Erfahrungsbericht: Anna Trautmann

Anna Trautmann
„Die Stadt ist voll und ganz eine Studentenstadt! “

Hallo Ihr Lieben!

Ich habe mein viertes Fachsemester in meinem Bachelor Studium an der University of Liverpool verbracht. Im Allgemeinen war es für mich recht schwer gewesen in meinem Studienfach eine geeignete Auslands Uni zu finden. Da es mir sehr wichtig war, dass all meine Kurse, die ich im Ausland belegen würde auch an meiner Heimatuniversität angerechnet werden würden. Nach einigen Gesprächen mit der Auslandskorrespondentin meiner Hochschule schlug sie mir letztendlich IEC vor. Nach kurzer Recherche gefiel mir die Website sofort und ich beschloss auf jeden Fall mein Auslandssemester mit IEC zu planen. Letztendlich fiel meine Wahl auf Liverpool.

Liverpool

Allgemein zu der Stadt ist zu sagen, dass sie auf jeden Fall unterschätzt wird! Ich selbst bin mit keinerlei Vorstellungen in diesen Auslandsaufenthalt gegangen, da ich weder viel von der Stadt gesehen noch gehört hatte. Doch schon bei der Ankunft gefiel sie mir sofort. Die Hafenstadt, die direkt an der Flussmündung des River Mersey in die irische See liegt, besticht mit einem, neu aufgewerteten, industriellem Stil. Die Stadt ist voll und ganz eine Studentenstadt! Ich glaube insgesamt gibt es 4 große Universitäten in Liverpool.  Da ich in Wiesbaden studiere, und diese wirklich nicht für ihr Studentenleben bekannt ist, war das für mich eine ganz andere Erfahrung! Also wer die volle Studentenerfahrung haben möchte, ist in Liverpool genau richtig. Es gibt unzählige Clubs, Pubs und kleine Restaurants, die sich noch interessanter durch ihre Studentenangebote machen. Alles in allem hat Liverpool ein riesiges Nachtleben! Jedes Wochenende sieht man Grüppchen verschiedener Junggesellen-Abschiede zusätzlich zu den Studenten durch die Straßen ziehen.  Aber auch die Innenstadt hat einiges zu bieten. Das Klischee, dass Briten Ihren Tee lieben wird hier voll und ganz bewahrheitet! Unzählige kleine Cafés und Shops reihen sich aneinander und laden dazu ein durch die Stadt schlendern. Wobei es auch sehr praktisch ist, dass nahezu alles zu Fuß erreichbar ist. Von der Universität zur Innenstadt sind es ca. 20 Minuten zu Fuß.

Rivalität geschaffen in einer Stadt. Ja, auch ich bin nicht darum herum gekommen mich für eine Seite zu entscheiden. Reds or Blues? Die Weltweit bekannte Rivalität der beiden Fußballvereine Liverpool FC und FC Everton ist kaum zu übersehen, vor allem an Spieltagen. Da kommt es schon einmal vor, dass rote oder blaue Massen durch die Straßen ziehen und schon die Kleinsten mit Trikots am Morgen herumspazieren. Wer nun Angst haben sollte mit dem Klischee des „englischen Hooligan“ in Berührung zu kommen muss sich allerdings keine Sorgen machen. Zumindest habe ich während meiner Zeit in Liverpool keine negativen Erfahrungen gesammelt. Ganz im Gegenteil, ich, als nicht Fußball Fan, kann jedem nur empfehlen die legendäre Anfield Road einmal selbst zu besuchen und wenn es nur ist um das Eiserne Eingangstor mit dem ikonischen Schriftzug „You´ll never walk alone.“ zu sehen.

Anreise

Ich persönlich bin mit meinem Auto nach Liverpool gefahren, da ich wusste, dass ich sehr viel Gepäck mitbringen würde. Außerdem wollte ich während meiner Zeit in England mobil sein und das Land bereisen. So war es für mich auch recht einfach Wochenendtrips nach London oder Schottland (Glasgow, Edinburgh) zu machen.

Die Anfahrt (von meiner Heimatstadt nähe Frankfurt aus) hat etwa 13-14 Stunden gedauert, wobei ich auch mit Begleitung gefahren bin. Um mit dem Auto auf die Insel zu gelangen, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Einmal die Fähre und zweitens den Zug, der durch den Eurotunnel fährt.

Bei der Fähre gibt es verschiedene Fährgesellschaften (P&O, DFDS) mit verschiedenen Abfahrtsorten (Calais, Dünkirchen) und verschiedenen Zeiten, wodurch die Preise sehr stark schwanken. Mein Tipp wäre, dass man natürlich früh genug nach der Fährüberfahrt schaut, die verschiedenen Anbieter vergleicht und schon früh das Tickt bucht.

