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Nach dem Semester ist vor der Touri-Tour: Great Ocean Road

Nachdem der offizielle Uniteil nun beendet war, realisierte ich, dass ich eigentlich gar nicht so viel von Melbourne von der Touristenperspektive aus gesehen hatte. Denn wenn man hier studiert und eine Art Alltag entwickelt, laeuft man irgendwie an den ganzen Dingen, die Melbourne zu bieten hat mehr oder weniger vorbei und freut sich waehrend des Semesters mehr auf Bars, Restaurants, Clubs etc, um seine Freunde nach der Uni zu treffen. :)

Ich hate mir also vorgenommen dies zu aendern und als meine Freundin aus Newcastle zu Besuch kam (ihr habt Annegrets Beitraege hoffentlich ebenfalls verfolgt), nahmen wir uns als erstes die Great Ocean Road vor. Eines der Dinge, die man auf jeden Fall gemacht haben sollte, wenn man in Victoria studiert.

Da wir nicht so viel Zeit hatten, haben wir uns auf einen Tagesausflug geeinigt und um dies so individuell wie moeglich zu gestalten, haben wir uns ein Auto gemietet. Das Auto an sich war ein Schnaeppchen, dafuer dass wir es ca 6h vor Abfahrt gebucht hatten. Was es teurer machte, war die Versicherung. Denn man kann auch billig ohne wirkliche Versicherung losfahren, aber da man in Australien ja bekanntermassen auf der linken Strassenseite faehrt, war uns eine Versicherung schon wichtig. Man weiss ja nie, ob man nicht doch den Drang verspuert spontan mal rechts anstatt links zu fahren (ist uns Gott sei Dank nie passiert, obwohl uns ein LKW mal gefaehrlich nahe kam, bei einer unuebersichtlichen Autobahnzufahrt. Die deutschen Autobahnraudis haben das natuerlich ganz entspannt hingenommen)! Ein Navigationssystem ist ebenfalls empfehlenswert.Kostet zwar ca $14 extra, jedoch erspart man sich damit langes Suchen in ner Karte o.ae, man kann sich ebsser auf die linken Strassenseite konzentrieren und man kriegt nebenbei auch noch nett Blitzer angesagt, die alle gefuehlte 300m auftauchen, was ein richtig teurer Spass in Australien ist.

Wir zwei Grazien also auf der Strasse, waren ein super Team: einer Faehrt, einer haelt das Essen und Trinken entgegen! Anfangs ist die Aussicht nicht aufregend, da man aus Melbourne schon ne Weile braucht, um ueberhaupt auf die Great Ocean Road zu gelangen. Auf dieser endlich angekommen war der Weg zwischen Lorne und Apollo Bay wirklich der Schoenste! Ausblick aufs Meer mit schoenen Schlaengel-Strassen (die es einem unmoeglich machen ueber 60Km/h hinauszukommen) und wunderbaren Wetter - wir hatten zumindest dort noch Glueck. Ansonsten ist ein Trip waehrend der Sommermonate dringend zu empfehlen! In Lorne haben wir unseren ersten Stop eingelegt, um unsere Koffein- und Zuckerreserven neu zu betanken. Dies geschah in einem ziemlich unscheinbaren Kaffee namens "Kaos" (direkt auf der Great Ocean Road in Lornes gelegen). Da ich einen Freund in Lornes habe, habe ich auf seine Empfehlung vertraut, auch wenn das Cafe von aussen diesen Eindruck nicht unbedingt bestaetigte. Doch es stellte sich heraus, dass das empfohlene Pancake-Fruehstueck wirklich empfehlenswert war. Gut, dass wir uns fuer die Kinderportion entschieden hatte, denn die war schon ein Brecher (3-4 Pancakes mit Vanilleeis, lecker Fruechten und Ahornsirup garniert + nen super Cappucchino). Nach einer kurzzeitigen Fressstarre ging es also weiter mit unseren Roadtrip (wir wollten schliesslich innerhalb eines Tages zu den 12 Aposteln und wieder zurueck nach Melbourne).

Wie bereits erwaehnt ist die Strecke zwischen Lorne und Apollo Bay die Schoenste. Denn ab Apollo Bay geht es durch ein nicht enden wollendes Waldgebiet. Dort fing es dann auch noch an zu regnen, was uns eine Art Regenwald-Feeling bescherte. Spektakulaeres passierte waehrend dieser Zeit nicht bis wir dann ENDLICH wieder auf das Meer zusteuerten und kurz danach auch ploetzlich weitere Touribusse zu den 12 Aposteln auftauchten. Ich  moechte gar nicht wissen, wie voll es an nem Sommertag dort sein muss, aber bei uns - an einem regnerischen und sehr windigen Tag - war schon ordentlich gerangel, um die besten Fotoplaetze.

