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Erste Woche geschafft

Hey ihr aufmerksamen Leser/innen,

die erste Woche ist erfolgreich gemeistert und ich habe einiges zu berichten. Zu erst kommen wir (wie es sich gehört) zur „Pflicht“ später dann zum „Vergnügen“

„Pflicht“:

Die Vorlesungen haben gestartet und es ist doch schon einiges anders als in Deutschland. Die Masterkurse sind ähnlich klein, teilweise nur 10-20 Personen. Die Professoren fördern einen Dialog auf gleicher Ebene. Soll heißen, dass die Lehrkräfte hier nicht einfach ihren Stoff „runterbeten“, sondern möglichst viel mit den Studenten über die Inhalte debattieren wollen. Mitarbeit ist explizit gewünscht und erhält teilweise sogar Benotung!

Man fühlt sich etwas in Schulzeiten zurückversetzt aber im Grunde gestalten sich so die Vorlesungen interessanter. Die Professoren sehen Masterstudenten als bereits gut ausgebildete Personen an und respektieren dementsprechend die jeweiligen Meinungen. Es ist also nicht ganz wie in der Schule ;-) Die Profs gehen auch mal mit den Studenten in der Pause einen Kaffee trinken und erzählen frei von ihrem Privatleben.

Mir gefällt das offene Klima sehr gut und es bringt wahrscheinlich auch mehr als das deutsche „Bulimie-lernen“. Ein Politikkurs bereitet mir, mit der doch anspruchsvollen Fachsprache, derzeit jedoch einige Kopfschmerzen. Die anderen Kurse sind hingegen gut nachzuvollziehen. Mal schauen, wie das weitergeht.

Generell lässt sich sagen, dass die Vorlesungen gut vorbereitet und die Professoren hoch motiviert sind. Auf einer Onlineplattform der Griffith finden sich die Kursunterlagen, sowie auch Videomitschnitte der Vorlesung. Ihr könnt euch somit auch mal im Nachhinein die Vorlesungen anhören (falls ihr krank gewesen seid, oder andere gute Gründe hattet...) ;-)

Ich belege das Semester über drei Kurse (entsprechen 22,5 ECTS). Für manche Kurse müsst ihr Vorwissen mitbringen. Deshalb werden die Kurse schon vor eurer Ankunft vom International Office gegengeprüft und genehmigt. Schreibt euch außerdem rechtzeitig vor eurer Ankunft in die Kurse ein. So habt ihr euren Platz sicher und für Tutorien usw. auch gute Zeiten.

Für alle meiner Kurse muss ich über das Semester hinweg mehrere Texte schreiben bzw. auch Präsentationen halten. Die zu schreibenden Texte reichen von einem wöchentlichem 200 Wörter-Journal bis hin zu einer 3000-Wörter-Erörterung. Es kommt natürlich ganz auf euren Kurs an.

Außerdem wird erwartet, dass ihr die Pflichtlektüren lest (nicht gerade wenig jede Woche). Vorteil des kontinuierlichen Abgabedrucks: Es ist alles über das Semester verteilt und ich habe insgesamt nur eine Klausur zu schreiben. Andere Studenten, die hier schon seit einem Jahr studieren, haben mir gesagt „Take it easy – es ist alles machbar“. Ich gehe die Sache also mit gebührendem Respekt aber nicht mit Ehrfurcht an.

Noch ein weiterer Punkt bevor ich zum Vergnügen übergehe: Ich belege zwei Kurse am Nathan Campus (Brisbane) und einen am Gold Coast Campus. Ich wollte unbedingt am Meer und damit an der Gold Coast wohnen. Jedoch gibt es die zwei Kurse, die mich sehr interessieren, nur am Nathan Campus. Das heißt ich pendle zweimal die Woche hoch nach Brissy (Dialekt für Brisbane). Das Ganze ist nicht zu unterschätzen. Es gibt öffentliche Verkehrsmittel, man braucht aber trotzdem gute zwei Stunden für den einfachen Weg! Alternativ gibt es einen Intercampus Bus des hiesigen „Studentenwerk“. Mit dem brauche ich nur 1h 20 min, dafür fährt er aber auch nur 3x am Tag. http://www.gugcstudentguild.com.au/intercampus-bus/ Die Kosten sind relativ gleich. Für den einfachen Weg müsst ihr mit etwa 5-6$ rechnen. Ich werde nach ein paar Wochen berichten, ob ich es bereue an zwei Campus zu studieren.

 

Nun endlich zum Vergnügen-Teil:

Ihr habt sicher schon das Bild ganz oben gesehen. Das ist der Ausblick von meinem Bett aus! Von dort aus habe ich auch schon Delphine beobachten können. Das entschädigt doch schon so einiges. Von unserer Wohnung sind es 2 Minuten bis zum Strand und sobald der frostige Winter (20 Grad) hier endlich vorbei ist, werde ich jeden Morgen eine Runde schwimmen gehen (vielleicht auch surfen, aber dafür muss ich erst einmal besser werden...).

Die Strände und das Wasser sind tip-top und es macht Spaß sich spontan mit Freunden für eine Runde Volleyball zu treffen. Toll ist auch, dass es am Strand öffentliche BBQ Plätze gibt. Man kann dort ganz easy per Knopfdruck auf den sauberen Platten sein Mitgebrachtes Grillen. Da merkt man doch schon deutlich den unterschiedlichen Ansatz zum Lifestyle.

Am Wochenende fand das, durch die Griffith Mates organisierte, Amazing Race für Internationals statt. Eine Art „moderne Schnitzeljagd“ durch die Gold Coast Gegend. Gut zum Kontakte knüpfen und ein bisschen was über die Gegend zu erfahren. Außerdem gibt es einige Sportclubs der Uni, bei denen man sich in der ersten Woche anmelden kann. Ich habe mich z.B. für den Tennis- und für den Adventure Outdoor Club angemeldet. Letzterer organisiert Ausflüge/Wanderungen/Kajaktrips usw. ins Umland.

Sicherlich wollt ihr auch etwas über das Nachtleben in Surfers Paradise erfahren. Es gibt zahlreiche Clubs und Bars, die zum Nachtschwärmen einladen. Als örtlicher Student bekommt man häufig Vergünstigungen bzw. kostenlose Eintritte. Touristen hingegen werden hier ganz schön abgezockt. Beim Weggehen trifft man häufig andere Internationals und so ist ein guter Abend eigentlich garantiert.

Wir haben eine interne Facebookgruppe der Internationals in der wir uns regelmäßig organisieren. Mittwoch wird am Strand gegrillt. Freitag geht es auf eine Studentenparty am Campus. Außerdem machen wir uns auch schon Gedanken, was man in der 9-tägigen Semester-Pause Ende September machen könnte. Vielleicht geht es für mich nach Perth. Mal schauen...

Blick vom Bett aus - Motivation zum Aufstehen

Felix Lang zuletzt bearbeitet am 04.08.2015