Da ich persönlich den Gedanken über eine Stunde durch einen Tunnel zu fahren, während ich in meinem Auto sitze und dieses wiederum auf einem Zug steht, nicht so atemberaubend fand, habe ich mich für die Fähre entschieden.

Linksverkehr: Ich persönlich kann sagen, dass der Linksverkehr sehr einfach ist. Natürlich braucht es etwas Gewöhnung auf der „falschen“ Seite zu fahren, allerdings bekommt man das sehr schnell raus. Man sollte den Kreisverkehr sehr mögen, denn diesen wird man nicht umgehen können. Meistens ist er sogar zweispurig. Und obwohl es anfangs verwirrend sein kann: Es gilt trotz allem rechts vor links! Natürlich muss man nicht mit dem Auto fahren! Auch die zahlreichen Flugverbindungen sind sehr einfach. Auch ich bin bei meinen zwischenzeitlichen Heimatbesuchen nicht wieder mit dem Auto zurückgefahren. Da der Liverpooler Flughafen allerdings nur sehr wenige internationale Flugverbindungen hat würde ich immer empfehlen nach Manchester zu fliegen. Manchester liegt nur etwa eine Stunde von Liverpool entfernt. Von diesem Flughafen aus gibt es wirklich super einfache Zugverbindungen direkt in die Liverpooler Innenstadt. Die Züge fahren ebenfalls direkt vom Flughafen ab und kommen etwa zweimal die Stunde. Achtung! Die Main-Station in Liverpool ist nicht etwa, wie man es vermuten würde die sogenannte „Central Station“, sondern die sogenannte „Liverpool Lime Street“. Die gesamte Zugfahrt von Manchester Flughafen nach Liverpool Lime Street dauert etwa 1:20h. Hier würde ich ebenfalls empfehlen das Ticket vorher zu besorgen! Nicht nur sind die Tickets günstiger man muss auch nicht so lange an dem Schalter anstehen. Man kann diese Tickets ganz einfach auf der Internetseite ( thetrainline.com) der Zuggesellschaft kaufen oder es gibt sogar eine sehr praktische App mit der man sein Ticket direkt auf dem Handy hat. Von der Liverpool Lime Street aus ist es etwa ein 15-minütiger Fußweg zur University of Liverpool.

University of Liverpool

Zur Universität ist zu sagen, dass alles sehr gut organisiert ist. Für mich war es eine relativ große Umstellung, da mein „Jahrgang“ an meiner Heimatuniversität mit ca. 35 Personen recht klein ist. In Liverpool saß ich jedoch mit ca. 150 weiteren Studenten im Vorlesungssaal. Das hält die Professoren aber nicht davon ab immer hilfsbereit und freundlich zu den Studenten zu sein. Bei jeglichen Fragen, die ich zwischen durch mal so hatte, wurde mir per Mail oder persönlich immer schnell und zuverlässig weitergeholfen, da ich immer eine persönliche Ansprechpartnerin hatte. Diese habe ich bereits in der ersten Woche kennen gelernt, inklusive Campusführung. Das liegt natürlich auch daran, dass die Universität sehr viele Austauschstudenten hat und so schon sehr viel Erfahrung mitgebracht wird.  Weiterhin hat die University of Liverpool einen Ableger in Suzhou, China (Xi´an Jiaotong-Liverpool University), weshalb natürlich auch sehr viele asiatische Studenten für einen Auslandsaufenthalt nach Liverpool kommen.

So ist die Zusammenarbeit mit den Austauschstudenten ein sehr großes Thema in Liverpool. An meinem ersten Tag gab es ein allgemeines Treffen aller Austauschstudenten, aller verschiedenen Studiengängen und Fachrichtungen, wodurch man sehr viele Leute kennen lernen konnte. Man muss also keine Angst haben alleine in dieser Stadt zu sitzen. ;) Und sonst gibt es einige Events während des Semesters, bei denen man andere Austauschstudenten aber auch Heimische-Studenten anderer Fachrichtungen kennen lernen kann. Ich persönliche habe eine wirklich tolle Gruppe kennen gelernt, mit denen ich auf jeden Fall Kontakt halten werde. Was mir besonders gut in Liverpool gefallen hat, war das aufeinander treffen so vieler verschiedener Nationen und Kulturen. Alles in allem würde ich jeder Zeit mein Auslandssemester in Liverpool widerholen. Bei Fragen kann ich gerne weiter helfen.