Erfahrungsbericht: Francesco T.

„Nutzt diese einmalige Gelegenheit und durchlebt etwas was euch im Leben so viel weiterbringt. Etwas was euch reifen lässt und euren Horizont erweitert!“


Traum Auslandssemester

Fast jeder Student kennt dieses Gefühl. Der Wunsch, der Traum für einige Zeit im Ausland zu studieren und leben zu können. Bei mir war die Entscheidung ein Auslandssemester während meines Studiums durchzuführen schon vor Studienbeginn gefallen. Es kam für mich erst gar nicht in Frage ein Studium ohne Auslandssemester zu absolvieren. Natürlich spielen da vielen Faktoren mit ein, insbesondere der finanzielle Aspekt ist nicht unerheblich, dennoch wollte ich mir meinen lang gehegten Wunsch erfüllen. Ein Auslandssemester ist mit Sicherheit kein günstiges Vergnügen, jedoch sollte man es als Investition in die persönliche und berufliche Zukunft sehen. Viele potenzielle Arbeitgeber sehen es nun mal gerne wenn die Bewerberin oder der Bewerber einen längeren Auslandsaufenthalt vorweisen kann. Somit stand schon bei mir lange vor meinem Studium fest, dass ich ein Auslandssemester definitiv durchführen würde. 

Vorbereitungen und Zeitpunkt

Die meisten Universitäten in Deutschland bieten ihren Studentinnen und Studenten diese Möglichkeit erst nach dem dritten Semester an. Somit musste ich erst mein drittes Semester hinter mich bringen um im Ausland studieren zu können. Sicherlich hat es ein wenig an Vorarbeit benötigt um dieses Auslandssemester so gut wie möglich vorzubereiten. Jedoch konnte ich relativ flott das Angebot von IEC im Internet ausfindig machen. Der IEC Internetauftritt ist gut strukturiert und äußerst informativ.

Unterstützung von IEC

Es hat nicht lange gedauert bis ich mich dazu entschieden habe in Kalifornien mein Auslandssemester durchführen zu wollen. Ich habe schnell die kostbare Unterstützung von Frau Zongaro aus dem IEC Team schätzen gelernt. Sie stand mir jederzeit für jegliche Fragen parat und hat mich sehr professionell beraten. Für mich war es wichtig von jemandem beraten zu werden, der persönlich eine ähnliche Erfahrung gemacht hat. Frau Zongaro hat viele Jahre in Kalifornien gelebt und durch Ihre Tätigkeit bei der IEC auch persönlichen Kontakt zu vielen Kalifornischen Universitäten aufgebaut. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass ich mit Frau Zongaro alle Vor- und Nachteile der einzelnen Universitäten die für mich in Frage kamen durchsprechen konnte.

Mit Familie ins Auslandsstudium!

Nun ist zu erwähnen, dass meine persönliche Situation wahrscheinlich „anders“ ist als die von der Mehrheit der Studenten die sich von IEC beraten und unterstützen lassen. Ich habe sehr spät mit meinem Studium angefangen, welches ich auch noch berufsbegleitend absolviere. Dies bedeutet konkret, dass ich bereits verheiratet bin und zwei Kinder habe. Dies sollte jedoch kein Hindernis sein um den Traum des Auslandssemesters trotzdem zu realisieren. Es ist jedoch ein immenser Mehraufwand, finanziell und organisatorisch, wenn man seine Familie für den Zeitraum des Auslandssemester mitnehmen möchte. Insbesondere der ganze „Papierkram“ mit den Amerikanischen Behörden bzw. Botschaft und Konsulat ist nicht zu unterschätzen. Auch „Normalstudenten“ ohne Familie würde ich raten, so früh wie möglich mit der Planung des Semesters zu beginnen. Die Bürokratie ist sehr nervig, aber man sollte nie vergessen, dass sich diese ganzen Mühen lohnen. Zu meiner großen Überraschung war der Gang zum Amerikanischen Konsulat in Frankfurt am Main nicht so aufwendig wie das Beantragen von I-20, Visa etc. über das Internet. Ich würde empfehlen die Planung ca. 6 Monate vor dem geplanten Auslandsaufenthalt zu beginnen um ohne Stress alles geregelt zu kriegen.

Wahl der Universität

Die Wahl für eine Universität muss selbstverständlich vor der Beantragung der ganzen Papiere feststehen. Ich hatte mich nach reichlicher Überlegung für die California State University San Marcos entschieden. Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen habe ich eine Universität gesucht die von wenigen ausländischen und vor allem deutschen Studenten frequentiert wird. Dies wäre an der SDSU (San Diego State University) sicherlich anders gewesen. Zum anderen habe ich mich bewusst für die CSUSM entschieden weil ich als BWL-Student von ihrem Business College überzeugt war und bin. Als weiteren Punkt muss ich angeben, dass ich eine Uni in einer kleineren Stadt gesucht habe, die etwas ruhiger als die großen Städte San Diego und Los Angeles ist.

