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Meine Kurse, Unterkunft und Freizet

Hey!

Es ist irre, wie schnell die Zeit hier in San Diego vergeht, schon wieder höchste Zeit für einen Blogeintrag!

Wie bereits beim letzten Mal angekündigt, bin ich wieder umgezogen und wohne nun den Rest des Semesters in einem "Homestay". Diese werden von der Uni bzw dem "American Language Institute", das sich um uns ausländische Studierende kümmert, vermittelt. Man wohnt in einer Gastfamilie und bekommt dort sein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt sowie Frühstück und Abendessen. In meinem Fall handelt es sich um ein amerikanisches Paar, das im oberen Stockwerk ihres Hauses ein separates Apartment mit zwei Schlafzimmern hat, und diese an mich und einen Kolumbianer vermietet. Die beiden sind sehr nett und hilfsbereit, allerdings haben wir durch die getrennten Räumlichkeiten außer beim Abendessen kaum Kontakt miteinander. Pro Monat bezahle ich 800 Dollar, selbst für Hamburger Verhältnisse extrem viel Geld, aber in San Diego sind die Mieten überall sehr hoch, sodass ich im Vergleich zu meinen Kommilitonen noch wenig zahle - vor allem weil bereits zwei Mahlzeiten inklusive sind.

Auch die Vorlesungen haben nun richtig begonnen, ich habe alle nötigen Materialien besorgt und bin bisher sehr zufrieden mit meinen Kursen. Meine Fächer sind "Economics of Underdeveloped Areas", in dem es um Wachstum und Entwicklungsländer geht und "Economics of Natural Resources", wo der optimale Umgang mit natürlichen Ressourcen und Probleme bei deren Nutzung thematisiert werden. Außerdem belege ich "Money and Banking", wo ich etwas über das Finanz- und Bankensystem lerne sowie "Economics of Strategy", also Spieltheorie. Bisher sind alle Kurse ansprechend und inhaltlich sehr interessant, ich kann sie also nur weiterempfehlen. Der einzige Kurs von dem ich abrate, lautet "Comparative Economic Systems". Das Vortragen zählt leider nicht zu den Stärken des Dozenten und einen roten Faden haben meine Kommilitonen und ich in der Veranstaltung nicht finden können. Deshalb habe ich weiterhin die Vorlesung "Economics of Strategy" besucht, die eigentlich schon voll war, in der Hoffnung, dass doch noch jemand den Kurs abwählt - und hatte Glück! So konnte ich den anderen Kurs abwählen. Wer einen Kurs unbedingt haben möchte, sollte also nicht gleich aufgeben und weiterhin in die Vorlesung gehen - natürlich nur mit Erlaubnis des Dozenten.

Der Einstieg in die Kurse ist mir nicht schwer gefallen, damit alle auf dem gleichen Level sind, haben wir z.B. mit dem Bruttoinlandsprodukt und Prozentrechnung angefangen, also absoluten Grundlagen der VWL. Ich musste mir also keine Sorgen machen, dass zu viel vorausgesetzt wird und komme auch sprachlich gut mit. Eine echte Umstellung sind allerdings die vielen Zwischenleistungen, die während des Semesters erbracht werden müssen. Die ersten Hausaufgaben, die eingesammelt und benotet werden, habe ich schon abgegeben. Und während ich in Hamburg am Ende des Semesters eine Klausur über den gesamten Stoff schreibe und zwischendurch keine Anwesenheitspflicht habe, stehen hier unzählige Tests, Quizzes und Midterms auf dem Programm. Wer also dazu neigt, die Arbeit bis kurz vor den Klausuren vor sich herzuschieben, wird sich hier definitiv umstellen müssen.

