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Erfahrungsbericht: Michael Gritzbach

Michael Gritzbach
„Ein Semester Columbia (vs. Harvard und MIT) Die Zeit an der Columbia University kann ich zurecht als beste Zeit meines Studentenlebens bezeichnen. Aber alles der Reihe nach. Warum war gerade die Zeit in New York so spannend, was unterscheidet das Columbia Programm von meiner Zeit in Harvard und am MIT? Zuerst das einzig schlechte: New York. Da die Columbia leider kein On-Campus Housing für Visiting Studenten anbietet wohnt man normalerweise außerhalb in einer WG. Wem ein hoher Lebensstandart wichtig ist, der sollte sich darauf einstellen unglaublich viel (1500/2000$+ pro Monat) zu zahlen oder sich über undichten Fenstern, kaputten Heizungen, kaltem Wasser, Ratten, Kakerlaken und sonstigen Problemen zu ärgern. Wem das und der andauernde Lärm (Krankenwagen und Feuerwehr alle 5 Minuten bis ca. 3 Uhr morgens) nichts ausmacht, der hat eigentlich schon alles negative abgehakt. Die Columbia bietet nämlich abgesehen von Housing fast alles was das Herz begehrt. 1. JJ`s, John Jay`s und Ferris sind ein Geschenk des Himmels: Columbia gehört zu den Colleges mit den besten Dininghalls in den USA. Zwar zahlt man pro Essen ca. 16$, man kann dafür aber von früh bis spät (3 Uhr nachts) essen. Dabei gilt nicht nur all you can eat, sondern auch as long as you can eat. Wer es sich zum lernen in einem der Sofas in JJ`s gemütlich macht kann Stunden lang neue Chickenwings, Burger, Slushies, Softeis, Curly Fries oder Obst und Getränke genießen. Sollte einem das nicht zusagen gibt es zusätzlich noch bezahlbare und sehr leckere Food Trucks direkt vor dem Campus, die für 5-10$ von Thai Curry bis Koreanisch alles mögliche frisch zubereiten. 2. Die SPS Kurse: SPS (School of Professional Studies) mag im ersten Moment etwas seltsam wirken. Man sollte sich vom ersten Eindruck allerdings nicht vormachen lassen, dass die SPS nur ein minderwertiger Abklatsch ist. Gerade die SPS Kurse haben sich als einer der besten Aspekte des Studiums entpuppt. Zum einen sind sie meist abends und erlauben so ein Leben, dass Ausschlafen, Kater kurieren oder vor dem Kurs noch Hausaufgaben machen erlaubt. Zum anderen sind sie weit weniger überladen und theorielastig als Collegekurse. Gerade Kurse wie Entrepreneurship (Develop. and Implement. New Ideas) werden von Experten gehalten, die unter anderem an der Business School für die Start-Ups zuständig sind und Jahre der Erfahrung mitbringen. Die wöchentlichen Hausaufgaben, Quizzes und Teamarbeiten sind zwar umfangreich aber ausgeglichen. Oft arbeitet man in Teams mit anderen sehr motivierten Studenten und teilt sich Aufgaben. Abschließend sollte aber gesagt sein, dass man je nach Kurs auch mal 100-300 Stunden pro Semester mit Lesen oder in der Butler Library verbringt (bei mir war Physik für (Vor-) Medizinstudenten so ein Fall). Social Life: Zuletzt noch das Social Life auf dem Campus. Columbia Studenten machen zwar oft Witze darüber, wie kalt und aspozial alle sind, tatsächlich ist aber eher das Gegenteil der Fall. Die wichtigste und beste Entscheidung für mein Studium dort war am Anfang viel Zeit und Energie in Clubs und Kontakte zu stecken. Durch meine Arbeit als Fotograf beim Columbia Daily Spectator habe ich den Campus und wichtige Persönlichkeiten wie Pres. Bollinger oder den Dekan der GSAS besser kennen gelernt als die meisten Studenten. Für das Columbia Taekwondo Team zu kämpfen hat mir erlaubt andere Ivy League Universitäten für Wettkämpfe zu besuchen und ein Netzwerk aus Freunden an allen möglichen Unis aufzubauen. Der Entscheidende Faktor war aber, dass ich einer Studentenverbindung (Zeta Beta Tau) beigetreten bin. Glücklicherweise hat ZBT vor einigen Jahren die Anwärterschaft (Fuchsenzeit in Deutschland) abgeschafft, wodurch ich nach der Aufnahmezeit direkt als Bruder in der Verbindung integriert wurde. Gemeinsame Partys mit Frauenverbindungen, eine Gemeinsame Wohnung zum abhängen, zocken oder trinken und eine Gruppe Studenten, die einen bei Problemen im Studium unterstützen oder einfach mal was trinken gehen. Das alles bietet das Verbindungsleben in den USA. Abschließend also mein Fazit: Wer New York und die amerikanische Lebensweise ertragen kann, der kann an der Columbia eine unglaublich tolle und spannende Zeit haben. Man muss nur bereit sein sich einzubringen.“