Erfahrungsbericht: Andreas Müller

„Die Mitarbeiter von IEC stehen jederzeit per E-Mail und Telefon zur Verfügung, wenn man Fragen hat oder Probleme auftauchen. Ich empfand die Bewerbung über IEC als extrem hilfreich.“

Am Anfang

Generell sollte man sich so früh wie möglich um alles kümmern, was möglich ist. Das betrifft vor allem die Formalitäten wie Bewerben an der Gastuniversität, Bezahlen der Studiengebühren, Beantragen des Visums (in der Reihenfolge). Da die einzelnen Schritte durchaus ihre Zeit benötigen sollte man nicht unnötig warten, bis man sich um alles kümmert. Den Flug sollte man ebenfalls so früh wie möglich buchen

Vorbereitung des Studienaufenthalts von Deutschland aus

Bevor man sich formell bei der Gastuniversität bewirbt, sollte man unbedingt mit dem entsprechenden Institut, an dem man studieren wird, Kontakt aufnehmen, um eventuelle Besonderheiten oder andere Dinge in Erfahrung zu bringen, die für eine Bewerbung wichtig sind. Ebenso kann man oft weitere für die Zeit an der University of Auckland hilfreiche Dinge z.B. über das Kursangebot erfahren, die man ansonsten erst viel später erhalten würde.

Bei der Bewerbung an der neuseeländischen Universität sollte man die kostenlose Hilfe von IEC online in Anspruch nehmen. IEC übernimmt den kompletten direkten Kontakt mit der Gasthochschule in Neuseeland für die Bewerbung. Das hat deutliche Vorteile gegenüber einer selbständigen, direkten Bewerbung. Man muss alle Dokumente nur nach Berlin schicken, und muss die meisten Unterlagen auch nicht ins Englische übersetzen und beglaubigen lassen. Außerdem stehen die Mitarbeiter von IEC jederzeit per E-Mail und Telefon zur Verfügung, wenn man Fragen hat oder Probleme auftauchen. Ich empfand die Bewerbung über IEC als extrem hilfreich.

Wer ein komplettes Jahr in Neuseeland studieren wird, sollte, sofern er schon sechs Semester in Deutschland studiert hat, einen Abschluss in Neuseeland erwerben. Welcher Abschluss erworben werden kann, hängt vom einzelnen Studiengang ab. Generell wird hier jedoch der Bachelor Honours als höherwertig gegenüber dem Postgraduate Diploma eingestuft, obwohl beide oft die gleichen Leistungsanforderungen haben.

Anerkennung von Leistungsnachweisen

Für die Anerkennung von Leistungen, die man in der Zeit in Neuseeland erbracht hat, lassen sich kaum generelle Aussagen treffen, da dies von Fach, Studiengang und -ordnung abhängig immer verschieden ist. Wenn man sich gewisse Kurse anrechnen lassen möchte für den Studiengang in Deutschland, ist es am sinnvollsten sich vorher mit der für Anerkennungsfragen zuständigen Person am Fachbereich der Heimatuniversität in Verbindung zu setzen, und soweit möglich schon im Voraus zu klären, welche Kurse voraussichtlich überhaupt anrechenbar sind.

Zimmersuche und Miethöhe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo man während der Zeit in Auckland wohnen kann. Man kann sich entweder einen Platz in einem Uni- oder privaten Wohnheim sichern, eine eigene Wohnung suchen oder in eine WG ziehen.

Man kann sich seine Bleibe schon vor der Abreise sichern oder nach der Ankunft erst mal in einem Hostel bleiben und auf Zimmersuche gehen. Letztere Möglichkeit kann allerdings etwas mehr Stress mitbringen. Von anderen International Students weiß ich, dass man innerhalb von Tagen, oder schlimmstenfalls erst nach ein paar Wochen einen Platz zum Wohnen gefunden hat. Da viele erst zur Orientierungswoche oder direkt zum Semesterbeginn hier ankommen wegen der deutschen Semesterzeiten, kann das Fehlen eines richtigen Heims ein wenig unpraktisch sein. Es gibt aber auch Viele, bei denen die Zimmersuche hier unten kein Problem war. Wenn man sein Zimmer schon von Deutschland aus organisiert, hat man damit eine Sorge weniger, wenn man erst mal in Neuseeland ist. Die Uni-Wohnheime kann man über die Internetseiten der Universität zumindest im Wesentlichen anschauen, und sich eine WG zu suchen ist auch per Internet möglich . Ich wohne in einem privaten Wohnheim. Bei der Wohnungssuche sollte man sich auch überlegen, ob man damit in Laufdistanz zum Campus und anderen wichtigen Orten ist (z.B. Queen St. oder generell das Innenstadtzentrum), oder ob man den Bus nehmen muss, um von A nach B zu kommen.

Je zentraler man wohnt, desto teurer sind die Plätze, dafür spart man aber unter Umständen auch an öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Vergleich zu anderen Städten in Neuseeland aber auch zu vielen deutschen Städten ist Auckland in Sachen Miete generell recht teuer.

