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Resumé

Sechs Monate sind jetzt zu Ende. Mein Erfahrungsbericht nach einem Semester sieht so aus:

Die Australier sind offene, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen. Steht man etwas verloren aus auf der Straße, kommt sofort jemand, der einem Hilfe anbietet. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen hier entspannter im Alltagsleben sind als wir Deutschen. Wenn der Bus mal zu spät kommt oder gar nicht kommt, regt sich niemand auf. Service wird hier groß geschrieben. Möchte man eine Bankangelegenheit besprechen oder nur einen Kaffee bestellen, sind die Service Mitarbeiter immer freundlich und nehmen sich Zeit. Auch habe ich den Eindruck, dass die Menschen hier mehr miteinander leben, auch wenn sie sich überhaupt nicht kennen. In der Straßenbahn unterhält man sich oft, obwohl man sich zuvor noch nie gesehen hat. Dieser easy-way-of-life hat auch ein bisschen auf mich abgefärbt. Stress tut dem Körper einfach nicht gut.

Melbourne ist, wie ich bereits in einem meiner vorherigen Einträge geschrieben habe, eine multi-kulti Stadt mit vielen Attraktionen. Hier kann man gut ein Auslandssemester verbringen. Die Lage ist auch ziemlich genial. Wenn das Wetter schön ist, kann man sich an einen der Strände legen und die Sonne genießen. Ansonsten gibt es die üblichen kulturellen Angebote einer Großstadt wie Theater, Kino, Sealife, Markt, Konzerte, Ausstellungen, Museen … Leider ist das öffentliche Verkehrsnetz ziemlich schlecht. Es gibt hier nur Straßenbahnen und Züge und keine U-Bahnen. Oft braucht man für eine kleine Strecke sehr lange, weil die Straßenbahn an der Ampel steht oder im Verkehr steckt und alle 10 Meter anhält. Querverbindungen sind nur mit Bussen möglich, somit sind Verbindungen in die Stadt gut, zwischen verschiedenen Stadtteilen aber schlecht bzw. dauern eine Ewigkeit. Zudem ist der ganze Spaß sehr teuer. Eine Einzelfahrt kostet $3,58 und eine Tageskarte $7,16. Nicht gerade benutzerfreundlich. Ein Nachteil an einer so großen Stadt wie Melbourne ist natürlich auch, dass die Leute, die man in der Uni kennen lernt, in den unterschiedlichsten Stadteilen wohnen und es bei Verabredungen oft zeitintensiv ist, sich zu treffen.

Die Uni liegt am Stadtrand und man brauch mit der Tram von der Innenstadt ca. eine Stunde. Der Campus ist sehr grün mit vielen Bäumen und auch kleinen Seen. Leider gibt es keine Mensa. Dafür jede Menge kleine Shops, in denen man etwas zu essen kaufen kann. Ist aber auf die Dauer sehr teuer. Die Kurse, die ich besucht habe, waren sehr klein: zwischen 10 und 30 Teilnehmern. Der Unterricht war unterschiedlich. Von Monolog über Frage-Antwort bis hin zu Gruppenarbeiten und Präsentationen war alles dabei. Als positiv habe ich das Verhältnis von Student zu Professor empfunden. In der ersten Stunde eines jeden Kurses bekam man die E-Mail Adresse und Telefonnummer des Dozenten. Wenn man Fragen hatte, oder etwas nicht verstanden hatte, konnte man immer nachfragen. Man hatte das Gefühl, auf einer Ebene mit dem Professor zu sein und nicht eine Person zu haben, die „unnahbar“ war. Selbstverständlich war auch, dass man den Professor mit Vornamen angesprochen hat. Ich hatte das Gefühl, durch die kleinen Kurse und die aktive Mitarbeit eine Menge zu lernen. Da fast alle Kurse in meinem Programm Blockkurse waren, war es schwer, Freunde zu finden, da die Teilnehmer oft variiert haben. Nicht schön fand ich, dass die Uni den Kursplan kurzfristig geändert hat und Kurse verlegt oder auch ganz gestrichen hat.

So viel zu meinem Resumee. Falls Fragen bestehen, bin ich über eine persönliche Nachricht bei Facebook gerne bereit, weiterzuhelfen.

Kängurumama mit Baby

Susanne Petrikowski zuletzt bearbeitet am 18.12.2014