< zurück zum Blog von Nicola Spillner
< zurück zum Universitätsprofil: California State University, Channel Islands

Eindrücke aus der Uni

College in den USA?

In diesem Post möchte ich euch über meine ersten Eindrücke, die CSUCI, die Professoren, und das Collegesystem in den USA berichten.

Deutsche Uni/Hochschule vs. US College

Viele Studenten, die ihr Auslandssemester in den USA verbringen möchten gehen davon aus, dass das deutsche Unisystem und das US-amerikanische Collegesystem gleich sind.

Ehrlich gesagt dachte ich das auch!

Denn meistens hört man von Klischees über Colleges in den USA, dass studieren dort einfacher ist als in Deutschland und man die guten Noten quasi "hinterhergeworfen" bekommt. Stimmt das?!

Was ich in den ersten Wochen der Vorlesungen gemerkt habe ist, dass viel von den Studenten erwartet wird. Was mich betrifft, belege ich hier 4 Fächer, 1 Fach ist meistens auf eine lange oder zwei kurze Vorlesung aufgeteilt. Vier Fächer klingt zwar erst einmal wenig, und in deutschen Verhältnissen gesprochen wäre es bestimmt auch nicht sonderlich viel, ABER...

1. Die Vorlesungen sind so aufgebaut, dass man pro Fach realistischerweise ca. 3-6 Stunden zusätzlich zur Vorlesung von seiner Freizeit für Assignments, Homework, Quizzes oder ähnliches aufwenden muss.

2. Gruppenarbeiten und Essays sind hier sehr beliebt. Aber leider auch sehr zeitaufwendig.

3. "Vorlesungen" sind es nicht wirklich. Es handelt sich eher um seminaristischen Unterricht, bei dem eine aktive Mitarbeit im Unterricht erwartet (und benotet) wird.

4. Es gibt nicht nur eine Prüfung am Ende des Semesters, sondern mindestens 2 (mid-term und final), manchmal auch mehrere "tests", die als kleinere Klausuren während des Semesters zählen.

Das mag jetzt erst einmal sehr negativ klingen und auf kurze Sicht ist es das auch, da sehr viel Freizeit für Hausaufgaben drauf geht, die man lieber mit reisen verbringen würde. Auf lange Sicht ist es allerdings auch beruhigend, dass nicht die komplette Note von nur einer Klausur abhängt und man sich während des Semesters schon Punkte sammeln kann.

1. Viele Professoren geben Studenten die Möglichkeit, "Extra Credit" zu sammeln. Diese kann man zum Beispiel durch den Besuch von zusätzlichen "guest lectures" oder durch die Bearbeitung von zusätzlichen Hausaufgaben sammeln.

Die zusätzlich gesammelten Punkte füllen quasi verlorene Punkte in den Klausuren oder in der Mitarbeit auf und können damit Lebensretter sein, wenn es um die nächstbessere Note geht!

2. Oft sind die Hausaufgaben zwar zeitaufwendig, aber nicht schwierig an sich. Oft sollen Zusammenfassungen geschrieben oder Aufgaben bearbeitet werden, bei denen man sich mit etwas Aufwand oft die volle oder fast volle Punktzahl sichern kann.

3. In manchen Kursen schreibt man zwar viele kleinere Klausuren, aber manche Professoren bieten es an, die schlechteste Note zu streichen. dadurch lohnt es sich wieder, auch für mehr als eine Klausur zu lernen.

4. Je nach Kurs werden auch Gruppenarbeiten hoch angerechnet. Manchmal macht ein bestimmtes Projekt einen größeren Teil der Note aus, daher sollte man sich auch hier bemühen!

Insgesamt ist das System in den USA einfach anders als in Deutschland. Der Aufwand ist in den USA definitiv höher und man sollte viel Zeit für Hausaufgaben und Gruppenarbeiten einplanen. Aber sobald man sich bemüht, sollte es auch möglich sein, eine gute Note zu erzielen!

What About The Professors?

Generell kann ich aus meiner Erfahrung und aus den Erzählungen anderer Internationals sagen, dass die Professoren hier durchweg sehr motiviert sind und der Unterricht demnach auch immer motivierend und spannend ist. Man merkt sofort, dass die Professoren eine große Leidenschaft für ihre Tätigkeit empfinden und das lassen sie die Studenten auch spüren.

Außerdem werden die Internationals zusammen mit dem amerikanischen Studenten unterrichtet. Das hat natürlich den Nachteil, dass der zu erfüllende Standard an den amerikanischen Studenten gemessen wird, für die Englisch die Muttersprache ist. Daher kann es sein, dass man als International diesem Standard nicht ganz gerecht werden kann. Dazu kann ich allerdings noch nichts sagen, da meine Mid-Terms erst im Oktober anstehen. Trotzdem gibt es auch viele Vorteile, mit den Amerikanern zusammen unterrichtet zu werden! Zum Beispiel ist es so leichter, auch amerikanische Freunde zu finden!

Das wars erstmal für heute - bis zum nächsten Post!

Grüße aus dem (immer noch) sehr warmen Kalifornien,

Nicola :)

CSUCI Bell Tower

Nicola Spillner zuletzt bearbeitet am 27.09.2017