Erfahrungsbericht: Christine Mecklenburg

„Wenn ich an mein Auslandssemester an der Vancouver Island University zurück denke, dann denke ich an eine tolle, spannende und aufregende Zeit.“

Erfahrungsbericht

Wenn ich an mein Auslandssemester an der VIU zurück denke, dann denke ich an eine tolle, spannende und aufregende Zeit, neue Erfahrungen, ganz viel Spaß, super Leute, engagierte Dozenten, hervorragende Betreuung… kurz gesagt, das Semester an der VIU hat mir super gefallen, und ich kann es nur jedem empfehlen. Durch die Hilfe von IEC war die Organisation recht einfach. Gab es doch mal ein Problem stand David hilfsbereit zur Seite, so dass ich mich schon bald auf die Abreise nach Kanada freuen konnte.

Nach 2 wunderbaren Wochen Urlaub in Vancouver, den Rockies und Co ging es mit der Fähre auf die Insel, wo es auch schon gleich mit der Einführungsveranstaltung für die Internationals bzw. Studenten im Allgemeinen los ging. Wie man es von den deutschen Unis kennt, wurden Führungen, Infoveranstaltungen, Spielchen, Ausflüge und so weiter von der Uni bzw. der Student Union und dem International Office organisiert, um einem den Start so angenehm wie möglich zu gestalten. Sogenannte Peer Helper standen für Fragen bereit und der Campus glich mit lauter Musik und bei strahlendem Sonnenschein einer kleinen Open Air Party.

Mit nur 11.000 Studenten ist die VIU eine kleine Campus Uni. Dort ist alles zu finden, was man so im täglichen Leben braucht (Cafeteria, Bookstore, Library, ATMs, Friseur, Fitnessgeräte, Subway Sandwiches etc.). Hat man es erst einmal auf den Berg und die gefühlten 1000 Stufen hoch bis zur Bibliothek geschafft, hat man einen wunderbaren Blick auf den Campus, die Stadt, das Meer und die Berge auf dem Festland. Einfach traumhaft!

Durch die Größe der Uni ist alles sehr persönlich, und man trifft ständig bekannte Gesichter. Sogar die Dozenten grüssen einen mit Namen, wenn man ihnen begegnet. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung im Vergleich zu Deutschland. Es ist schwer zu sagen, ob das Niveau der Uni höher oder niedriger ist als an deutschen Unis. Das kommt sicherlich auch auf die Heimatuni an. Doch das System unterscheidet sich ganz klar von Deutschland. So ist das Ganze viel verschulter, die Kurse bestehen aus maximal 35 Studenten, es gibt Noten für die Anwesenheit und mündliche Beteiligung und auch so muss während des Semesters viel mehr getan werden als zu Haus (Assignments, Gruppenarbeiten, Midterms, Finals, Quizzes etc.). Nicht immer stieß das auf Begeisterung, doch ich muss zugeben, dass ich dadurch deutlich mehr behalten habe von dem Stoff.Die Dozenten waren meist sehr engagiert und jederzeit ansprechbar bei Fragen und Problemen.

Nanaimo ist ein nettes Städtchen, doch hat es leider nicht all zu viel zu bieten. Dennoch gibt es einen kleinen Hafen, ein paar wenige Bars und Clubs, ein Schwimmbad, eine Eishalle, mehrere Malls und auch 2 Kinos. Doch langweilig wird es einem trotzdem nicht, da es um Nanaimo herum eine Menge zu entdecken gibt. Das International Office und die Uni bieten zahlreiche Ausflüge und Freizeitaktivitäten sowie Sportkurse an. Insbesondere Outdoorfans kommen da voll auf ihre Kosten. Kanu, Rafting, Klettern, Surftrips etc. sind nur einige der vielen Angebote. Alle Infos zu den Angeboten findet man auf der Campus Recreation Seite im Internet bzw. beim International Office oder im Gym. Außerdem bieten sich zahlreiche Ausflüge auf der Insel (Victoria, Tofino) oder aufs Festland (Vancouver, Seattle) in Eigenregie oder mit relativ günstigen Tourunternehmen (ESL Club, Westtrek) an. Bis Vancouver Downtown sollte man gut 2,5 Stunden einplanen, bis Victoria sind es etwa 2 Stunden und Tofino ist auch in etwa 3 Stunden zu erreichen. Bezüglich Wohnens gibt es mehrere Optionen.

Eine Möglichkeit ist, sich für einen Wohnheimplatz auf dem Campus in den Student Residences zu bewerben. Die Plätze sind allerdings sehr begehrt, eine frühe Bewerbung ist daher zu empfehlen. Außerdem vermittelt die Uni Gastfamilien für die Zeit an der VIU. Beim sogenannten Homestay (inkl. Verpflegung) oder Peerstay (exkl. Verpflegung) hat man ein Zimmer im Haus der Familie und wird mehr oder weniger ins Familienleben mit eingebunden. Eine weitere Option ist sich selber ein Zimmer vor Ort zu suchen oder sich für das Semester im Hostel einzumieten (Painted Turtle). Das Bussystem in Nanaimo ist leider nicht so gut ausgebaut, daher sollte man bei der Wohnungssuche auf eine zentrale Lage mit Busanbindung achten oder sich ein Auto zulegen. Die Wege können nämlich sehr weit sein.

Die Kosten, die so ein Semester mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. In den Studiengebühren von gut 6.000$ sind keine Extras enthalten. Neben dem Semesterticket (ca. 150$), sollte man genügend Geld für Bücher und Co einplanen. Die Bücher sind in den meisten Kursen Pflichtlektüre. Für Deutsche recht ungewöhnlich, gibt es die Bücher nicht in der Bibliothek zu leihen, sondern müssen gekauft werden. Eins kostet dann auch gerne mal 200$ + tax. Auch wenn man das Glück hat, gebrauchte Bücher in der Student Union oder dem Bookstore zu bekommen, kommt da doch einiges zusammen. Die Lebensunterhaltungskosten sowie Mietkosten sind höher als in Deutschland und die Ausgaben für Freizeitaktivitäten sind auch nicht zu unterschätzen. Doch so ein Auslandssemester ist oft eine einmalige Angelegenheit und es lohnt sich am Ende auf jeden Fall. Wer die Zeit hat, dem empfehle ich nach dem Semester nicht gleich nach Deutschland zurück zu fliegen, sondern ein paar Wochen fürs Reisen einzuplanen. Das Reisen innerhalb Kanadas ist relativ teuer, doch von Seattle aus lassen sich viele tolle Ziele günstig erreichen. Ich selber bin mit Freunden von Seattle nach Hawaii geflogen (Maui & Oahu) und hab dort eine wunderbare Zeit verbracht. Anschließend haben wir noch einen Roadtrip durch Kalifornien, zum Grand Canyon und nach Las Vegas gemacht. Das war ein gelungener Abschluss der Zeit im Ausland.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich froh bin, mich für das Semester an der VIU entschieden zu haben. Natürlich war nicht immer alles toll, doch insgesamt haben die positiven Dinge überwogen. Jeder hat andere Vorstellungen von einem Auslandssemester. Nur weil einer etwas gut oder schlecht fand, heißt es nicht, dass man selber genau so denken wird. Daher sollte man sich nicht zu sehr von den Meinungen anderer leiten lassen. Mein Tipp: Mit möglichst geringen Erwartungen an die Sache heran gehen, dann wird es auch eine super Zeit.

Vancouver