Erfahrungsbericht: Henny Blunk

„Für ein Studium mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen ist ein Auslandssemester regelrecht Standard.“

Teil 1: Uni/ Studium/ Kommilitonen

1. Nach der langen Zeit der Vorbereitungen und Bewerbungsformalitäten sind Sie nun endlich an Ihrer Uni im Ausland angekommen. Wie wurden Sie aufgenommen? Hatten Sie Ansprechpartner für Fragen/ Probleme?

Die erste Woche an der Uni war sehr spannend. Am ersten Tag gab es eine Einführungsveranstaltung für alle ausländischen Studenten die mit einer Vorstellung des Clubs für Maorikultur begann. Anschließend ein kleines Frühstück und schließlich eine Informationsveranstaltung bei der alle wichtigen Fragen über Organisatorisches geklärt werden konnten.
Für mich war vieles davon nicht neu, weil ich die Kurseinschreibungen schon von daheim erledigt hatte. Trotzdem hatte ich regelmäßigen Kontakt mit meiner Betreuerin vom International Office, die immer gut erreichbar war und alle meine Fragen verständlich beantwortet hat.
Über die gesamte Einführungswoche gab es Veranstaltungen wie Führungen über den Campus, Treffen mit den Dekanen und Professoren der Fakultäten und spezielle Freizeitangebote. Zu Beginn und während des Semesters war es kein Problem, wenn man sich mit seinen Fragen an das International Office oder seine Professoren gewandt hat. Alle waren immer sehr hilfsbereit, und so haben sich keine größeren Probleme während meines Aufenthalts ergeben.
 
2. Thema Sprachtest: Welchen Sprachtest haben Sie abgelegt? Wie haben Sie sich auf den Test vorbereitet – gab es gute Vorbereitungsmaterialien, die Sie angemessen auf die Prüfung vorbereitet haben?


Anderthalb Jahre vor meinem Aufbruch nach Neuseeland habe ich den IELTS gemacht, um mich auf einen Masterplatz bewerben zu können. Dieser wurde von allen Unis an denen ich mich in Neuseeland beworben hatte problemlos anerkannt. Speziell auf den Test vorbereitet habe ich mich nicht.

3. Betrachten Sie den Sprachtest auch als Qualifikation für den späteren Einstieg ins Berufsleben?

Da für den IELTS offiziell nur zwei Jahre Gültigkeit empfohlen werden, habe ich vor mich für meine zukünftigen Bewerbungen erneut einem Test zu unterziehen. Ich halte den IELTS für einen guten Anhaltspunkt für spätere potentielle Arbeitgeber und finde ihn auch hilfreich zur Selbsteinschätzung.

4. Warum haben Sie sich für einen Auslandssemester/ Bachelor/ Master im Ausland entschieden – Ihre drei wichtigsten Beweggründe?


Der erste und wichtigste Beweggrund war, dass ich etwas von der Welt sehen wollte. Ich wollte gern das Leben in einem anderen Land kennenlernen, so wie ich mich auch darauf gefreut habe, die Menschen und die Landschaft zu entdecken.
Der zweite Grund war mein Spezialisierungsgebiet Internationale Beziehungen. Ich finde es wichtig für mein Verständnis für mein Studienfach, im Ausland gewesen zu sein. Dazu gehört nicht nur dass ich meine Sprachkenntnisse erweitern wollte, sondern auch das Regierungssystem eines anderen Landes von innen kennenlernen konnte.
Schließlich habe ich mich für Neuseeland entschieden, weil ich das Land sowohl landschaftlich als auch kulturell als sehr vielschichtig empfunden habe (ein Eindruck der sich bestätigt hat). Mit IEC war das Auslandssemester als Freemover in Neuseeland dann auch unkompliziert organisiert.

5. Welche Kriterien (z.B. Höhe der Studiengebühren, Fächerangebot, Länge des Studienprogramms, geographische Lage, etc.) waren für Sie ausschlaggebend bei der Uni-Wahl?

Bei der Auswahl der Universitäten, bei denen ich mich bewerben wollte, habe ich mich davon leiten lassen, welche Vertiefungsgebiete und welche Veranstaltungen sie anbieten. Die Uni Auckland war meine erste Wahl, weil sie international einen sehr guten Ruf hat und in Rankings gut abschneidet. 

6. Was macht Ihr Studienland/ Ihre Universität attraktiv speziell im Hinblick auf das Fach, das Sie studieren (z.B. Spezialisierungsangebote, gute Jobaussichten nach dem Studium, renommierte Dozent/innen, guter Ruf der Fakultät/ Rankingergebnisse, etc.)?

Die Uni Auckland hat sehr interessante Veranstaltungen angeboten und darüberhinaus namhafte Dozenten.

