Erfahrungsbericht: Andreas Rübo

Andreas Rübo
„Es waren sicherlich die bisher intensivsten Monate meines Lebens und ich bin um unzählige schöne Erinnerungen und eine Vielzahl neuer Freunde reicher wieder nach Deutschland zurückgekommen.“

Aufgrund einer vermeintlichen Partnerschaft zwischen meiner Heimatuniversität Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und der Bond University hatte ich Gefallen an dem Gedanken gefunden das 5. Fachsemester meines Jurastudiums in Australien zu verbringen. Obwohl sich dann im Bewerbungsverfahren herausgestellt hat, dass besagte Kooperation nicht mehr existierte, hielt ich an dem Plan fest. Über die Vermittlung durch IEC habe ich auch als Freemover problemlos eine Zusage von der Bond University erhalten und im September mein Auslandssemester angetreten. Darum bin ich sehr froh, denn ich hatte eine großartige Zeit, habe tolle Menschen kennengelernt und die australische Sonne und Strände in vollen Zügen genossen.

Sport, Reisen und Feiern

Vorweg sei hingegen gesagt, dass studieren in Australien (höhere Lebenshaltungskosten als in Deutschland, vor allem bezüglich Miete und Essen) und besonders an der Privatuni Bond ein teures Vergnügen ist. Man merkt jedoch auch direkt wenn man den Campus betritt, wo die Studiengebühren hinfließen. Die Uni bietet eine großartige Lernumgebung und ein unschlagbares Sportangebot, was mir besonders gefallen hat. Von Squash-, Tennis-, Basketballplätzen etc. bis zu einem hochmodernen Fitnessstudio inklusive 50 Meter Schwimmbecken und Personaltrainern ist alles was das Sportlerherz begehrt vorhanden.

Bond University

Auch die Lage der Universität ist hervorragend. Sie ist umringt von Kanälen und menschengemachten Seen, die besonders bei Sonnenuntergang traumhaft aussehen. An der Gold Coast pulsiert das Leben, die nahegelegene Stadt Surfers Paradise ist eine Touristenhochburg, die oft mit dem Ballermann Mallorcas verglichen wird. Viele Kommilitonen hat es hier in die Nachtclubs verschlagen, wenn die wöchentlichen Unipartys ihr Ende um 12 Uhr fanden. Ich hingegen bevorzugte es mit Surfboard morgens zum Strand zu radeln (am besten in der ersten Woche ein Fahrrad bei KMart oder auf gumtree kaufen). Der Strand ist via Fahrrad in 15-20 Minuten zu erreichen und ist so lang, dass man immer auch ein ruhiges Fleckchen findet.

Andreas surfen

Man kann von der Uni aus auch super Tages- und Wochenendausflüge unternehmen. Eine Autostunde nördlich liegt die Millionenstadt Brisbane, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Eine Autostunde ins Inland gelangt man zu den Nationalparks Springbrook und Lamington, in denen man super kleine Wanderungen mit atemberaubenden Ausblicken unternehmen kann. Und eine Autostunde südlich befindet sich mit Byron Bay ein wunderbares Hippiestädtchen, wunderschön am Strand gelegen.Vom Gold Coast Flughafen kann man außerdem erschwinglich andere Sehenswürdigkeiten und Städte Australiens anfliegen.

Dschungel

Wohnen auf dem Campus

Ich habe auf dem Campus im Wohnheim gewohnt. Dort habe ich mir mit 12 anderen Jungs auf dem Flur ein Badezimmer und einen Gemeinschaftraums geteilt, hatte aber mein eigenes Zimmer. Das war alles andere als luxuriös, ich habe es aber sehr genossen mitten im Campusleben zu sein, direkt in ein soziales Umfeld zu kommen und mich um nichts kümmern zu müssen, da man im Campus Restaurant essen muss, wenn man auf dem Campus wohnt, und das Zimmer für einen geputzt wird. Hatte zudem das Glück, dass ich mich super mit meinen Flurgenossen verstanden habe. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die an die Uni angrenzenden Unterkünfte (Varsity Shores, Varsity Lakes, The Reserve) mehr Komfort bieten, meist günstiger sind und ebenfalls überwiegend von Studenten bewohnt werden.

Bond Campus

Kommilitonen aus aller Welt

Besonders cool an der Bond University ist, dass etwa 50% der Studierenden Internationals sind. So kommt man zwar nicht unbedingt mit vielen Australiern in Kontakt, lernt jedoch tolle Menschen aus aller Welt kennen. Als Deutscher kann man sich zwar auch problemlos nur mit anderen Deutschen abgeben, die wahrlich nicht unterrepräsentiert sind. Ich lege jedoch jedem ans Herzen seinen Horizont etwas zu erweitern. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man im Anschluss an das Semester Freunde in allen Ecken der Welt hat. Ich habe beispielsweise bevor ich zurück nach Deutschland geflogen bin, eine Woche einen Freund in Shanghai besucht und mir von ihm die Stadt zeigen lassen, was sicherlich zu den interessantesten Erlebnissen gezählt hat.

Sonnenuntergang

Generell bietet es sich an im Anschluss an das Semester (eigentlich Trimester), das im Winter schon Mitte Dezember endet, noch ein wenig zu reisen, da man ja schon mal am anderen Ende der Welt ist. Auch dafür finden sich üblicherweise neugefundene Freunde, ich bin zusammen mit einem Freund noch drei wunderbare Wochen durch Neuseeland getourt.

Studieren an der Bond University

Zu guter Letzt hat mir auch das Studienangebot an der Bond University sehr gut gefallen. In Australien wird während des Semesters deutlich mehr Mitarbeit von den Studenten gefordert, als ich es von zu Hause gewohnt war. Das ist zugleich aber auch motivierend. Ich empfehle jedem Jurastudenten nicht die Anfängerkurse zu wählen, sondern vor Ort unter Hinweis auf die zurückliegenden zwei Jahre Studium Kurse für Fortgeschrittene nach Interesse zu belegen. Das ist üblicherweise ohne Probleme möglich und auch nicht zu anspruchsvoll. Von den drei Kursen, die ich belegt habe, gefielen mir zwei außerordentlich gut (Human Rights Law und Technology and Legal Practice). Australian Legal System hatte jedoch praktisch keinen Mehrwert. Die Studentenbetreuung ist ausgezeichnet, man kann seine Texte von Tutoren Korrektur lesen lassen und auch die Professoren haben ein offenes Ohr für die Belange der Studierenden.

Fazit

Alles in allem empfehle ich jedem, der die Möglichkeit hat, ein Studium an der Bond University. Die drei Monate sind rasend schnell verflogen und am Ende war man arg deprimiert alles hinter sich lassen zu müssen. Es waren sicherlich die bisher intensivsten Monate meines Lebens und ich bin um unzählige schöne Erinnerungen und eine Vielzahl neuer Freunde reicher wieder nach Deutschland zurückgekommen.

Sonne
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