Wir versuchten, wie Annegret es bereits in ihrem Blog beschrieb, ein paar Fotos von uns MIT den 12 Aposteln hinzubekommen. Man duerfte erwarten, dass dies auch zu schaffen sei, bei den ganzen Hobby Fotografen dort. Aber es waren wirklich nur Hobby Fotografen und entweder wurden wir genoetigt Peace-Finger zu machen oder wir wurden als interessanter als diese ollen Steine bewertet, sahen aus wie Speck- oder Pfannkuchengesichter bis uns dann letztlich einer von unserem Leid erloeste und uns + 12 Apostel ohne Speckgesichter aufs Foto zauberte. Ein Traum! Gleiches gaben wir ihm direkt zurueck.

Nachdem wir dort rumgelaufen sind und ziemlich durchfefroeren waren, sehnten wir uns nach unserem Auto und eine weitere Fahrt zu der "London Bridge" und "The Grote". Die London Bridge war nun kein knaller, aber die Grotte war schon super, da dort offenbar keine Touribusse hinfahren (zumindets nicht bei schlechten Wetter) und wir dort ziemlich ungestoert umherlaufen konnten. An dieser Stelle kann man naemlich auch hinabsteigen und direkt in eine kleine Hoehle schauen, die etwas Maerchenhaftes hatte.

Dies auch abgehakt, wollten wir wieder zurueck bis meine Adleraugen ploetzlich ein Schnabeltier ausmachten, dass gerade die Strasse ueberqueren sollte (idiotisch genug). Wir also mit einem U-Turn mitten auf der Landstrasse zurueck (diesmal idiotisch von uns), um ein Foto zu machen (die Asiaten haben uns also doch angesteckt). Anne hatte jedoch mit ihrer Kamera zu kaempfen und kam nicht so schnell ausm Auto und durfte nur noch das Hinterteil des Schnabeltieres bewundern, wie es sich wieder in den Busch davon machte. Im Endeffekt haben wir zwar kein Foto bekommen, jedoch es zumindest kurz live gesehen. Und diese Dinger sind groesser als gedacht.

Langsam setzte die Daemmerung ein und wir mussten ja auch wieedr die 350Km zurueck nach Melbourne. Wir setzten uns wieder ins Auto und die Natur forderte ihren Tribut: Anne schlief ein und ich fuhr dann - hat sie ja nicht mehr gemerkt und sich beschweren koennen - mit 130Km/h ueber die Landstrasse zurueck (erlaubt sind 100km/h ich boeses Maedchen). Diesmal also nicht auf der Great Ocean Road, sondern eine etwas geradlinigere Nebenstrasse. Ihr Kopf wackelte lustig von eine auf die andere Schulter und ich wunder mich noch immer, dass der ihr dabei nicht weh tat. Noch guter halber Strecke wachte Anne aus ihrem Prinzessinenschlaf wieder auf und schrie nach Kaffee. Eine Kleinstadt und ein McDonalds in Sicht, entschieden wir uns kurz zu halten und hatten das Gefuehl bei dem Film "Supersize Me" angekommen zu sein. Erstaunt von diesem Anblick gabs bei McDonalds auch wirklich nur nen Kaffee.

Ungefaehr 70km von Melbourne entfernt, forderte die Dunkelheit und Muedigkeit dann auch mich auf endlich mal zu schlafen. Anne musste also ans Steuer und uns nach Melbourne zu bringen. Sie war ueberrascht wie problemlos man in Melbourne Autofahren kann - keine ewigen Staus oder komplizierten Einbahnstrassen. Nach kurzer Nahrungsaufnahme endlich wieedr zuhause angekommen,w ar mit dem Weggehen am Freitagabend in Melbourne leider nichts mehr zu machen. Die Augen brannten nach ca 750Km Fahrt und es reichte gerade noch aus, um einen Film zu gucken und Wein zu trinken. Wir nahmen uns vor den naechsten Tag bzw die naechste Nacht dafuer zum Tag zu machen, was wir auch durchzogen und Anne nichtmal mehr schlafen konnte, bevor ihr Flieger Sonntagmorgen nach Newcastle zurueck ging. Mission complited!

Stefanie Gerken zuletzt bearbeitet am 08.07.2012