären.

Wohnen und Leben in San Diego

Die Wohnungssuche in San Diego gestaltet sich, vor allem kurz vor einem neuen Semester, nicht ganz so einfach. Ich habe zwar die erste Wohnung bekommen, die ich besichtigt habe, doch das ist eine Ausnahme. Prinzipiell gilt, je näher an der Uni, desto teurer. Manche Studenten wohnen gerne in Strandnähe, was manchmal sogar günstiger als die college area ist, müssen dafür aber morgens lange Wege in Kauf nehmen; vor allem, wenn man kein Auto hat.

Ich würde schon mindestens drei Wochen bevor das neue Semester anfängt nach San Diego gehen, um mich auf Wohnungssuche zu begeben. Habe ich auch gemacht. Mein Zimmer in einer 2er-WG ist 15 Minuten Fußweg von der Uni entfernt und kostet 700 Dollar alles inklusive. Das ist normal.

Ich habe mich, wie viele andere, für die Apartments auf dem Campus beworben, bin aber nicht genommen worden, obwohl ich erster auf der Warteliste war. Jetzt muss ich sagen, dass ich froh bin, nicht dort gelandet zu sein. Denn ich wohne mit einem Amerikaner zusammen, der mir hier einiges gezeigt und bei manchen Sachen auch geholfen hat; außerdem sind die On-Campus-Wohnungen sehr teuer und die Nachbarschaft mit vielen fraternities ist nicht immer die ruhigste.