Studienstadt San Marcos 

San Marcos in Sand Diego County ist eine wunderschöne junge amerikanische Kleinstadt ca. 50 km nördlich von San Diego Downtown. Man findet dort alles was man benötigt, von Ärzten, Krankenhäusern und Supermärkten bis hin zum Elektroladen Fry´s. San Diego Downtown ist in ca. 45 Minuten mit dem Auto zu erreichen. 

Zum schönen Strand in Carlsbad oder Oceanside sind es ca. 20 Minuten mit dem Auto. Große Einkaufszentren gibt es ebenfalls und können schnell erreicht werden. Es fehlt einem an nichts in dieser Ecke. Die Lebensqualität in dieser Gegend Kaliforniens ist einzigartig. Wer Party machen will, kann die Clubs und das Nachtleben in San Diego unsicher machen. Wer, wie ich, eine Familie hat besucht natürlich die ganzen Themenparks wie Disneyland, Legoland, San Diego Zoo und Sea World. Las Vegas und Los Angeles sind super mit dem Wagen zu erreichen. Es gibt viel zu sehen und noch mehr zu tun.  

Wohnungssuche

Ein wichtiges und extrem kostspieliges Thema ist die Suche nach einer Wohnung, WG oder einer anderen Bleibe. Ich habe mich im Internet so gut es ging informiert und habe viele „Gated Communities“ angeschrieben bezüglich möblierter Wohnungen. Viele Anbieter haben erst gar keine möblierte Wohnungen im Angebot. Ich konnte  jedoch genau gegenüber der Universität bei Prominence Apartments eine kleine möblierte Wohnung anmieten. Dies hatte den großen Vorteil, dass ich während meiner Zeit in San Marcos zu Fuß zur Uni laufen konnte. Die Spritpreise in den USA sind zwar ein Witz im Gegensatz zu den Spritpreisen in Deutschland, jedoch konnte ich so eine menge Geld sparen. Nichtdestotrotz, würde ich die Apartments von Prominence niemandem weiterempfehlen. Das Team bei Prominence ist äußerst unfreundlich und nicht (wie man es eigentlich in den USA gewohnt ist) Serviceorientiert. Es gab immer wieder kleinere Schwierigkeiten die erst immer dann geregelt wurden nachdem ich mit dem Management gesprochen hatte. Den Studenten die sich für die CSUSM entscheiden, würde ich empfehlen entweder ein Zimmer in den Dorms (also den Studentenwohnheimen der CSUSM) zu beziehen oder sich für eine amerikanische Gastfamilie zu entscheiden. Davon abgesehen, dass man bares Geld spart, erhält man dadurch einen echten Einblick in den „American Way of Life“. Sollte man nicht schon gut englisch sprechen hilft dies auch ungemein sein Englisch zu verbessern. Ich habe an der CSUSM auch ausländische Studenten kennengelernt die in Gastfamilien untergebracht waren, und es ist zu erwähnen, dass alle sehr zufrieden mit ihren Gastfamilien waren. Sollte man sich nur für ein oder zwei Semester im Ausland entscheiden, würde ich definitiv kein „normales“ Apartment empfehlen. Spart euch die Nerven, Zeit und das Geld und entscheidet euch für eine der zwei Alternativen. 

Betreuung und Kurse

An der CSUSM wird man nicht an der Uni selber eingeschrieben sondern bei der ALCI dem American Language and Culture Institute. Die Betreuer der ALCI sind kurz gesagt GENIAL! Typisch amerikanisch extremst hilfsbereit, kommunikativ und freundlich. Es gibt kein Anliegen was nicht gelöst wird und für jegliche Herausforderungen (den bekanntlich gibt es ja keine Probleme) wird eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Die Betreuer der ALCI stehen insbesondere in der Einführungswoche mit Rat und Tat zur Verfügung. Sie sind es auch die den angehenden Studenten bereits vor der Anreise alle wichtige Informationen etc. zukommen lassen. Sie bereiten in der Einführungswoche ebenfalls intensiv auf das so genannte „Course Crashing“ vor. In den USA gibt es den Usus, dass man (nicht nur) als Auslandsstudent die Kurse die man gerne haben möchte „crashen“ muss. Studenten die ganz normal an der CSUSM eingeschrieben sind, haben die Möglichkeit sich über den Online-Campus für die gewünschten Kurse anzumelden. Diese Studenten werden fairerweise auch bevorzugt behandelt. Wenn alle Plätze eines Kurses vergeben sind, liegt es im Ermessen des Dozenten ob man noch für den Kurs zugelassen wird. Man geht also in die erste Vorlesung, setzt sich dorthin partizipiert und fragt am Ende der Vorlesung den Dozenten ob man in den Kurs darf oder nicht. Dieses Verfahren nennt sich also „Course Crashing“. Um vielen die Skepsis zu nehmen muss ich erwähnen, dass die Dozenten alle sehr aufgeschlossen den ausländischen Studenten gegenüber waren. Viele sehen es sogar als Bereicherung die „International Students“ in den Kursen zu haben. Somit habe ich was das Course Crashing betrifft auch durchweg positive Erfahrungen gesammelt. 

