Erfahrungsbericht: Christina Resch

Christina Resch
„Das Semester an der University of Newcastle gehört mit zum Allerbesten was ich je in meinem Leben gemacht habe, und es hat mir in der Seele weh getan, als ich wieder nach Deutschland musste. “

Universität und Studium

Meine Fächerkombination an der Universität Regensburg ist Germanistik, Geschichte, Vor- und Frühgeschichte. Ausgehend davon war meine Wahl an Kursen in Newcastle schon eingeschränkt. In Geschichte wiederum gibt es ein sehr reichhaltiges Angebot an Kursen, und zwar nicht nur in australischer Geschichte, sondern auch in antiker und mittelalterlicher europäischer Geschichte.

Eine super Betreuung

In den Kursen war alles machbar und kein Problem, die Betreuung ist ideal. Ich bin wohl noch nie während meines ganzen Studiums so oft gefragt worden ob ich Hilfe brauche und mit Hilfsangeboten förmlich überschüttet worden.

Mein Dozent Greg war ein echtes australisches Original – er ist einer der wenigen Australier an der Uni mit ausgeprägtem Ozzi-Slang, weshalb ich am Anfang echte Schwierigkeiten hatte ihn zu verstehen - mit den anderen Dozenten hatte ich da nie Probleme. Und obwohl, oder vielleicht gerade weil seine Sicht der Dinge fast ausschließlich aus dem Blickwinkel der Koori kam mochte ich ihn von allen Dozenten am liebsten. Er bestand - wie übrigens alle Dozenten an der University of Newcastle! - auf der Anrede mit Vornamen und Du und lud mich mit meiner Mitbewohnerin nach Ende des Semesters sogar zu sich nach Hause ein, um mir die Landschaft von Hawk's Nest zu zeigen – wer mal in die Gegend kommt, ein unbedingtes Muss!!

Meine Favoritin unter den Dozenten war allerdings Dr. Elizabeth Baynham, oder kurz Liz, fachlich unglaublich gut und sehr, sehr nett. Sie konnte sich sofort meinen Namen merken, und das bei einer Zahl von bestimmt einigen hundert Studenten. Man konnte mit allen Fragen und Problemen zu den Dozenten kommen, und vor allem zu Liz.

Überhaupt kann ich zu der Betreuung an der Uni Newcastle nur sagen: Thumbs up!! Natürlich ist das ganze System dort anders, sprich: vieles ist formalisierter als in Deutschland, aber ich wurde noch nie so oft gefragt ob ich Hilfe brauche, und die Dozenten hatten immer Zeit, teilweise konnte man sie auch unter ihrer Privatnummer erreichen. Ach, habe ich schon erwähnt, dass sie alle mit Vornamen angesprochen werden wollen ;-) ? Also Peter, Erin, Joe, John, Greg und Liz! Für Deutsche schon ein bisschen komisch, aber man gewöhnt sich schnell dran.

Unterkunft

Unterkunft gibt es entweder On-Campus oder Off-Campus. On-Campus gibt es vier Wohnheime. Sie sind vergleichsweise (verglichen mit einer WG Off-Campus) teuer und meist sehr schnell voll, weshalb man sich rechtzeitig um ein Zimmer bewerben sollte – das ist online über die Uni-Homepage möglich. Off-Campus Unterkünfte sind meist Wohnhäuser mit drei bis sechs Schlafzimmern, die zimmerweise vermietet werden.

Ich selbst habe in einer WG mit sechs Schlafzimmern, ergo mit fünf Mitbewohnern gelebt, und würde es jederzeit den   Wohnheimen vorziehen. Das liegt aber auch daran, dass ich mit meiner WG unglaubliches Glück hatte. Ich habe mit einer Norwegerin, einem Sri Lankaneer, einem Chinesen, einer Koreanerin und einer Malaiin zusammengewohnt, und wir haben uns sehr gut verstanden und unglaublich viel Spaß zusammen gehabt. Dieses Glück kann natürlich nicht jeder haben, aber ich würde Off-Campus empfehlen. Eine Liste mit verfügbaren Zimmern in den Stadtteilen nahe der Uni gibt es ebenfalls auf der Homepage der Uni. Einfach Zimmer suchen, Telefonnummern raussuchen, anrufen, anschauen. Manchmal sind die Vermieter noch so nett und holen dich mit dem Auto ab. Aber Vorsicht: Nicht gleich das erstbeste Zimmer nehmen, vor allem nicht von Immobilienmaklern, da sind manchmal echte Bruchbuden dabei.

Organisation

Das Gute an Australien ist: Man kann einfach alles online erledigen. Annahme des Studienplatzes, Zahlung der Anzahlung (Kreditkarte vonnöten!!, Basiskrankenversicherung enthalten), Anforderung des Studentenvisums etc. Ich hatte alles online erledigt, bevor ich an die Uni Newcastle kam, und konnte so am ersten Tag einfach zum Student Services Building marschieren, wo ich sofort meinen Studentenausweis bekam und alle meine Fragen beantwortet wurden. Dieses Student Services Building ist eine überaus praktische Einrichtung: wenn ihr Fragen habt, egal welche, geht dahin, dort wird euch immer geholfen, und wenn wider erwarten nicht, dann wird euch wenigstens gesagt wo ihr wegen eurer Probleme hinmüsst.

Die Einschreibung in die Kurse erfolgt natürlich auch online über Blackboard, was euch aber alles in der Orientation Week erklärt wird – also, unbedingt in die Einführungsveranstaltungen der O-Week gehen, das hilft! Man kann seine Kurse sogar noch bis zur dritten Woche des laufenden Semesters ändern, was praktisch ist wenn einem ein Kurs doch nicht so zusagt wie gedacht.

You won´t regret it!

Was soll ich noch sagen? Das Semester an der University of Newcastle gehört mit zum Allerbesten was ich je in meinem Leben gemacht habe, und es hat mir in der Seele weh getan, als ich wieder nach Deutschland musste. Natürlich war daran nicht nur die Uni schuld – wesentlich dazu beigetragen haben natürlich auch meine flatmates, mit denen ich immer noch über Email Kontakt halte, das Wetter (Sonnenschein!) die Strände, die Nähe zu Sydney wo man immer was erleben kann, und einfach das easy goin' Australiens, das ich unter anderem in Deutschland am meisten vermisse. Aber die Uni war auch sehr schön – es hat mir wahnsinniges Selbstvertrauen gegeben zu erkennen, dass ich in Australien, im englischsprachigen Raum, studieren kann, und zwar ohne Probleme.

Die Dozenten waren ohne Ausnahme sehr, sehr nett, und mit manchen stehe ich auch noch in Email-Kontakt. Das Niveau der Uni war vielleicht nicht so hoch wie das der Uni Regensburg, aber wesentlich höher als man manchmal vielleicht von australischen Unis hört – und ich habe wirklich viel gelernt. Dazu kommt die Internationalität die man tagtäglich erlebt, und die einen viel, viel offener macht.