Erfahrungsbericht: Jenny Wiethölter

„Ich kann jedem neugierigen und aufgeschlossenen Menschen nur unbedingt dazu raten, ein Auslandssemester an der Fudan zu machen. “

Der Entschluss ein Auslandssemester einzulegen entstand aus vielerlei Überlegungen.
Da ich Bwl studiere ist es sehr wichtig, auch mit Auslandserfahrung auf dem Lebenslauf glänzen zu können. Beim durchstöbern vieler Foren und Jobbörsen wurde mir immer klarer, dass man es ohne Auslandserfahrung kaum noch weit bringen kann. Darüber hinaus hielt ich es für eine ganz wichtige Sache, im Leben eines jeden Jungen Menschen für eine gewisse Zeit mal Haus und Hof zu verlassen, seine Fühler auszustrecken und die Welt zu entdecken.

Ein Auslandsstudium außerhalb von Europa
Viele meiner Freunde entschieden sich für ein Semester in Frankreich, England oder Spanien, um ein Erasmus-Party-Semester zu genießen. Natürlich sollte auch für mich der Spaß nicht zu kurz kommen, aber noch viel entscheidender war, dass ich etwas ganz besonderes machen wollte. Mein Auslandssemester sollte eine perfekte Kombination aus Abenteuer, Spaß, Herausforderung und fachlichem Anspruch sein. Außerdem war ich wenig an Kulturen interessiert, die der deutschen ähneln, sondern wollte einen „culture clash“ erleben.

Da ich mich schon immer für Asien begeistert habe und bereits eine spannende Reise nach Thailand erlebt hatte, harmonierten meine persönlichen Interessen mit der Tatsache, dass der asiatische Markt für Betriebswirte äußerst interessant ist, und viele Karrierechancen bietet. China, als Land der Mitte stellte für mich dabei den Inbegriff des asiatischen Wachstums und die eindrucksvolle Energie dar. Als ich dann auf das Programm von IEC stoß, stand für mich fest, wo es hingehen sollte.

Während meines Studiums legte ich meinen fachlichen Schwerpunkt auf das Public Affairs Management, welches ein enormes Einfühlungsvermögen, großes Kommunikationstalent und Menschenkenntnis erfordert. Hier werden Kontakter und Vernetzer gebraucht. Nirgendwo sonst kann man in so kurzer Zeit, schneller seine Soft Skills trainieren, als in einem fernen Land. Sei es im Umgang mit verschiedenen fremden Sprachen, anderen Kulturen, Ansichten und Religionen. Man lernt Toleranz und sich anzupassen. Natürlich sind diese Unterschiede meistens interessanter Natur und man kann unheimlich viele tolle Geschichten wieder mit nachhause nehmen, aber manchmal stößt man eben auch an seine Grenzen und überwindet sich, um nicht aus dem Rahmen zu fallen. Diese Erfahrung kann einen besonders beruflich sehr weit bringen, denn in einem neuen Team, mit neuen Aufgaben und Strukturen, hat man durch hohe Flexibilität und Auffassungsgabe starke Vorteile.

Studieren an der Fudan University
Sehr reizvoll war für mich auch die Chance, an einer so renommierten Universität, wie der Fudan University studieren zu dürfen. Von meinen Dozenten war ich völlig fasziniert. Im Vergleich zu meinen deutschen Professoren, wurde man an der Fudan sehr wertgeschätzt und in den Unterricht integriert. Wir hatten das Glück in recht kleinen Klassen untergebracht zu werden, sodass die Möglichkeit einer intensiven Lehrbeziehung bestand. Die Lehrkräfte und Tutoren waren stets an unserer Meinung interessiert und vermachten es, uns Chinas eindrucksvolle Geschichte, auf sehr persönliche Weise beizubringen. Ich hatte immer den Eindruck, dass sich all der Wiederspruch und die Vielfalt dieses Landes, sei es die politischen Orientierung oder die vielfältigen Bräuche, in unseren Klassenzimmer wiederspiegelten. Jeder von uns hat aus diesen Stunden des Austauschs viel mitnehmen können.

Besonders interessant waren für mich die Fächer „the Chinese Marketplace“ und der Sprachkurs, weil ich diese beiden Kurs am besten für meine berufliche Perspektive brauchen konnte. Der Sprachkurs war darüber hinaus auch sehr notwendig, um sich in der Stadt zurecht zu finden. Dabei war es leider nicht immer selbstverständlich, dass die neuen Vokabeln aus dem Unterricht, auch von den Einheimischen verstanden wurden…Der Marketplace-Kurs verband anthropologische Aspekte mit klassischen Überlegungen aus dem Marketing, und wird mir sicher noch von Nützen sein, wenn ich eines Tages mal beruflich in China zu tun haben sollte.

