Erfahrungsbericht: Christoph Moldt

Christoph Moldt
„Mein Tipp zur Vorbereitung lautet IEC. Ihr habt einen echt guten Job gemacht und kann euch nur wärmstens weiterempfehlen.“

The American Way of Life

Alles in allem war das eine sehr horizonterweiternde Zeit hier. Um es kurz und knackig zu machen, leben in Deutschland ist ein Leben von + 5 bis - 5 , wobei der Plus-Bereich positive Dinge des Lebens widerspiegelt und der Minus-Bereich Negative, im Vergleich dazu ist leben in den USA ein Leben von + 10 bis - 10. Ich habe hier unglaublich positive Dinge erleben dürfen, die wären in Deutschland ohne weiteres niemals möglich gewesen.  Das Wetter ist einfach ein Traum (im Januar Sonnenbrand bekommen…), mit dem 450 PS-Buggy durch die Wüste zu heizen, Jetski fahren auf dem Colorado River, nach den Vorlesungen ein paar Wellen surfen zu gehen und einen wunderschönen Sonnenuntergang am Pazifik zu sehen. Die Bandbreite von Natur die hier vorherrscht ist einfach unglaublich. Innerhalb von 150 Meilen kann man ein Wochenende in der Wüste verbringen (Mojave Desert), das nächste Wochenende kann man Ski laufen gehen (Big Bear bei L.A.) und das nächste Wochenende kann man ein schönes Strand  Wochenende erleben mit Beachvolleyball, surfen und Beachparty oder doch lieber einen der vielen Nationalparks? Bananenstauden, Kakteen, ständiger Sommer, Surfer, Beach und Palmen kreieren ein super relaxtes Lebensgefühl. Die Kalifornier sind unglaublich freundlich und wesentlich hilfsbereiter, absolut easy going und erheblich leichter für Dinge zu begeistern als die Deutschen.

Studium an der SDSU

Ich studierte ein Semester an der San Diego State University in Kalifornien, USA. Ich habe an keinem speziellen Austauschprogramm teilgenommen, sondern wollte einfach nur für mich als persönliche Bereicherung ein Semester im Ausland verbringen (neben der Weiterentwicklung der Sprachsensibilität).

In Deutschland studiere ich BWL, jedoch an der SDSU Soziologie, Psychologie, Spanisch, Chor dirigieren und Gesang. Hoch lebe die Vielseitigkeit ;-). Die Uni hat einen mega geilen Campus im Vergleich zu Deutschland, mit Teich und Schildkröten, Gartenanlagen, Bowlingbahn, riesengroßes Fitnessstudio (25$ monatlich), Bibliothek 24 Stunden geöffnet, usw.

Die Dozenten an der Uni sind wie in Deutschland, einige besser/gewillter und andere schlechter oder weniger gewillt guten Unterricht anzubieten. In jedem Falle wird hier mehr Arbeit während des Semester verlangt als in Deutschland. Nachts bis 00.00 Uhr am Anfang des Semesters in der Bibliothek sitzen war keine Seltenheit. In Psychologie 4 Exams und 2 Studies, Soziologie 5 Paper, 3 Exams und eine Präsentation, Spanisch 3 Exams, eine Präsentation und Aufgaben in einem Online Tool, usw. Dabei sind die Kosten die für Bücher anfallen nicht unerheblich (als auch der Zeitaufwand alle zu lesen). Ich musste um die 300$ für Bücher und Online Tools ausgeben. 

Die Anzahl der Studenten reichte von 7 Personen (Choral Conducting) bis 250 (Einführung in die Psychologie). Für die Anwendungsvorlesungen waren aber maximal 30 Personen in einem Kurs.   

Ich würde generell jedem empfehlen im Ausland an “meiner” Universität zu studieren, der ehrgeizig, willensstark und neugierig ist und das nötige Kleingeld hat. Abgesehen davon dass der Dollar zu meinem Zeitpunkt super schwach war, ist San Diego oder allgemein Kalifornien trotzdem ein ziemlich teurer Staat zum Leben.

Wohnen in San Diego

Bezüglich wohnen kann ich nur Off-Campus empfehlen, es sei denn man möchte rund 1200$ Miete für einen Wohnheimplatz bezahlen. Wenn man knapp bei Kasse ist und sich kein Auto leisten kann oder will, unbedingt in der Nähe vom Campus wohnen sonst wird es schwierig, da es kaum Busse o.ä. gibt. Vom Campus zum strand sind ungefähr 15 Meilen, geht aber gut mit Auto zu fahren da Highway 8 gleich am Campus ist und direkt ans Wasser führt. Downtown bzw. an einem der Strände wohnen ist relativ teuer. Insgesamt muss man mit mindestens 450$ Miete monatlich rechnen.

Warum ist Auslandserfahrung so wichtig?

Meiner Meinung nach ist Auslandserfahrung, unabhängig ob kreativer Beruf oder nicht, wichtig, da man beweist:

a) sich in einem neuen Umfeld zurecht zu finden lernt, schnell in neue Materien einarbeiten, sich durch ein Problem oder eine Situation “durchzubeißen” wissen, z.B. Wo bekommt man Wie Welche Information?

b) ein Gespür für “Andersartigkeit” zu bekommen, eine gewisse Vorsichtigkeit an den Tag legen, da viele Dinge unbekannt sind,

c) in diesem Zusammenhang Selbstkenntnis zu erweitern (Was mag ich?, Was nicht?, Warum? Was bedeutet mir etwas, was weniger?).

Man bekommt in jedem Fall ein gutes Gefühl für so abstrakte Themen wie (Unternehmens-) Kultur. Man lernt nicht nur die anderen einzuschätzen sondern vielmehr auch sich selber, da man eher die Möglichkeit hat, auf Distanz zu gehen. Damit meine ich beispielsweise nicht nur die Einschätzung der anderen Nation, sondern ebenso auch der eigenen. Es ist nur schwer möglich einzuschätzen wie Deutsche sind, wenn man die ganze Zeit nur in Deutschland lebt. Das kann man abstrakt auf kultureller Ebene betrachten oder konkret auf eigener persönlicher Ebene. Die Liste ließe sich hier beliebig weiter fortzusetzen.   

Meine Tipps 

Wohnungssuche und alle anderen kleineren und größeren Dinge die man sich anschaffen muss, am besten übers Internet schauen. Habe darüber mein Zimmer, Einrichtung, Surfboard und Equipment super günstig gefunden. Für die Stadt einfach einen Touristenführer kaufen (Balboa Park, Beaches, Coronado, Mission Bay, Zoo, Old Town San Diego, Gas Lamp Quarter, usw) 

Mein Tipp zur Vorbereitung lautet IEC. Ihr habt einen echt guten Job gemacht und kann euch nur wärmstens weiterempfehlen. Besonders die ganzen Formulare zur Visa Beantragung in den USA waren super aufbereitet von euch. Was benötige ich, Wo bekomme ich das her?, etc.