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Ein paar Informationen zum Studium

Hallo ihr Lieben,

heute folgt ein bilderloser Blogpost, denn es geht um die Uni und das Studium hier und hierzu haben wir nicht wirklich die passenden Fotos ;-) Heute möchte ich Euch einen kleinen Überblick geben, was Euch erwarten wird, wenn ihr Euch für ein Studium in den USA entscheidet.

Ich mache hier 4 Undergraduate Kurse (Bachelor-Niveau), Leah macht 3 Graduate-Kurse (Master-Niveau). Die Anzahl der Kurse entspricht dem notwendigen Pensum für ausländische Studierende. Obwohl ich zu Hause im Master bin, studiere ich hier auf Bachelor-Niveau, weil ich mir die Kurse für einen zweiten Bachelor-Studiengang, den ich über die FernUni Hagen mache, anerkennen lasse.

Egal, auf welchem Niveau ihr studiert: Stellt Euch auf ein sehr verschultes System ein. Ich belege Psychologie-Kurse, Leah belegt 2 Business-Kurse und einen Psychologie-Kurs, die sie sich ebenfalls alle anrechnen lässt. Ich muss zum Glück nur bestehen, Leah braucht die Noten, wieso sie mehr zu tun hat als ich.

So oder so sind wir beide erstaunt über das hohe Arbeitspensum hier. Ich würde nicht sagen, dass die Kurse inhaltlich anspruchsvoller sind als in Deutschland (im Gegenteil), aber sie erfordern einfach viel mehr Fleißarbeit als in Deutschland. Das, was wir von zu Hause kennen - entspannteres Semester, stressigere Klausurenphase - gibt es hier nicht.

Mir wurde zwar gesagt, dass meine Dozenten generell mehr fordern, aber es ist bei allen, die ich hier kenne, ähnlich. Ein Beispiel: In zwei meiner vier Kurse schreiben wir im Verlauf des Semester 6 (!) Multiple-Choice-Klausuren, haben eine Gruppenpräsentation am Ende des Semesters und müssen 3 Paper à 5 Seiten abgeben. In den anderen zwei Kursen schreibe ich jeweils 5 bzw. 3 Klausuren, muss ebenfalls 3 bzw. 2 Paper à 3 bzw. à 5-6 Seiten schreiben. Wenn die Noten also zählen, hat man mehr zu tun, als man denkt.

Das soll aber nicht entmutigend klingen: Denn inhaltlich ist es nicht schwerer als Deutschland. Im Gegenteil, es geht viel mehr um Informationen auswendig können und die Fragen sind selten schwierig formuliert. Es ist eine reine Fleißarbeit, man muss eben seine Hausaufgaben erledigen und regelmäßig lesen. Ist eben ein bisschen wieder wie in der Oberstufe ;-)

Als kleinen Tip für Euch: Wählt auf jeden Fall nur Kurse, bei denen ihr Euch auch sicher seid, dass ihr inhaltlich mitkommt. Leah hat z.B. den Fehler gemacht, einen Psychologie-Kurs zu wählen, weil sie sich ihn zwar anrechnen kann, aber inhaltlich kein Vorwissen hat. Daher hat sie deutlich mehr zu tun damit.

Ansonsten müsst ihr Euch auch darauf einstellen, Euch hier Bücher zulegen zu müssen. Alle Kurse basieren auf Büchern, die hier teuer sind. Für ein Buch muss man zwischen 100-200 US-Dollarn ausgeben, wenn man es neu kauft. Man kann es an einigen Stellen auch leihen (z.B. im Bookstore der Uni oder auf der Website www.chegg.com) oder im Internet fleißig recherchieren, dort gibt es oft deutlich günstigere PDF's zum Runterladen. Trotzdem - ich wusste das vorher nicht und war hier ein bisschen überrascht. Ich hatte aber Glück und habe alle 4 Bücher für insgesamt 120 US-Dollar erwerben können: Teils geliehen, teils als PDF online gekauft. 

Campus

Auch wenn die Uni nicht ganz so ein Spaziergang ist was den Lernaufwand betrifft wie vorab gedacht, lohnt sich Hawai'i nach wie vor. Wir würden es beide trotzdem jederzeit wieder machen, weil alles andere ein würdiger Ausgleich ist :-)

Jessica Dietrich & Leah Althaus zuletzt bearbeitet am 28.10.2016