Viele der Wohnheime sind – wechselkursabhängig – recht teuer. Dafür sind diese aber auch normalerweise komplett möbliert, was man nicht vernachlässigen sollte, da damit keine Probleme in Bezug auf den Kauf von Möbeln und deren Transport auftauchen.

Leben in Neuseeland

Das wichtigste Ereignis um andere Studenten (im Wesentlichen Internationals) ist die orientation week, die eine Woche vor Semesterbeginn stattfindet. Der Zeitraum kollidiert oft mit dem Semesterende in Deutschland. Dennoch sollte man auf jeden Fall versuchen, rechtzeitig hierfür in Auckland zu sein. Die orientation wird vom iSPACE organisiert, das auch vor allem in den ersten Semesterwochen sehr viel veranstalten. Auch diese Ereignisse sind perfekt geeignet andere Studenten kennenzulernen. Ansonsten hat man als postgrad auch durchgehend geringe Kursgrößen, so dass hier auch schnell Kontakte zu anderen Studenten, oft auch Neuseeländern, zustande kommen. Eine weitere Möglichkeit für neue soziale Kontakte stellen die vielen Clubs der Student Union dar. Bei diesen kann man gegen einen geringen Jahresbeitrag von etwa 20 Dollar Mitglied werden und an den Aktionen der Clubs teilnehmen. Es gibt Clubs für die verschiedensten Dinge, wobei sich viele davon sportlichen Betätigungen (Wandern, Kajak, Klettern, Rugby) widmen.

Im Gegenzug bietet das recreation centre der Uni leider ein im Vergleich zum Unisport in Deutschland deutlich geringeres Angebot, und ist gleichzeitig auch deutlich teurer.

Universität und Studium

Ich bin für zwei Semester in Auckland und werde hier meinen Bachelor of Arts (Honours) erwerben. Der Honours schließt an einen Bachelor an, und stellt die erste Hälfte eines Master-Abschlusses dar, ist dabei aber bereits ein eigenständiger Abschluss. Als Deutscher muss man als Postgrad nur die für Neuseeländer geltenden und weitaus günstigeren Studiengebühren (domestic fees) zahlen.

Als postgrad kann ich lediglich Angaben über die Studienbedingungen als solcher machen, die sich soweit ich das sehen kann, deutlich von denen als undergrad, also Bachelor-Studenten, unterscheiden.

Für postgrads bietet Auckland hervorragende Studienbedingungen. Die Kurse haben in der Regel unter 15-20 Teilnehmer, teilweise sogar unter zehn. Entsprechend viel kann man aus den Kursen mitnehmen. Auch die Betreuung außerhalb der Kurse ist sehr gut. Die Dozenten sind oft leicht erreichbar und nehmen sich auch genügend Zeit für die Studenten.

Auch die Ausstattung der Uni selbst ist vorbildlich. Die Bibliothek hat einen sehr großen Bestand, und die meisten Journals und ihre Artikel kann man sogar direkt als Dateien herunterladen, so dass das Suchen, Finden und Kopieren in der Bibliothek selbst oft entfällt. Es gibt auch computer labs, zu denen nur postgrads Zutritt haben. Diese sind im Gegensatz zu den anderen, die auch für undergrads offen stehen, deutlich leerer, so dass man jederzeit einen Arbeitsplatz an der Uni zur Verfügung hat, wenn man das möchte.

Arbeitsaufwand und Anforderungen

In Sachen Arbeitsaufwand sollte man sich nicht von der geringen Anzahl an Kursen, die man pro Semester  belegt (normalerweise vier), glauben machen lassen, dass man hierfür nur wenig Arbeit investieren müsste. Zwar sind die Präsenz-  sprich Kurszeiten mit in der Regel zwei Stunden pro Woche sehr wenig, allerdings muss man weitaus mehr Zeit in das wöchentliche Lesepensum und die anstehenden assignments investieren. Hierzu gehören meistens Aufsätze und Klausuren. So kommt man insgesamt durchaus auf ein durchschnittliches Wochenarbeitspensum von etwa 40 Stunden.

Die Universität hat auch verschiedene Angebote, die Studenten helfen sollen, mit den universitären Anforderungen zu recht zu kommen. Meistens handelt es sich dabei um einmalige Kurse von in der Regel ein bis zwei Stunden. Das student learning centre zum Beispiel bietet Kurse an, die beim Schreiben von Aufsätzen in Englisch helfen sollen. Das komplette Angebot ist sehr vielfältig, so dass sich ein Blick gerade zu Beginn der Zeit in Neuseeland durchaus lohnen kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Programm Endnote hinweisen, das auf jedem Computer der Uni installiert ist. Es handelt sich dabei um ein Programm, das Bibliographien verwaltet und es vereinfacht Zitate in Aufsätze einzufügen. Dieses Programm ist mit dem Bibliothekssystem kompatibel, so dass sich mit er Nutzung des Programms sehr viel Aufwand beim Schreiben von Aufsätzen einsparen lässt, und daher sehr empfehlenswert ist.