Erfahrungsbericht: Christine Kohler

Christine Kohler
„Die Leute dort waren alle unfassbar nett, ich habe richtig gute Freunde gewonnen, mich jeden Tag aufs Neue in das Land verliebt und allgemein viel persönliche Erfahrung sammeln können. “

Why Singapore?

Als ich beschlossen hatte, ein Auslandssemester zu machen, wollte ich von Anfang an nach Singapur. Der Stadtstaat in Südostasien war, seitdem ich das erste Mal dort war, für mich schon immer ein Traum. Als ich dann erfuhr, dass IEC auch Auslandssemester dort anbietet, habe ich mich sofort informiert. Der Bewerbungsprozess verlief richtig schnell und ich habe mich immer top beraten und unterstützt gefühlt. Ich konnte mit jeder Frage ankommen und die Studienberater halfen mir sofort weiter. Singapur als Studienort hat mich deshalb so gereizt, weil ich auf jeden Fall in Südostasien studieren, aber trotzdem Englisch sprechen und die Mischung aus westlichem Lebensstandard und asiatischer Kultur in den Tropen erleben wollte. Und einfach mal ein halbes Jahr in der Sonne und zugleich in einer der modernsten Metropolen der Welt wohnen. Nach ein paar Monaten hatte ich dann auch endlich die Zusage von der James Cook University und die Reise konnte losgehen.

Studieren in den Tropen

Das Studium an der JCU Singapur war für mich vom Ablauf her ganz anders, als ich es aus Deutschland gewohnt war. Die beiden Campi (einer an der Upper Thomson Road und einer bei Ang Mo Kio) waren hier viel kleiner, dadurch der Unterricht in den Klassen auch viel persönlicher und interaktiver. Die Uni ist sehr international und neben den zahlreichen Study Abroad Students gibt es dort viele Singapurer, Malaien, Indonesier oder Chinesen, wodurch man in Gruppenarbeiten auch die unterschiedlichen Lernweisen kennen lernt.

Ich habe vier Kurse belegt, wobei es für jeden Kurs eine Vorlesung und ein Tutorium gibt, und auch alle an meiner Heimatuni angerechnet bekommen. Vom Lernaufwand musste ich mich erst daran gewöhnen, regelmäßig Essays abzugeben, Präsentationen zu halten oder auch Mid Terms zu schreiben. Dafür waren die Klausuren am Ende lange nicht so schwer wie in Deutschland, da man schon während des Semesters einen Großteil des Stoffes behandelt hatte und sogar für die Anwesenheit Punkte bekam. Auch die Dozenten und Mitarbeiter an der Uni waren sehr herzlich und lustig und es war einfach allgemein eine tolle Erfahrung, mal unter Palmen zu studieren.

Ich würde auch jedem raten, den kostenlosen Airport Pick Up Service der Uni in Anspruch zu nehmen, da man so am ersten Tag problemlos vom Flughafen zur Unterkunft chauffiert wird. Außerdem kümmert sich die Uni um das Visum, was die Vorbereitungen noch etwas stressfreier gestaltet.

Da ich über das Wintersemester in Singapur gewohnt habe, war auch Monsoon Season angesagt. Dadurch musste ich mich einerseits erst an die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 30-35 Grad gewöhnen, aber andererseits auch an den ständigen Wechsel von heftigen Regenfällen zu strahlendem Sonnenschein.

Leben in Südostasien

Der für mich größte Pluspunkt am Leben in Singapur ist, dass man von dort richtig schnell und günstig verreisen kann. So lässt es sich mit Budgetairlines wie AirAsia oder Tiger übers Wochenende mal eben nach Kuala Lumpur oder Bangkok fliegen, Bali ist auch nur ein 3,5 Stunden Flug entfernt und auch die naheliegenden Inseln Malaysias oder Indonesiens sind schnell erreicht. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, sein Geld in Reisen durch Südostasien zu investieren, sei es über ein Wochenende oder erst nach dem Semester, um dem Großstadtdschungel für ein paar Tage zu entkommen.

Aber auch Singapur selbst hat mit Sentosa Island neben schönen Stränden und Clubs direkt am Meer diverse andere Freizeitaktivitäten, ein eigenes Seaworld und sogar die Universal Studios zu bieten – der Grund, warum die Insel als „Asia’s favourite playground“ bezeichnet wird. 

