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Studieren an der Murdoch University

Alle Prüfungen vorbei. Jetzt wird es Zeit, das Auslandssemester im akademischen Sinne zusammenzufassen.

Zunächst einmal zu den Gemeinsamkeiten. Die Kurse setzen sich aus Vorlesungen, Übungen und Laborpraktika zusammen. Das Niveau ist auf einem Level mit dem deutscher Lehrveranstaltungen. Meine Noten haben sich jedenfalls nicht merklich verändert, vielleicht ein wenig besser. Hier wird allerding nicht mir 1, 2, 3 etc. bewertet, sondern die Noten heißen hier HD=1, D=2, C=3, P=4 und F=5. Sie werden allgemein festgelegten Grenzen vergeben. So ist zum Beispiel 100-80% ein HD und 80-70% ein D. Die Professoren sind alle hilfsbereit, jedenfalls meiner Meinung nach.  Aber anders als in Deutschland werden sie hier normalerweise mit dem Vornamen angeredet, ganz gemäß dem „Tall Poppy Syndrome“ (jeder ist gleich).

Die Räumlichkeiten sind modern insbesondere die Business School und die Law School. Letztere hat sogar einen Vorlesungssaal, der einem australischen Gerichtssaal nachempfunden ist. Diese neueren Gebäude haben reichliche Möglichkeiten auch mal in Ruhe zu arbeiten oder sich einfach zu entspannen, ansonsten ist der Campus  auch großzügig ausgelegt, sodass man immer einen ruhigen Platz findet zum Lernen. Ein Beispiel für die Modernität der Universität sind die interaktiven Tafeln mit denen man selbst seine Powerpoint-Präsentation steuern kann.

In meinen Kursen in meinem Masterstudium (Applications of Nanotechnology, Renewable Energy Resources, Social and Environmental Financial Performance) waren nur wenige Studenten zugelassen, sodass der Professor den einzelnen Studenten mehr Aufmerksamkeit schenken kann. Zudem fördern kleine Klassen das persönliche Verhältnis mit dem Professor. Die Vorlesungen an sich versuchen die Brücke zur Praxis zu schlagen, was Einigen besser gelingt, Applications of Nanotechnology, und Anderen nicht so sehr, Social and Environmental Financial Performance, wobei das Letztere ein komplett neuer Studiengang war.

Nun mal zu den größten Unterschieden zum deutschen System. Neben den gefühlt persönlicheren Kontakt mit dem Professor, wird am Anfang in jedem Fach auch ein sogenannter ‚study guide‘ vergeben, welche den Ablauf der Lehrveranstaltung, eine Auskunft über die zu erbringenden Leistungen und die Themen der einzelnen Vorlesungen enthält. Wie ich zudem bereits erwähnt habe, ist das Benotungssytem etwas anders. Um ein Fach zu bestehen (P…Pass) muss man mindestens 50% der Punkte erreicht haben. Hier ist hervorzuheben, dass man im Allgemeinen nur 3-4 Fächer oder 12 Credits pro Semester hat. Wer gedacht hat, dass man hier dann generell weniger zu tun hat, liegt falsch. Die Präsenzzeit liegt zwar nur ein bisschen höher als bei deutschen Kursen, aber der Workload ist dafür schon um Einiges größer. Schon allein die Anzahl an Test (Prüfungen) pro Fach übersteigt deutsche Verhältnisse deutlich. So habe ich in meinen 3 Fächern insgesamt 13 (3+7+3) benotete Arbeiten anfertigen müssen. Die Prüfungen am Ende des Semesters noch nicht einmal mit eingerechnet. Das hat an sich zwei Vorteile. Zum Einen ist man kontinuierlich am Lernen für die Fächer, was der Wissensspeicherung dienlich istJ Zum Anderen verteilt sich die Gewichtung so auf mehrere Teilprüfungen. Folgend sind die Endprüfungen nicht mehr so einflussreich, was insbesondere denen entgegenkommt, die mit dem Stress einer Endprüfung weniger gut zu Recht kommen. Die Teilprüfungen können kleine Hausarbeiten (max. 3000 Wörter für mich), Laborpraktika (insbesondere für Naturwissenschaftler und Ingenieure), Zwischentests (meist mit vielen Multiple-Choice-Fragen), Hausaufgaben oder Präsentationen sein. Die Hausarbeiten, Laborprotokolle und Hausaufgaben werden auch jedes Mal mit einem Online-Tool auf Plagiate überprüft.

Trotz des höheren Workloads pro Fach, hat man aber noch genügend Zeit, das Auslandssemester zu genießen.

Und falls ihr mal Probleme in der Uni haben solltet, wird euch euer eigens zugeteilter study abroad - Koordinator Russ Braby weiterhelfen. Zufälligerweise spricht er nicht nur Englisch sondern auch Deutsch.

Und wenn man sich Semester keine Zeit nimmt, welches übrigens 3 x 1 Woche vorlesungfreie Zeit beinhaltet, kann immer noch davor oder danach Australien erkunden. Ich werde zum Beispiel bald an die Ostküste fliegen und mir dort eine schöne Zeit machen.

Bei Fragen stehe euch gern auf Facebook zur Verfügung http://www.facebook.com/sebastian.bierende.5

Sebastian Bierende zuletzt bearbeitet am 14.06.2012