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Erster Unikurs: Conciliation-theory and practice

Es ist immer noch Winter und immer noch kalt. Aber immerhin lässt sich die Sonne jetzt öfters mal blicken und ich hab mich auch langsam an die Temperaturen gewöhnt.

Mein erster Kurs an der Uni ist super. Der Unterricht findet in einem von den großen Wolkenkratzern in Melbourne CBD statt. Es ist alles ziemlich modern und edel dort. Im Aufenthaltsraum mit gigantischem Blick über die Skyline gibt es Kaffee und Tee for free. Der Kurs geht über außergerichtliche Streitbeilegung und wird von zwei professionellen Streitschlichtern gehalten. Anders als im deutschen Rechtssystem gibt es im australischen Recht Bereiche, in denen es verpflichtend ist, zunächst einen „Conciliator“ aufzusuchen, bevor man vor Gericht geht. David und Michael arbeiten beide auf dem Gebiet des Arbeitsrechts (ACCS= Accident Compensation Conciliation Service). Genauer geht es um Fälle, in denen ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz einen Schaden erlitten hat, physischer oder psychischer Art, und deshalb jetzt einen Konflikt mit der Versicherung hat, die ihm den Schaden nicht ersetzen will. Der Unterricht ist sehr interaktiv gestaltet. Wir sind eine kleine Gruppe von 22 Personen (davon 7 Internationals und 15 Australier). Wir haben Gruppenarbeiten, Rollenspiele und Videoanalysen. Letzte Woche war eine Dame von der Work Fair Commission da und hat einen Vortrag über Ihre Arbeit gehalten. Es ist hier üblich, die Dozenten mit dem Vornamen anzusprechen. Demzufolge ist das Unterrichtsklima wahnsinnig entspannt. Ich fühle mich richtig wohl in meinem Kurs und habe auch keine Angst, mich bei Diskussionen zu beteiligen. Überraschenderweise verstehe ich nahezu jedes Wort sowohl von dem, was die Dozenten sagen, als auch von dem, was meine Mitstudenten sagen. Die anderen Australier sind super aufgeschlossen und integrieren mich gut in die Gruppe.

Am Hafen gibt es hier den Winter über jeden Freitag ein Feuerwerk. Das hab ich mir letzte Woche angeschaut. Die Atmosphäre ist sehr schön, die Lichter spiegeln sich im Wasser. Es kommt fast ein bisschen Silvester-Stimmung auf und das mitten im August.

Ich habe jetzt auch schon einen deutschen Bäcker gefunden, der richtiges Vollkornbrot hat. Leider hatte er am Sonntag geschlossen (auch ziemlich deutsch). Die anderen Geschäfte haben hier üblicherweise 7 Tage die Woche geöffnet. So passiert es mir manchmal, dass ich gar nicht weiß, dass Sonntag ist, weil es dasselbe wie an jedem anderen Tag auch ist.

MELBOURNE

Susanne Petrikowski zuletzt bearbeitet am 11.08.2014