Multicultural Singapore

Singapurs kulturelle Vielfalt wird zudem in den eigen angerichteten Stadtvierteln sichtbar, die von Little India über Chinatown bis hin zur Arab Street reichen und Einblick in komplett verschiedene Kulturen geben. Über das Wintersemester habe ich dadurch auch das indische Neujahr (Deepavali) und das Chinese New Year mitgefeiert, was eine einmalige Erfahrung war, die ich so schnell nicht vergessen werde. Auch das Nachtleben hat einiges zu bieten, ist allerdings etwas teurer als in Deutschland. Die wohl wichtigsten Adressen hierfür sind Clarke Quay und Club Street, da dort an Bars, Restaurants und Clubs alles geboten ist. Von Rooftop-Clubs bis hin zum berühmten Marina Bay Sands sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Mein Tipp für einen atemberaubenden Blick auf die Skyline ist vom Club „One Altitude“, der sich auf dem Dach eines der höchsten Gebäude befindet und einen unglaublich tollen Panoramablick über die Stadt und das Meer garantiert. Außerdem wird jeden Mittwoch Ladies Night gefeiert, wodurch Mädels überall vergünstigt oder for free reinkommen. Berühmt ist das Land auch als Shopping-Paradies, die liebste Freizeitbeschäftigung der Singapurer. Die Orchard Road ist Südostasiens größte Einkaufsmeile und dadurch auch bei Mädels sehr beliebt ;) Auch Marina Bay, Singapurs touristischster Stadtteil, lädt mit täglichen Lichtershows, dem Gardens by the Bay oder dem Flower Dome zu etlichen Freizeitaktivitäten ein. Alles in allem wird das Leben dort nie langweilig!

Finanzierung & Wohnungssuche

Von den Lebenshaltungskosten ist Singapur generell vergleichsweise günstiger als Deutschland. Foodcourts und Hawker Center gibt es überall, sowohl in Einkaufszentren als auch direkt an der Straße, und laden zu günstigen Mahlzeiten in typischer asiatischer Atmosphäre ein. Die alltäglichen Besorgungen sind preislich gesehen ähnlich wie in Deutschland. Wofür jedoch mehr Geld eingeplant werden sollte, ist die Miete.

Da Singapur als Stadtstaat nicht über viel Wohnfläche verfügt, zahlt man hier je nach Art und Lage der Wohnung um die 800-1500 Singapur Dollar für ein WG-Zimmer. Viele Studenten bevorzugen die sogenannten Condos, also Hochhäuser, die über Pool und Gym verfügen, welche allerdings teurer sind als normale staatliche Wohnungen (sogenannte HDB-Flats). Auch zu beachten ist, dass zwischen Einzelzimmern unterschieden wird und Zimmern, die man sich mit einem Mitbewohner teilt.

Als Tipp würde ich neuen Studenten geben, erst nach Singapur zu fliegen und sich für die ersten Tage ein Hostel zu buchen (z.B. über booking.com), um dann vor Ort die Wohnungen besichtigen zu können. Ich hatte zwar auch Angst, nichts zu finden, allerdings kommt man z.B. durch Facebook-Gruppen (z.B. FindYourRoomInSG) oder easyroommate.com.sg an genug Besichtigungstermine. Ich selbst habe damals Nähe Marymount / Bishan gewohnt, also ca. 10 Minuten von der Uni entfernt, und kann die Gegend auch sehr empfehlen. Je weiter südlich man wohnt, desto teurer sind die Mieten. Generell kommt man jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut herum und ist auch nicht zu lange unterwegs. 

Fazit: Verliebt in Singapur

Was einem vielleicht auch etwas die Angst vor einem Neuanfang so weit weg von zu Hause nimmt, ist zu wissen, dass Singapur eine der sichersten und saubersten Städte der Welt ist. Auch als Mädchen braucht man dort nachts keine Angst zu haben und der Lebensstandard ist fast vergleichbar mit Europa. Die Entscheidung, für ein Auslandssemester nach Singapur zu gehen, war die beste, die ich machen konnte, und es fiel mir unglaublich schwer, nach sechs Monaten wieder nach Hause zu fliegen. Die Leute dort waren alle unfassbar nett, ich habe richtig gute Freunde gewonnen, mich jeden Tag aufs Neue in das Land verliebt und allgemein viel persönliche Erfahrung sammeln können.

Die Beratung und Betreuung durch IEC hat mir dabei wirklich sehr geholfen, ich hatte immer einen Ansprechpartner, wenn ich nicht weiter wusste, und konnte selbst kaum glauben, wie schnell und reibungslos der Bewerbungsprozess verlief.

Als Tipp zum Schluss kann ich jedem nur empfehlen, vorher schon genug Geld für die Miete und das Reisen einzuplanen und vor Ort so viel wie möglich aus der Zeit im Ausland zu machen, an Freizeitaktivitäten auszuprobieren und auch die umliegenden Länder zu bereisen. Singapur hat für einen Stadtstaat unglaublich viel zu bieten und ist mehr als nur ein kleiner Punkt auf der Landkarte!