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Las Vegas und Nationalparks

Hallo,

Nach meinem letzten Blogeintrag möchte ich nun über den zweiten Teil unseres Roadtrips erzählen. Nachdem ich in Las Vegas gelandet bin, sind wir zunächst zum Hoover Dam gefahren, ein ziemlich beeindruckendes Bauwerk. Dort haben wir eine Führung ins Innere des Damms gemacht und uns die riesigen Generatoren angesehen. Ich kann einen Besuch auf jeden Fall weiterempfehlen, allerdings ist es schon erschreckend zu sehen, wie niedrig das Wasser im Stausee steht. Die weißen Linien am Rand des Stausees lassen nur noch erahnen, wie hoch das Wasser einmal gestanden hat. In Kalifornien liest man überall von der Dürre, die hier herrscht, hier wurde mir jedoch erst vor Augen geführt, wie ernst dieses Problem wirklich ist.

Am nächsten Tag haben wir uns frühmorgens aufgemacht um zum Grand Canyon zu fahren. Eine wirklich lange Tour. Fünf Stunden pro Strecke haben wir gebraucht, plus Pausen natürlich. Den Aufwand war es meiner Meinung nach aber auf jeden Fall wert. Der Blick auf den Grand Canyon war atemberaubend, fast schon unwirklich, als würde man vor einem Gemälde stehen. Dank guter Playlist und Monopoly-App gingen auch die Fahrten schneller vorbei, als gedacht. Und um die riesigen Weiten Amerikas wirklich zu erleben, muss man eine solche Autofahrt einmal gemacht haben.

Am Donnerstag war dann Thanksgiving. Vormittags sind wir zum Red Rock Canyon gefahren, ein Nationalpark mit rötlich gefärbten Felsen ganz in der Nähe von Las Vegas. Da einer meiner Freunde ein Jahr in Las Vegas zur High School gegangen ist, hatten wir das große Glück, bei einer amerikanischen Familie übernachten und vor allem Thanksgiving mit ihnen verbringen zu können. Das Essen war wirklich unbeschreiblich lecker, vor allem der mit Marshmallows überbackene Süßkartoffelbrei und natürlich der Truthahn mit Soße. Nachdem wir gegessen und Zeit mit der Familie verbracht haben, sind wir abends ins Outlet gefahren, um mit dem Black Friday Shopping zu beginnen. Das beginnt nämlich schon Donnerstag Nacht, und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich habe viele wirklich günstige Sachen kaufen können. Nachdem wir bis spät in die Nacht shoppen waren, sind wir am nächsten Tag mit dem Vater und Sohn der Familie, bei der wir übernachtet haben, Tontaubenschießen gefahren. Auch wenn ich über die strengeren Waffengesetze in Deutschland ganz froh bin, muss ich auf jeden Fall zugeben, dass es wirklich Spaß macht, mit einer Shotgun zu schießen.

Freitagabend war es endlich an der Zeit, sich den Strip anzusehen. So wie man das aus Filmen oder Bildern kennt, war es tatsächlich taghell, auch mitten in der Nacht. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich viele verschiedene Casinos anzusehen, da jedes Casino sein eigenes Thema hat. Besonders gut gefallen hat mir überraschenderweise das Wynn Wynn, das ich vorher gar nicht auf dem Zettel hatte. Aber auch das Venetian mit den Gondeln, die durch das Hotel fahren, hat mir sehr gut gefallen. Etwas enttäuscht war ich vom Caesars Palace, für meinen Geschmack war das etwas zu viel Plastik und sah dadurch nicht besonders authentisch aus. Am Ende des Abends sind wir dann noch ins New York New York gegangen, um noch ein bisschen zu spielen. Aus 30 Dollar Einsatz haben wir beim Roulette immerhin 90 Dollar machen können, gar nicht so schlecht für den Anfang.

Am nächsten Tag mussten wir Las Vegas bereits verlassen. Auf dem Weg nach LA sind wir noch durchs Death Valley gefahren. Auch das hat mich total beeindruckt, diese riesigen, trockenen Landschaften und rötlichen Felsformation sahen genau so aus, wie ich mir eine Marslandschaft vorstellen würde. In LA angekommen war es schon sehr spät, sodass wir am Abend nichts mehr unternommen haben. Am nächsten Morgen haben wir dann gepackt und sind noch ein letztes Mal zu Panda Express, unserem Lieblings Fast Food Restaurant, gefahren. Anschließend musste ich meine Freunde auch schon wieder am Flughafen absetzen. Auf dem Rückweg nach San Diego habe ich noch einen kleinen Zwischenstopp in Laguna Beach eingelegt. Danach musste ich den Mietwagen leider abgeben. Echt schade, denn ein Auto macht einem das Leben in Amerika nochmals wesentlich angenehmer. Außerdem hat unser Chevy Tahoe, der in Deutschland aufgrund seiner Größe und seiner Übermotorisierung ein absoluter Dinosaurier wäre, mit seinem Komfort und seinem V8 Motor mit 355 PS für jede Menge Fahrspaß gesorgt und auch die langen Fahrten sehr angenehm gemacht.

Zurück in San Diego ging nun der Ernst des Lebens wieder los. Zwei Midterms habe ich bereits geschrieben, nun habe ich noch 4 Finals, also Abschlussklausuren, vor mir. Deshalb heißt es jetzt jede Menge lernen, außerdem muss ich langsam anfangen meine Sachen zu sortieren und zu packen. In neun Tagen geht es schon nach Miami, in zwei Wochen bin ich wieder zurück in Deutschland. Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Die letzten Tage möchte ich aber so gut es geht noch genießen. Ich werde mich am Ende nochmal mit einem Fazit melden und abschließend über meine Erfahrungen berichten. Bis dahin wünsche ich liebe Grüße nach Deutschland,

Karl

Grand Canyon, South Rim

Karl Richter zuletzt bearbeitet am 09.12.2015