Das Crashen beginnt nach der Einführungswoche, denn die Einführungswoche beginnt immer eine Woche vor dem offiziellen Semesterstart. D. h. in der ersten Semesterwoche wird ordentlich drauf losgecrasht. Am Ende hatte ich alle Fächer die ich benötigte. Auch die die wichtig waren um in Deutschland an der Heimatuni Kurse anerkannt zu kriegen. Dies waren im speziellen 1. Global Business Management, 2. International Economics (Trade) und 3. Leadership Management. Man muss insgesamt 12 Units belegen. Leider hatte ich aber nur insgesamt 11 Units mit diesen drei Fächern. Also, ab zur ALCI um zu sehen welche Möglichkeiten gegeben waren um die letzte Unit zu erhalten. Die Berater der ALCI haben mir vorgeschlagen am Volunteer Programm (Freiwilligendienst)  teilzunehmen um das letzte Unit zu erhalten. Am Anfang war ich nicht gerade begeistert von der Idee, doch am Ende hat sich herausgestellt, dass dieses Volunteering eine großartige Sache war. Ich habe z. B. mit Behinderten Kindern Basketball gespielt, am Beach Clean-up geholfen oder im Altenheim mit Senioren Domino gespielt. Ich hatte dadurch die Möglichkeit viele interessante Menschen kennenzulernen und habe erfahren, dass es in den USA sehr wichtig ist solche Volunteer Stunden aufweisen zu können. Viele Arbeitgeber schätzen die Bereitschaft am Gemeinschaftsdienst partizipieren zu wollen. Es waren jede Woche zwei Stunden zu absolvieren. Somit hatte ich meine Unit im Sack und sogar sehr viel Spaß dabei. 

Arbeitspensum in den USA

In den USA zu studieren bedeutet vor allem eins: VIEL ARBEIT. Man hat quasi jede Woche Prüfungen, Tests, Seminararbeiten etc... Es gibt immer was für die nächste Vorlesung vorzubereiten. Das Niveau in den USA ist, meiner Meinung nach, nicht so hoch wie bei uns in Deutschland, jedoch ist der Arbeitsaufwand doppelt so hoch. In Deutschland sind wir es gewohnt im Semester zu den Vorlesungen zu gehen (oder sie auch ausfallen zu lassen) um am Ende des Semesters die Klausur zu schreiben und/oder die Seminararbeit. Leider hängt bei uns in Deutschland alles an einer Klausur und ggf. Seminararbeit um das Semester zu bestehen oder nicht. Dies ist in den USA anders und meiner Meinung nach auch deutlich besser bzw. vorteilhafter. Man sammelt das ganze Semester über Punkte, und wenn man genug Punkte gesammelt hat, hat man den Kurs bzw. das Semester schon bestanden bevor die Finals (Abschlussklausuren) stattgefunden haben. Dies hat den großen Vorteil, dass man Schwächen ausgleichen kann und man immer die Möglichkeit hat auch einen Ausrutscher zu korrigieren. Jedes Fach hat ein Mid-Term (praktisch eine Halbsemesterklausur) und ein Final-Term (Abschlussklausur). In den Mid-Terms wird alles abgefragt was bis dahin durchgenommen wurde. Bei den Finals werden die Themen der ersten Semesterhälfte (Themen der Mid-Terms) ausgelassen und es kommen nur die Themen der zweiten Semesterhälfte dran. Davor und dazwischen gibt es jede Menge Prüfungen, Tests und Seminararbeiten. Ich habe noch nie so viel für das Studium gelesen und geschrieben wie während meiner Zeit in San Marcos. Dies soll nicht abschrecken, denn es hat den großen Vorteil, dass immer nur der aktuelle Stoff abgefragt wird. Während meines Auslandssemesters habe ich 15 Tests, 7 kleine Seminararbeiten bzw. Papers, 2 Seminararbeiten, 3 Midterms und 3 Finals geschrieben. Darüber hinaus hatte ich noch 2 Präsentationen (eine 120 Min. und eine 30 Minuten) vorzubereiten und zu präsentieren. Hört sich vielleicht alles viel an, aber es ist durchaus machbar und nicht unmöglich.