Neben meinen VWL-Kursen mache ich außerdem noch Tennis und Surfen, allerdings nur zum Spaß und nicht für Credits, was auch möglich ist. Tennis macht Spaß und in den ersten beiden Surf-Stunden haben wir Theorie- und Paddel-Unterricht sowie einen Schwimmtest gemacht. Am Dienstag geht es dann endlich in die Wellen - ich freue mich schon drauf!

Auch meine viele Freizeit habe ich gut genutzt: Ich war in Downtown in der "Side Bar" feiern, sehr beliebt bei internationalen Studierenden. Letztes Wochenende war das erste Footballspiel der Uni-Mannschaft im Qualcomm Stadium, ein echtes Event, dass man auf keinen Fall verpassen sollte! Die Tickets bekommen wir umsonst, vorher gab es auf dem Parkplatz sogar eine "Tailgate"-Party mit Attraktionen und Burger-Essen, alles umsonst für Studenten. Auch im Stadion war es spektakulär, neben einem spannenden Spiel sind Cheerleader und Bands aufgetreten, und nicht zuletzt die Nationalhymne, gespielt von einer auf dem ganzen Sportplatz verteilten Band, begleitet mit Feuerwerk und Marinehubschraubern, die im Anschluss über das Stadion geflogen sind, war ein echtes Ereignis.

Außerdem war ich auf einer "Yacht-Party", wobei ich eher Fähre dazu sagen würde, mit cooler Stimmung und einem tollen Ausblick auf Downtown San Diego. Am Montag hat die Uni eine Poolparty mit Barbecue veranstaltet, diese war aber eher unspektakulär und hat mich vor allem deshalb nicht begeistern können, weil das Essen schon nach einer Stunde ausgegangen ist ;)

In der Woche habe ich noch Lasertag gespielt, dabei läuft man durch eine Art Labyrinth und  beschießt sich gegenseitig mit Laser-Kanonen, hat echt Spaß gemacht. Das ganze war ein sogenanntes "rush event" zum Kennenlernen einer Fraternity, also Studentenverbindung, und eigentlich an Studenten gerichtet, die dieser beitreten wollen. Ich habe mich aber trotzdem angeschlossen, denn das ganze war kostenlos und eine gute Möglichkeit, um einheimische Studierende kennenzulernen.

Damit ich in der Gegend um die Uni schneller unterwegs bin, habe ich mir außerdem ein Fahrrad gekauft. Zwar gibt es bei Walmart welche für 100$, diese machen aber keinen besonders langlebigen Eindruck, deshalb habe ich lieber ein gebrauchtes gekauft. Die App "OfferUp" ist hierfür total praktisch und in San Diego weit verbreitet. Der Spaß hielt allerdings nicht lange an, denn schon am nächsten Tag wurde es mir gestohlen - und das, obwohl es angeschlossen war und im Treppenhaus eines Apartmentkomplexes stand. Die Weisheit, dass Fahrräder hier total schnell gestohlen werden, kann ich also leider bestätigen. Die Ermittlungen der Polizei stehen noch aus, und es gibt immerhin Kameras, aber trotzdem mache ich mir nicht zu viel Hoffnung. Falls sich noch etwas ergibt, werde ich berichten!

Trotzdem lasse ich mir meine Laune nicht vermiesen. Gestern war ich im berühmten San Diego Zoo, wirklich groß und einer riesigen Vielfalt an Tieren, sogar Pandas gibt es dort. Normalerweise fast 50$, hat uns die Uni den Ausflug für nur 20$ angeboten - eine tolle Gelegenheit also!

Nachher steht ein Lagerfeuer am Strand an und am Donnerstag fahre ich in den Yosemite Nationalpark zum Campen, es bleibt also spannend! Falls ihr übrigens Lust habt, Bilder von meinem Auslandssemester zu sehen, könnt ihr auch gerne meinem Instagram-Account folgen: instagram.com/karlicali/

Bis nächste Woche wieder!

Grüße nach Deutschland,

Karl

Qualcomm Stadium

Karl Richter zuletzt bearbeitet am 14.09.2015