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Phänomenale Zeit und der Abschied danach - Ein Fazit

Aufregend, Bereichernd, Lehrreich, Anstrengend, Entspannend, Glücklich, Traurig.

Ein Haufen Adjektive, mit denen ich meinen Aufenthalt in Australien beschreiben könnte. Ich versuche hier die letzten 4 Monate noch einmal so gut wie es geht für euch zusammen zu fassen:

Aufregend: Was muss ich alles organisieren? Was wird mich erwarten? Wie wird die Uni? Wie werden die Leute sein? Werde ich schnell Freunde finden? Werde ich eine gute Wohnung finden? Habe ich an alles gedacht? Macht euch keinen Kopf, „No worries!“ ihr werdet hier alles hinbekommen! Die Leute sind toll und helfen euch bei jedem kleinen Problem. Die Uni ist gut ausgerüstet und die Betreuung ist oft besser als in Deutschland. 200 anderen neuen International Studenten geht es ganz genauso wie euch. Auch sie suchen eine Wohnung und wollen abends nicht alleine vor dem Fernseher sitzen. Tut euch einfach zusammen und ihr findet im Handumdrehen etwas. Ich habe hier so viele tolle Leute kennen gelernt, neue Freundschaften geschlossen und gemeinsam verdammt viel Spaß gehabt.

Bereichernd: Ein Auslandssemester am anderen Ende der Welt ist nicht einfach mal eben so gemacht. Es bedarf ein wenig an Organisationsaufwand und einmal hier angekommen, kann es durchaus passieren, dass ihr auch mal an eure Grenzen stoßt. Das Verlassen seiner eigenen „Comfort-Zone“ und der Kontakt mit so vielen unbekannten Menschen aus aller Welt lassen euch jedoch persönlich wachsen und ist eine äußerst bereichernde Erfahrung. In diesem Bezug noch mein persönlicher Rat an euch: Versucht euch von Beginn an von Deutschen „fern zu halten“. Der Mensch ist ein Rudeltier und es ist verständlicherweise auch einfacher in der bekannten Kultur/Sprache zu bleiben. Ich habe zum Ende hin andere Studenten gefragt, was sie anders machen würden, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten. Das war einer der Hauptaussagen. Ihr werdet viel mehr Englisch sprechen und habt die Chance andere Bräuche und Sitten kennen zu lernen. Ich bin davon überzeugt, dass ihr so um einiges mehr von eurer Zeit im Ausland mitnehmt.

Lehrreich: Neben den Social-Skills lernt ihr natürlich auch Einiges an der Uni. Es soll ja schließlich kein reiner Urlaub sein. ;-) Die Kurse und das Auslandsstudium haben mir unter anderem eine andere Herangehensweise an das Lernen gegeben. Ich habe nun eine breitere akademische Methodik, weil ich beide Systeme kenne. Außerdem konnte ich hier Kurse belegen, die es daheim nicht gibt bzw. die völlig fachfremd für mich sind. Es hat meinen Horizont erweitert und ich überlege in der Zukunft beruflich vielleicht mehr in diese Richtung zu gehen.

Anstrengend: Am Anfang überrollen einen die vielen neuen Dinge und es kann ganz schön anstrengend werden. Akademisches Englisch, Verfassen von englischen Texten von denen ihr keine Ahnung habt. Wohnung und Leben hier organisieren. Lesen von ellenlangen Texten im hochkomplizierten Englisch-Fach-Kauderwelsch. Dauerleistung über das ganze Semester hinweg (das deutsche System ist ja eher auf Spitzenleistung in der Klausurzeit ausgelegt). Und nebenbei wollt ihr ja auch eigentlich etwas vom Land sehen. Es ist anstrengend aber es lohnt sich auf jeden Fall!!!

Entspannend: Auszeiten am Strand, der 50 Meter von der eigenen Wohnung entfernt ist. Frühstück auf dem Balkon mit Meerblick. Das Land bereisen mit tollen Menschen, die ihr kennen gelernt habt. BBQ am Abend mit Sonnenuntergang. Gemeinsam feiern gehen. Volleyball am Strand spielen. Der Spaß kommt sicherlich nicht zu kurz.

Glücklich: Glückliche Zeiten mit neuen Freunden aus aller Welt haben. Gemeinsam Lachen und neue Freundschaften schließen. Delfine vom Bett aus beobachten oder neben ihnen am Strand laufen. Die Natur mit ihren diversen Schauspielen bewundern. Glücklich sein, die Chance zu haben eine so tolle Zeit gehabt zu haben.

Traurig: Realisieren, dass die Uhr tickt und jeder bald wieder getrennte Wege geht. Der letzte Abend zusammen mit Freunden, bei denen man das gemeinsam Erlebte Revue passieren lässt. Der Abschied.

 

Ich hatte insgesamt eine echt supertolle Zeit hier im Auslandssemester an der Griffith University. Anfänglich steht ihr natürlich erst einmal einer Menge Papierkram und organisatorischer Aufwand gegenüber. Lasst euch nicht unterkriegen, tausende Andere haben es auch geschafft! Scheut den Aufwand nicht, IEC hilft euch gerne bei eurer Bewerbung und tritt euch bei Bedarf auch gerne mal in den Hin****. ;-)

Die meines Erachtens wichtigsten Punkte in der Vorbereitung:

1.     Überlegt euch als erstes Mal in welches Land bzw. welche Stadt ihr wollt (klingt trivial, aber ist vielleicht der erste Schritt die Vielfalt etwas einzuschränken).