7. Wie schätzen Sie den „Karrierefaktor Auslandsstudium“ ein? Für wie wichtig erachten Sie Auslandserfahrung für Ihren persönlichen Lebenslauf bzw. für den Jobsektor, in dem Sie sich nach dem Studium bewerben möchten?

Für ein Studium mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen ist ein Auslandssemester regelrecht Standard. Unabhängig ob man nach seinem Abschluss in der Forschung, der freien Wirtschaft oder politische Organisationen arbeitet, ist ein Auslandsaufenthalt sicher ein wichtiger Punkt im Lebenslauf. Aber unabhängig davon, wo man sich bewirbt, finde ich, dass der persönliche Gewinn an Lebenserfahrung durch Organisation und neu geknüpfte Kontakte im Ausland im späteren Arbeitsleben immer hilfreich sein kann.


Teil 2: Freie Zeit

1. Nur einen Tag Zeit: Was muss man in ‚Ihrer’ Studienstadt unbedingt gesehen haben?

Auckland ist eine relativ große und sehr internationale Stadt, die vor kulturellen Angeboten aus allen Nähten platzt. Um sich mit Neuseeland bekannt zu machen, ist ein Besuch des War Memorial Museums sehr empfehlenswert, dass neben einer riesigen Sammlung an Maori- und Pazifikaartefakten einen Überblick über die Geographie, Biologie und historische Entwicklung Neuseelands gibt.
Entweder frühmorgens oder kurz vor Sonnenuntergang, sollte man sich auf den Skytower in der Innenstadt von Auckland wagen. Um diese Zeiten ist die Sicht am Besten und man bekommt einen wunderschönen Blick auf Auckland und die Vulkanlandschaft in und um die Stadt.
Auf einem der Vulkane sollte man in Auckland ebenfalls geklettert sein: Die bekanntesten sind der Mt. Eden, One Tree Hill und der Mt. Rangitoto, der auf einer Insel vor dem Hafen liegt. Auf dem Foto sieht man den Blick von Mt. Eden auf die Innenstadt.
Abends kann man entweder bequem auf der Karangahape Road (kurz K’Road) etwas essen oder in einer der gemütlichen Kneipen einkehren. Wer feiern möchte, sollte zum Viaduct unten am Hafen gehen, wo die meisten Clubs sind oder man gemütlich durch die Yachthäfen und den nächtlich beleuchteten Hafen schlendern kann.

2. Haben Sie einen Geheimtipp, der in keinem Reiseführer steht?

Leider verschweigen die Reiseführer, dass es überall in Auckland sogenannte ‚Reserves‘ und ‚Bushes‘ gibt. Das sind kleine Grünflächen inmitten der Vororte, in denen man viele der typisch neuseeländischen Pflanzen wie den Silver Fern oder den Cabbage Tree findet. Die meisten sind mit kleinen Tafeln ausgestattet, auf denen Informatives zu einheimischen Pflanzen und Tieren steht. Der eigentliche Grund aber, weshalb ich gern in dieses Bushes war, ist allerdings dass es dort knallbunte neuseeländische Papageien zu beobachten gibt.

3. Wenn der Tag mal wieder stressig war: Wo können Sie am besten entspannen? Und wo lässt es sich am besten feiern?

Wenn ich einen stressigen Tag hatte, konnte ich einige Minuten laufen und war am Strand. Dort konnte man einfach nur herumsitzen und den Ausblick auf die Vulkaninseln genießen, surfen lernen, sich in eines der Cafés setzen, baden oder einen Spaziergang machen. Außerdem ist es sehr leicht, dort mit Kiwis ins Gespräch zu kommen und nette Leute kennenzulernen.
Zum Feiern geht man in Auckland entweder zum Viaduct, nach Ponsonby oder auf die K’Road. Während im Viaduct eher größere Clubs sind, findet man in Ponsonby und auf der K’Road viele kleine Kneipen und Bars. Ich war regelmäßig zu Konzerten im Thirsty Dog an der Ecke K’Road/Howe Street.

4. Was ist ganz anders in Ihrem Gastland? Und was ist „eigentlich fast wie zu Hause“?

Vieles in Neuseeland ist dem Leben in Europa sehr ähnlich. Wirklich vermisst habe ich nur Schwarzbrot, günstiges Bier und mein Semesterticket. Außerdem gibt es in Neuseeland nur relativ langsames, volumenbegrenztes und teures Internet und kaum einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr. Anders als in Deutschland sind die Menschen in Neuseeland viel offener und weniger kontaktscheu.

5. Dieses Erlebnis/ dieser Tag wird Ihnen in Erinnerung bleiben:

Während ich auf der Südinsel herumgereist bin, gab es einen Ausblick auf dem Weg zum Milford Sound der einfach nur unbeschreiblich war. Bis jetzt bin ich mir nicht sicher, ob die Neuseeländer überhaupt wissen was für ein Glück sie haben in so einem wunderschönen Land zu leben.