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Diversität

Letzten Donnerstag haben wir an der UofW den Inernational Cultural Day gefeiert. Hierfür wurden alle Internationals aufgerufen eine Performance vorzubereiten, landestypisches Essen mitzubringen oder traditionelle Kleidung zu tragen. Am Abend konnten wir dann zum Beispiel indische und nigerianische Tänze, koreanische Gesänge und weitere multikulturelle Vorträge bestaunen. (Alle Bilder findet ihr unter diesem Link: www.facebook.com/UWinnipegISS/photos/) Dies möchte ich zum Anlass nehmen um dir ein wenig über die kulturelle Vielfalt Kanadas zu berichten.

Nach kurzer Zeit in Kanada bzw. in Winnipeg wirst du merken wie viele Nationen hier leben, denn knapp über 20 % der Bevölkerung in Kanada sind nämlich Immigranten Das kanadische Statistikamt (StatCan) drückt es wie folgt: Combined, the three largest visible minority groups are South Asians, Chinese and Blacks-accounted for 61.3% of the visible minority population in 2011. They are followed by Filipinos, Latin Americans, Arabs, Southeast Asians, West Asians, Koreans and Japanese. Tatsächlich ist es sehr spannend all die verschiedenen Sprachen, Akzente und Dialekte täglich zu hören.

Als International wirst du nicht nur mehr über Kanada bzw. KanadierInnen lernen, sondern insbesondere auch viel über andere Nationen, da die Wohnheime sehr bunt gemischt sind. Ich persönlich lerne derzeit sehr viel über die indische Kultur, da viele meiner Freunde aus Indien stammen. Die Internationals sind eine große Gruppe und nach einiger Zeit kennt man sich, denn es wird gemeinsam gekocht, gegessen und gefeiert.

Die Vielfalt hat aber auch ihre Grenzen: Zwar leben in Kanada sehr viele Nationen zusammen, aber oft nicht miteinander. Der Trend geht in Richtung Segregation und nicht unbedingt Integration. Daran sind jedoch die Immigranten häufig selber dran beteiligt, da wir bzw. sie das gewohnte Essen kochen, in derselben Nachbarschaft wohnen und ihre Kinder im selben Sportverein anmelden. Dadurch entstehen kleine indische, koreanische, arabische oder italiensche Viertel. Mir wurde gesagt, dass dies vor 20 Jahren noch anders gewesen sei und es weniger Abgrenzung gab.

Generell kann ich jedoch sagen, dass es wenig Rassismus gegenüber Ausländern gibt, da viele selber ausländische Wurzeln haben. Dafür ist leider der Rassismus gegenüber den Inländern, genauer den First Nations (Aboriginal oder Indigenous), umso stärker vorhanden. Bevor ich nach Kanada kam, hatte ich zwar schon von den First Nations (wir nennen sie Indianer) gehört; aber hatte kein Wissen über ihre Geschichte und ihre Kultur. Mein Kurs Aboriginal Politics in Manitoba hat dies und auch meinen Blick auf Kanada sehr verändert. Ich kann dir nur empfehlen dich auch mit der Vergangenheit und vor allem der Gegenwart der First Nations zu beschäftigen. Als kleinen Anstoß kann ich dir die folgende Website empfehlen, dort findest du auch meinen Beitrag, den ich Rahmen des Kurses verfasst habe.  (https://treatypeopleofwinnipeg.wordpress.com/) Nächste Woche werde ich auch noch meinen Essay aus diesem Kurs hochladen.

Zudem sind viele deutsche Studierende in Winnipeg, was ich sehr gut finde, da ein Auslandsaufenthalt sehr viel Erfahrung mit sich bringt. Doch auch hier solltest du dir persönlich die Frage beantworten, ob du in Kanada bist um mit Deutschen deutsch zu sprechen.

 

Falls Du irgendwelche Fragen hast, kannst Du mir jederzeit schreiben. Bildliche Eindrücke aus Kanada erhältst Du auf meinem Instagramaccount.

Bis dahin, mach´s gut und pass auf dich auf!

Lauritz

Lauritz Schmidt zuletzt bearbeitet am 17.11.2016