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Exams are really over NOW!

Es ist geschafft und nicht nur Presentations, individual and group Assignments sind erledigt, sondern auch die Examen, die ich zu schreiben hatte. Es war wirklich interessant, denn sogar die Examen werden etwas anders geschrieben als man es von deutschen Universitaeten gewoehnt ist. 

Ich kenne es aus Deutschland so, dass man einen Termin zum Ende des Semesters hat, man schreibt in der Regel im gleichen Raum 90min, mit dem gleichen Professoren + Aufsicht seine Klausur, wird vorab noch vielleicht nach Nachnamen sortiert und das wars so ziemlich. In Australien gibt es eine Examsperiod am Ende des Semester, wo wirklich keine Vorlesungen mehr statt finden. Die bedeutet, dass man seine Klausur auch nicht in seinem gekannten Kurs schreibt, sondern extra Raeume bekommt. Von daher auf jeden Fall auf die Examstimetables gucken. Und ACHTUNG: es gibt einen vorlaeufigen Examstimetable zum Beginn des Semester und einen endgueltigen, der dann im Laufe des Semesters ausgebessert wird. Um euch stress zu ersparen, empfehle ich jedem seinen Flug einfach nach der offiziellen Vorlesungszeit + Examszeit zu buchen! Einige deutsche Studenten hatten ihre Fluiege so eng gelegt, dass sie im Endeffekt noch einmal Glueck hatten, dass der engueltige Examsplan von den tagen verkuerzt wurde. So hatten sie doch noch die Gelegenheit die Examen mitzuschreiben, aber dies dann auch bis zum letzten Tag vor Abreise, was natuerlich nicht wirklich entspannt ist und Druck erzeugt. Wer dies vermeiden kann, sollte dies auch wirklich tun!

Zurueck zu den Examen an sich. Ich musste zwei Examen schreiben, die mit 2 Tagen Abstand voneinander gelegt wurden. Nachdem ich meinen Raum fuer beide Examen gefunden hatte, wurde  man nach Studentennummern sortiert. Die erste Klausur fand zwar nur innerhalb unseres Seminars statt, aber da wir 130 studenten waren, wurden wir auf 3 Raeume a 40 Studenten aufgeteilt. Beim zweiten Examen haben wir sogar mit 2 anderen Vorlesungsgruppen zusammengeschrieben. Wir sassen also in der grossen Union Hall, wo sonst groessere Events statt finden mit ca 400 Leuten. JEDER hatte einen Einzeltisch und niemand durfte Extramaterial benutzen, d.h. nur ein Stift ist auf dem Tisch erlaubt. Alles andere hat unter dem Stuhl zu liegen. Um fuer Ruhe bei 400 Studenten zu sorgen, gab es einige Aufpasser, die daran erinnerten ab Betreten des Raumes nicht mehr zu reden. Und ich sag euch: sie sind streng. KEIN WORT und nur nach vorne gucken (es laufen wirklich genuegend Aufpasser herum, die dafuer sorgen, dass niemand gestoert wird). Wichtig ist auch seinen Studenten ID dabei zu haben. Denn es wird doppelt und dreifach kontrolliert. Man muss 3 verschiedene Dokumente ausfuellen, in denen man seine Studenten ID eintraegt, die Tischnummer und drauf unterschreibt. Zwischendurch kommt dann jemand vorbei und checkt die ID + die Angaben auf den Examsdeckblaettern.

Wenn das Examen startet hat man 15 Minuten reine Lesezeit. In dieser Zeit darf man nicht schreiben und keinerlei Notizen machen (auch keine Vokabeln uebersetzen). Diese Zeit bekommt jeder Student, um in Ruhe zu lesen und sich Gedanken zu den Fragen zu machen. Wir durften in einer Klausur Notizen machen. Dies muss jedoch vorab vom Professor auf dem Examen erlaubt worden sein. Denn die Professoren sind meist nicht bei den Klausuren, sondern dort sind andere Organisatoren. Wenn die 15 Minuten vorbei sind, wird dies durch die Aufpasser angegeben und ab dann darf man einen Stift in die Hand nehmen. In diesen 2h Examenszeit ist man dann erlaubt das Woerterbuch zu nutzen und sich Notizen etc machen (ihr braucht keine Woerterbuecher von zu Haus mitbringen. Leiht diese lieber in der Bibliothek vor dem Examen aus, dann spart ihr Gewicht). Nachd en 2h Examen werden alle Blaetter eingesammlt. Solange muss man sitzen bleiben, auch wenn einem die Blase fast explodiert (ach ja, Reden ist dann noch immer verboten). Erst wenn sie das GO geben, kann auf Toilette oder sonst wohin gerannt werden.

Kurz um, es ist sehr viel strenger in Australien, wenn es ums Examschreiben geht. So entspannt die Professoren in den Vorlesungen sein moegen, bei den Examen hoert der Spass auf (ich hatte sogar zwei Studenten, die  in der Vorlesung oeffentlich bloss gestellt wurden, weil sie Plagiate abgegeben haben in ihren Hausarbeiten). Aber habt nun keine Panik: wer ein bissl lernt, der kriegt auch ne sehr gute Note! Die Professoren stellen die Fragen in einem recht einfache Englisch, damit auch wirklich jeder die Frage versteht. Ich warte noch auf meine Ergebnisse, weswegen ich nicht sagen kann, wie die Endnote bei mir ausfaellt (schliesslich setzt sich die Note ja aus meist 3 Teilen zusammen mit Praesentationen und Assignments), aber in den ersten beiden Teilen (die Noten fuer die Presentations und Assignments bekommt man bereits waehrend des Semester) habe ich sehr gut abgeschnitten. Ich hoffe, dass sich das nun auch zum Ende hin durchzieht. Man braucht also wirklich keine angst haben und wie bereits bei einem anderen Thema erwaehnt, haben Deutsche in Australien einen wirklich sehr guten Ruf mit der "strebsamen Arbeit". ich habe mich nie als wirklich strebsam in Deutschland gesehen, aber wenn man in Australien ist, fuehlt man sich doch oft wie ein spiessiger und sehr effizienter Lerner! ;)

Stefanie Gerken zuletzt bearbeitet am 25.06.2012