In unserem Sprachkurs hatten wir das Glück nur 10 Leute zu sein, wodurch den Vorteil hatte, dass sie Lehrkraft auch sich ganz individuell auf einen einstellen konnte. In den anderen Kursen waren wir ca 15-40 Leute. Überwiegend aus den USA und Europa stammend. Aber glücklicherweise waren einige Klassen auch mit ein paar chinesischen Studenten gespickt!

Vobereitung auf das Auslandssemester
Um mich auf mein Auslandssemester vorzubereiten, habe ich mich als erstes mit einem Bekannten getroffen, der bereits ein Jahr lang in Shanghai studiert hat. Er konnte mir viele hilfreiche Tipps und Tricks für einen guten Start verraten. Dadurch war ich mit ersten „survival“ Vokabeln, Infos zu den besten Clubs, Bars und Restaurants und paar lustigen Anekdoten zu Land und Leuten, super gerüstet. Außerdem habe ich mir einen Reiseführer für China zugelegt, und diesen eifrig studiert. Ein Sprachkurs hätte mir bestimmt auch nicht geschadet, aber im Endeffekt habe ich mich auch so gut zurecht gefunden.

Die Wohnungssuche
Die Wohnungssuche spielte für mich kein Problem, da sich IEC um alles kümmerte.
Ich habe mich ohne lang zu überlegen sofort für das Studentenwohnheim „Tonghe -International Students Appartments“, das auch von IEC empfohlen wird, entschieden und kann nur jedem dazu raten. Dort habe ich innerhalb der ersten Stunden bereits Freundschaften geschlossen, die über das gesamte Semester gehalten haben. Wir haben uns immer scherzhaft die „United Nations“ genannt, weil wir alle aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt  stammten. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, hatte viel Platz und alle wichtigen Geschäfte, Restaurants und die Uni in unmittelbarer Nähe. In der Wudong Road sind wir alle jeden Abend zusammen essen gegangen und haben uns in Kneipen, wie dem „Helen´s“ oder dem „Narrowgate“ getroffen. Es gibt eine bunte Mischung von allen asiatischen Küchen, bis zu Amerikanischem Essen und ein Supermarkt ist direkt am Eingang des Wohnheims. Das Personal von Tonghe war stets freundlich und hilfsbereit. Neben der Lobby war das kleine Bistro Deli´s im französischem Stil, für viele Studenten ein toller Aufenthaltsraum. Neben einer leckeren Speisekarte mit Essen aus der Heimat, kamen hier alle täglich zusammen, um gemeinsam zu lernen. Außerdem gibt es eine sehr hübsche Terrasse, auf der wir uns solange es schönes Wetter gab, jeden Abend versammelt haben.

Die Stadt Shanghai
Shanghai bietet eine große Vielfalt an Clubs, Bars und Restaurants und ist sogar unter der Woche äußerst attraktiv zum Weggehen. Es lohnt sich immer von den Ladys Nights Gebrauch zu machen, wie zum Beispiel jeden Mittwoch in der Hyatt Bar des World Financial Towers. Dort gibt es freien Champagner für alle Damen und die Männer können unter dem Tisch gerne mal ein Gläschen abbekommen ;-) Wenn man gerne Tanzen mag, ist die Bar Rouge ein guter Tipp. Sie liegt direkt am Bund, auf dem Dach eines der wunderschönen Häuser im Empire-Stil und bietet die trendigsten Dj´s, Cocktails und ein traumhaftes Panorama.

Tagsüber bieten sich tolle Shopping-Möglichkeiten in der Innenstadt. Neben sämtlichen internationalen Stores gibt es auch asiatische Kaufhäuser, in denen alles viel günstiger ist. Auch die Fake- und Taylormarkets sind ein absolutes Highlight. Darüber hinaus finden auch zahlreiche kulturelle Events statt. Über die Internetseite „whats up Shanghai“ kann man immer einen Überblick bekommen, wo eine Vernissage, ein Konzert oder ein Festival ist. Aber eigentlich muss man sich keine Sorgen über zu wenig Unterhaltung in Shanghai machen. Ihr werdet einfach mitgezogen und hört sicher jeden Tag von den anderen Studenten, was gerade angesagt ist.

Abschließend kann ich jedem neugierigen und aufgeschlossenen Menschen nur unbedingt dazu raten, ein Auslandssemester an der Fudan zu machen. Es war das Beste, was ich je gemacht habe und hat meinen Horizont enorm erweitert. Die Internationalen Studenten sind wie eine große Familie und man bekommt alleine durch diese Gemeinschaft schon täglichen Input, der einfach unbezahlbar ist.

Der IEC Service
Während meiner gesamten Vorbereitungszeit konnte ich stets auf die hilfsbereiten Mitarbeiter von IEC vertrauen. Dadurch wurden mir jegliche Angst oder Sorge, über das gelingen meines Auslandssemesters genommen, und die Vorfreude konnte Überhand nehmen. Auch vor Ort wurde ich bestens von dem Team der Fudan und IED Solutions betreut und musste kein einziges Mal Hilfe in Deutschland suchen.

Studieren in Shanghai, China
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