Wer also denkt das Auslandssemester in Kalifornien wäre ein Zuckerschlecken und besteht nur aus Surfen und Beachbody Präsentation am Strand muss leider enttäuscht werden. Es ist mit sehr viel Arbeit verbunden die aber am Ende absolut wertvoll ist. Am Ende des Semesters gibt es eine von der ALCI organisierte Abschiedsfeier mit Reden und Urkundenübergabe. Man trifft dort wieder alle Internationale Studenten wieder die man bei der Eröffnungsfeier bzw. Einführungswoche getroffen hat. Mein persönliches Highlight war meine Abschlussrede. Die ALCI Verantwortlichen hatten mich gefragt, ob ich bereit wäre die Gruppe der International Students des Semesters in einer Rede zu repräsentieren. Dies habe ich mit Vergnügen gemacht. Meine Family durfte auch an dieser Veranstaltung teilnehmen, was zur Folge hatte, dass mein Sohn während meiner Rede mit auf die Bühne wollte und mir dort die Show gestohlen hat ;-) Ich glaube auch, dass wir dank ihm den größten Applaus bekommen haben. 

Vorteile der CSUSM

Die CSUSM ist eine hervorragende Adresse um ein Semester im Ausland zu absolvieren. Es ist noch eine sehr junge Universität (est. 1989) dies heißt jedoch nicht, dass die Qualität nicht auf dem Niveau der SDSU (San Diego State University) oder einer CSUN (California State University Northridge) ist. Die CSUSM gehört wie die eben genannten zwei Universitäten zur California State University Gruppe. Dies bedeutet in erster Linie, dass die gleichen Vorgaben und Qualitätsstandards gegeben sind wie an allen anderen California State Universitäten. Ein riesen Pluspunkt ist die Kursgröße in den USA. Alle Kurse die ich besucht habe hatten eine Gruppengröße von ca. 30 Studenten. So ist es auch für die Dozenten deutlich einfacher als in Deutschland um sich um Ihre Studenten zu kümmern. Meine Dozenten waren alle super. Im Endeffekt, einer besser als der andere. Zwei von drei meiner Dozenten kamen aus der freien Wirtschaft und haben schon Managementpositionen bei namhaften Unternehmen wie z. B. HP besetzt. Diese brachten dadurch ein immenses Fachwissen und tolle Erfahrungsberichte mit in die Vorlesungen. Sie waren ALLE sehr kooperativ und JEDERZEIT (auch über eine Email abends um 23 Uhr) hilfsbereit. Man hat richtig gemerkt, dass es den Dozenten darum ging, dass die Studenten etwas aus den Vorlesungen bzw. aus dem Kurs mitnehmen um es auch später im Berufsleben anwenden zu können. Meine Dozenten haben mir sehr viele kleine Tipps und unzählige Vorschläge gemacht,  wie man dieses und jenes besser schreiben, recherchieren und umsetzen könnte. Diese hervorragende Kommunikation und Zusammenarbeit haben dazu geführt, dass ich alle meine Kurse mit hervorragenden Noten abschließen konnte (2x A = 1,0, 1x B+ = 1,7). Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass die Qualität und das Studium an der CSUSM hervorragend waren und sind. 

Fazit

Ich möchte diese Gelegenheit dazu nutzen, jedem Studenten der sich überlegt ein Auslandssemester zu absolvieren eine Empfehlung zu geben. Nutzt diese Gelegenheit und zieht es durch. Selbstverständlich müssen die finanziellen Mittel dafür vorhanden sein, aber sollten diese da sein kann ich nur sagen: Nutzt diese einmalige Gelegenheit und durchlebt etwas was euch im Leben so viel weiterbringt. Etwas was euch reifen lässt und euren Horizont erweitert. Etwas worüber ihr auch in 80 Jahren reden werdet. Etwas was eigentlich nicht in Worte zusammenzufassen ist, weil man es selber spüren und erleben MUSS um es zu verstehen. Also: Packt die Koffer!!!   

Ich möchte mich auf diesem Weg nochmals herzlich bei IEC und insbesondere bei Frau Zongaro für die tolle Unterstützung bedanken. Sie waren ebenfalls, wie die Leute der CSUSM und der ALCI, daran beteiligt, dass ich meinen Traum vom Auslandssemester leben durfte, und glauben Sie mir, es war ein toller Traum.