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Wohnungssuche

Trotz Heimweh und einiger Heulanfälle kam ich um die Wohnungssuche nicht herum. Im Hostel gab es einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher, Sofas und einem großen alten Tisch. Beim Frühstück hatte ich eine sehr nette Französin kennengelernt. Sie erzählte mir, dass Sie bereits seit 10 Tagen eine Wohnung sucht und jetzt wohl was gefunden hätte. Sie warte nur noch auf eine positive Rückmeldung seitens des Vermieters. Als ich mich am Nachmittag zu den anderen an den Tisch setzte, war Sie auch dabei. Ich wunderte mich und Sie sagte ganz niedergeschlagen zu mir: „Finally I’m back in the game!“. Der Wohnungsmarkt ist ziemlich hart hier. Bei guten Sachen, welche sehr selten sind, muss man schnell sein. Für die nächsten Tage hatte ich einige Besichtigungstermine ausgemacht. Das erste Zimmer, welches ich mir ansah, war ein ziemliches Loch, die Küche und das Badezimmer verschimmelt und dreckig. Die Hygienestandards sind absolut nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen.

Meine Tage sahen immer gleich aus: Aufstehen, Frühstücken, nach neuen Anzeigen schauen, Besichtigungstermine ausmachen, Wohnungen anschauen, frustriert nach Hause kommen. Nach vier Tagen habe ich dann doch eine nette WG gefunden. Ich wollte einfach nicht mehr weiter suchen und nicht mehr weiter aus dem Koffer leben. Ich wollte endlich ein Zimmer. Also war ich froh, dass ich auch eine Zusage bekam und zwei Tage später konnte ich einziehen.

Jetzt wohne ich in Brunswick, einem sehr alternativen Stadtteil von Melbourne. Hier gibt es viele Bioläden und vegetarische sowie vegane Restaurants. Von meinem Haus sind es nur 10 Minuten zu den Shops. Auch ein Einkaufszentrum ist gleich um die Ecke. Mit der Straßenbahn brauche ich 10 Minuten in die Stadt. Meine WG besteht insgesamt aus 7 Personen. 3 Australier, 1 Neuseeländerin, 1 Inder, 1 Mexikaner und ich. Wir haben eine große Küche und ein Wohnzimmer mit Fernseher und Playstation. Heute Abend gehen wir zusammen Essen (Housemate-Dinner). Meine Mitbewohner sind alle sehr nett und hilfsbereit. Wenn man Gesellschaft will, geht man in die Küche und wenn man seine Ruhe will, dann geht man in sein Zimmer. Eigentlich optimal. Leider ist es hier auch wahnsinnig kalt und die Australier haben keine Zentralheizungen. Es gibt so Heizlüfter, aber die schalten sich hier in unserer Wohnung immer wieder aus. Ich hoffe es wird bald Frühling. Denn immer mit Winterstiefeln und Daunenjacke zu frühstücken ist nicht optimal.

Ich war bereits drei Mal an der Uni. Der Campus ist am Rand von Melbourne und ich brauche eine knappe Stunde von meinem Haus zur Uni. Es gibt eine App für die öffentlichen Verkehrsmittel (ptv). Ich liebe diese App, man findet allesJ.

Leider war die Registrierung nicht ganz so einfach wie gedacht. Es brauchte 7 Schritte, bis ich meinen Studentenausweis in den Händen halten konnte. Für die Masterkurse, welche ich besuchen will, musste ich einen Termin mit der zuständigen Betreuerin für internationale Studierende ausmachen. Diese teilte mir dann mit, dass sich zwei Kurse verschoben hätten und ich deshalb jetzt nur einen Kurs bis September machen kann. Das war ein Schock für mich. Ich hätte also noch bis September in Deutschland bleiben können! Die Spontanität hat also auch Nachteile. Ich fand es sehr schade, dass ich darüber nicht früher informiert wurde. Im August werde ich nun einen etwas anspruchsvolleren Kurs besuchen, auf den ich mich jetzt schon vorbereiten muss. Die Note setzt sich zusammen aus class participation, group presentation, role play und research essay. Hoffentlich klappt das auch alles.

 

Melbourne Skyline

Susanne Petrikowski zuletzt bearbeitet am 18.07.2014