< zurück zum Blog von Stefanie Gerken
< zurück zum Universitätsprofil: La Trobe University

Andere Länder, andere Sitten : Easter Holidays

Wenn man sich erstmal im Ausland eingelebt hat, d.h. eine Art Alltagsroutine entwickelt hat, vergeht die Zeit wie im Fluge. Daher ist es nun schon etwas her, dass die Osterferien in Australien waren, aber dennoch sollte auch diese Zeit ihre Erwähnung finden.

Die Easter Holidays gehören in Australien zu den Hauptreisezeiten überhaupt. Alle Universitäten haben frei (jedoch zu etwas unterschiedlichen Zeiten, um ein Verkehrschaos zu vermeiden - in etwa wie die Sommerferien in Deutschland) und so gut wie jeder nutzt diese Zeit, um zu reisen. Ich hatte das Gefühl, als ob ein Städteaustausch statt finden würde und die Melburnians nach Queensland reisen und umgekehrt. Ich bin diesem Trend natürlich gefolgt und habe die Gelegenheit genutzt Queensland erneut zu besuchen (wer sich an die IEC Universitätsvideos erinnern kann, der hat vielleicht gemerkt, dass die Bond University, die ich im letzten Jahr besucht hatte, ebenfalls in Queensland liegt).

Ich bin also für eine Woche an die Gold Coast gereist und habe Freunde dort besucht. Wer keine Freunde oder Familie in Queensland hat und trotzdem zur Osterzeit dorthin reisen möchte, der sollte sich auf jeden Fall rechtzeitig um Flüge und eine Unterkunft bemühen, da die Preise schnell in die Höhe schießen und alles ausgebucht ist.

Ich habe natürlich die üblichen Gegenden wie Surfers Paradise und Burleigh Heads besucht, aber ebenfalls stark zu empfehlen ist das Hinterland der Gold Coast. "Tamborine" ist zum Beispiel im Hinterland gelegen und bietet verschiedene Wein- und Käse-Manufakturen.  Die Gegend ist während eines schönen Sommertages wirklich wunderbar und man hat einen tollen Ausblick über die ganze Gold Coast (Paraglider heben hier ebenfalls regelmäßig ab). Es ist zwar etwas touristischer angehaucht, da dort hauptsächlich "Hippies" leben und auf die australischen Touristen in der Gegend aus sind, aber mich hat es nicht sehr gestört (waren ja immerhin australische Touristen). ;)

Das praktische ist: man kann auch einen kostenlosen Busshuttle dort hoch buchen (mind. 6 Personen), so dass man die Wein-, Bier- und Käseproben auch ohne Probleme überstehen kann! Wirklich zu empfehlen ist dabei der trockene Rosé von "Witches Falls"!;)

Wie bereits erwähnt hatte ich bei Freunden für die Woche gelebt - auf Hope Island. Eine schicke gated Community, wo man auch nicht mehr mit seinem Auto rumfährt, sondern mit coolen und teilweise gepimpten Golf Buggies! ;) Das komische war dabei nur: plötzlich war das Lenkrad wieder auf der richtigen, also linken Seite, aber trotzdem musste man ja noch auf der falschen Straßenseite fahren. Mit diesem kleinen Gefährt haben wir bei ganzen 20km/h die Straßen und Fußwege unsicher gemacht! Nachdem mich also der Geschwindigkeitsrausch packte, habe ich mich direkt in ein richtiges Auto begeben. Da meine Freundin einen Tag arbeiten musste, hatte sie mir ihr Auto überlassen. Autofahren - kein Ding, denkt man. Aber Autofahren ganz alleine auf der falschen Seite der Straße und was noch viel wichtiger ist auf der falschen Seite im Auto: alles ist auf der falschen Seite, besonder schlimm ist es bei der Gangschaltung. Nach dem 4-5 mal verschalten, ging es endlich! ;) Unheimlich wurde es manchmal, wenn man abgebogen ist und plötzlich allein auf der Straße war und sich ständig gefragt hat, ob man denn noch auf der richtigen Straßenseite fährt oder nun als Geisterfahrer irgendwo eingebogen ist. Ich bin in diesem Fall einfach etwas langsamer gefahren (falls doch jemand von vorne kommt) und habe etwas gewartet bis wieder ein anderes Auto kam. Im Endeffekt hat alles super geklappt und sowohl das Auto als auch ich sind heil wieder zurück gekommen.

Was beim Auto natürlich so schön praktisch ist, ist die Freiheit und Flexibilität überall hinfahren zu können. Denn besonders in Queensland oder in anderen Staaten ohne gut ausgebautes Verkehrsnetz (dies findet man eigentlich nur in den Millionenmetropolen vor) ist man ohne Auto ziemlich aufgeschmissen. Wer sich also für eine Uni außerhalb einer Großstadt interessiert, sollte sich über die Anschaffung eines Autos Gedanken machen.

Apropos Verkehrssystem: auch wenn Melbourne ein super Verkehrsnetz nachweisen kann (das behaupten zumindest die Australier und ein paar Touris aus Kleinstädten), so kann es lange nicht mit Städten, wie Berlin, Hamburg, Köln oder München mithalten. Hier muss man sich doch gut in Geduld üben, auch wenn der Zug, die Tram oder Bus mal wieder 30-40 Minuten zu spät kommt und man am liebsten einen Tobsuchtsanfall bekommen möchte, so ist es doch weniger peinlich ein Buch mitzunehmen oder etwas zu essen (ich esse dann einfach schon mal mein Lunch oder Dinner beim warten). Denn wie heißt es so schön andere Länder, andere Sitten!

Stefanie Gerken zuletzt bearbeitet am 15.05.2012