2.     Macht euch über die Universitäten dort schlau, welche Kurse bieten Sie an? Was interessiert euch, auf was habt ihr Bock? Stöbert durch die Kursliste, lest die Course Profiles. Könnt ihr die Kurse an eurer Heimuniversität sinnvoll einbringen?

3.     Schaut euch den Academic Calendar der Auslandsuniversität an. Passt das Semester einigermaßen zu euren Studienzeiten?

4.     Ist eure Universität ausgewählt, macht euch schlau was ihr alles an Unterlagen zur Bewerbung braucht. Fangt frühzeitig an sie zusammen zu tragen. Manche Bescheinigungen brauchen ewig.

5.     Zeitgleich solltet ihr eurem Akademischen Auslandsamt einen Besuch abstatten. Klärt die Akzeptanz, holt euch Unterstützung, fragt nach der Anerkennung der Kurse. Schließt Learning Agreements mit eurem Prüfungsbeauftragtem/dem akademischen Auslandsamt/mit euren Profs ab. Je nach Uni kann das ein ziemlich frustrierendes Unterfangen sein. Bei mir war es nach dem Motto „Wir erkennen es dir irgendwie an, eventuell aber halt nur als zusätzliches Modul“.

6.     Ist alles Formelle geklärt, solltet ihr euch für die Uni bewerben. Ich habe mich für zwei Unis beworben, mein persönlicher Eindruck ist aber, dass zahlende Studenten im Regelfall genommen werden. Fragt einfach euren IEC Berater zu was sie euch raten.

7.     Bewerbt euch für finanzielle Unterstützung. Von PROMOS über Auslands-Bafög gibt es eine Menge Hilfe. Versucht es und plant genug Zeit für Motivationsschreiben, Empfehlungsschreiben usw. ein. Bei mir hat es geklappt und es hilft die Ausgaben etwas zu decken.

8.     Ist die Zusage der Universität da, müsst ihr euch noch entscheiden. Das klingt jetzt vielleicht etwas doof, schließlich habt ihr ja bereits einen riesen Aufwand betrieben, warum also nicht? Naja ihr habt Freunde und Familie daheim, vielleicht sogar eine Freundin/einen Freund. Die Entscheidung einfach mal so für ein halbes Jahr wegzugehen kann einem dann doch schwerer fallen, als gedacht.

9.     Ist es soweit, dann klärt Visum, Versicherung, Zwischenmieter für die WG und was sonst noch so anfällt. Klärt euren Studentenstatus während ihr weg seid (z.B. Urlaubssemester beantragen).

10.  Klärt mit euren Profs der Heimatuniversität, dass ihr Prüfungen eventuell früher ablegen könnt. Manchmal werden sie mündlich vorgezogen oder ihr könnt die Prüfung im Ausland unter Aufsicht an eurer Gastuniversität schreiben. Das Semester in Australien hat schon vor meiner Klausurzeit in Berlin angefangen. Ich habe demnach alle Klausuren irgendwie vorher geschrieben. Ich dachte, das wird eins der Hauptprobleme. Die Professoren haben mich aber überraschenderweise sehr unterstützt und es war im Nachhinein gar kein Problem. Klärt es einfach frühzeitig.

11.  Versucht möglichst schon zu Beginn der Orientierungsphase hier zu sein. Auf der einen Seite habt ihr dann mehr Zeit eine Wohnung zu suchen und euch ein wenig zurecht zu finden, auf der anderen Seite könnt ihr euch so mit anderen Neuankömmlingen zusammentun, schneller Freundschaften schließen und zusammen eine WG gründen. Wenn ihr später ankommt, macht ihr euch es schwerer (Gruppen haben sich gebildet und der Wohnungsmarkt gibt weniger her).

12.  Packt eure Sachen, schmeißt ne coole Abschiedssause und los geht’s in euer Abenteuer! :-)

Es war einfach eine super tolle Erfahrung in einem anderen Land am anderen Ende der Welt zu studieren. Akademisch gesehen habe ich neue Herangehensweisen gelernt und konnte Kurse belegen, die ich daheim nie hätte machen können. Lebenstechnisch habe ich Einiges über mich selbst gelernt und auch meine Persönlichkeit weiterentwickelt. Ach ja ganz nebenbei habe ich endlich mal in einer Wohnung mit Meerblick gewohnt! ;-) Am meisten jedoch vermissen werde ich die tollen Menschen, die ich in meinen vier Monaten hier kennen gelernt habe, mit denen ich eine tolle und auch eine sehr verrückte Zeit hatte und mit denen wir schon Nachtreffen quer in Europa verteilt ausgemacht haben. Die Zeit ging verdammt schnell rum und zum Ende wünscht man sich, man könne die Zeit zurückdrehen. Eins ist sicher: Ihr habt eine definitiv phänomenale Zeit vor euch.

Fazit: Bewerbt euch jetzt!

Euer Felix

Rückblick

Felix Lang zuletzt bearbeitet am 11.11.2015